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Die Welt · 1913-09-26 · 39 (26.9.1913) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 39 1339 DtEl§gELT für unsere Bewegung zu bringen, wie wir es z. B. heute abend erlebt haben, als unser Dr. Tschlenow sich bereit fand, das große Opfer zu bringen, nach Berlin zu übersiedeln, um an der Spitze unserer Bewegung zu stehen und unser Führer zu sein, — solange wir solche Männer haben, braucht es uns um unsere Zukunft nicht zu bangen, können wir froh in die Zukunft sehen und können mit unserem Propheten sagen: Ist dein Anfang auch klein — dein Ende wird gar groß sein! Zum Schlüsse bleibt mir noch übrig, dieser schönen Stadt zu danken, dieser schönen Stadt, die unserem Kongresse Gastfreundschaft gewährt hat, eine Gastfreundschaft, die unserem Herzen um so wertvoller ist, als wir hier mit einer der größten, verdienstvollsten Judengemeinden in Berührung traten. Dank auch dem Lande, dessen Regierung in der abgelaufenen internationalen Krise ihren Völkern den Frieden zu erhalten und durch ihre Anregung zur Einführung eines Schutzes der Minoritäten auf dem Balkan die Stimme der Menschlichkeit inmitten der Balkanwirren vernehmlich zu machen gewußt hat. (Beifall.) Ich danke noch in Ihrem Namen allen unseren Freunden, die den Kongreß vorbereitet haben und große Mühe und Arbeit auf sich genommen haben, ich danke allen Ordnern und besonders deren Obmann, Dr. Körner (Bravo!), ich danke den Künstlern, die bei den vielen Veranstaltungen mitgewirkt und den Rednern, die in den Versammlungen gesprochen haben, ich danke auch insbesondere den Turn - und Sportvereinen, die dazu beigetragen haben, unsere Kongreßzeit zu verschönern, ich danke auch den Gästen, die uns die Ehre erwiesen haben, unseren Sitzungen beizuwohnen — und damit, geehrter Kongreß, rufe ich Ihnen zu: „Auf Wiedersehen auf dem XII. Kongreß!“ (Stürmischer Beifall.),-— Der XI. Kongreß ist geschlossen. Schluß der Sitzung :y.l12 Uhr abends. r 14 PALÄSTINA-KUNDSCHAU 11 VIII. Generalversammlung der Gesellschaft jüdischer Lehrer (Von unserem Berichterstatter.) Ir. Jaffa fand Ende August die achte Generalversammlung der Gesellschaft der jüdischen Lehrer Palästinas statt, die in der Regel alle zwei Jahre abgehalten wird. Geber hundert Lehrer aus allen Gegenden Palästinas fanden sich zu der Versammlung ein. Es fehlten jedoch viele der führenden Lehrer, wie Jellin, Mossinsohn, Schiller,, Bogratschow und andere, die nach Wien zum Kongreß und zu den Beratungen der Organisation für hebräische Sprache und Kultur geeilt waren. Um in Zukunft ein solches Zusammentreffen beider Tagungen zu vermeiden, wurde beschlossen, von nun an die Generalversammlung in den kongreßlosen Jahren abzuhalten. Die Generalversammlung, der auch mehrere Gäste und Vertreter verschiedener Institutionen beiwohnten, wurde in der Aula des hebräischen Gymnasiums am Sonntag, den 24. August, eröffnet und dauerte bis Mittwoch, den 27. August. Nach einigen Begrüßungsworten von Dr. Josef L u r i e, dem Vorsitzenden des Vorstandes, erstattete Lehrer J. Jachieli den Rechenschaftsbericht über die letzten zwei Jahre. Aus dem Berichte ging hervor, daß diese Jahre in vieler Beziehung erfolgreich waren. Dank der jährlichen Subvention von 10 000 Frcs. seitens der zionistischen Organisation wird der Lehrerverband in der Lage sein, in den nächsten fünf Jahren hebräische Lehrbücher für fast sämtliche Unterrichtsgegenstände in den Mittelschulen herauszugeben. Mit besonderer Aufmerksamkeit folgte die Versammlung der Verlesung des Memorandums, das der Vorstand bezüglich der hebräischen Unterrichtssprache am Technikum in Haifa an dessen Kuratorium gerichtet hat. Man merkte es diesem Schriftstück, dieser bedeutsamen Kundgebung derangesehensten palästinensischen Organisation an, daß seine Verfasser jedes Wort zehnmal gewogen und überlegt haben, bevor es endgültig niedergeschrieben wurde. Kein Wunder, wenn es wegen seiner besonnenen, gemäßigten Form die jüngeren, radikaleren Kreise nicht befriedigen konnte, die die hebräische Unterrichtssprache als Selbstverständlichkeit ansehen und jede Begründung dieser Forderung in Palästina als der jüdischen Renaissancebewegung unwürdig erklären. Nach der Verlesung des Rechenschaftsberichtes ergriff Rabbi Ben Zion Usiel, der UC h a c h a m b a s c h i von Jaffa, das -Wort zu einer warmen Ansprache, in'der er das - Wirken der nationalen Lehrer' segnete' und ' die Hoffnung aussprach, daß in nicht zu ferner Zukunft sämtliche jüdischen Kinder Palästinas in nationalen Schulen erzogen werden. Im Namen des zionistischen A. C. begrüßte Dr. J. Thon die Versammlung, worauf der Einlauf der Begrüßungsschreiben und -telegramme verlesen wurde. Ins Präsidium der Versammlung wurden gewählt: Wilkomitz, Obergaliläa, als Vorsitzender, Dr. M e t m a n n und Kritschewsky als Stellvertreter, und K- L. S i 1 m a n n , Dr. Lifroni, A. Jellin und Z i c h o w i t z k y als Schriftführer. In der zweiten Sitzung wurde der finanzielle Bericht erstattet und genehmigt, ln der folgenden Generaldebatte kritisierten Dr. Rosenstein und K. L. S i 1 m a n n scharf die Schulen des „Hilfsvereins“, in denen das Hebräische jetzt immer mehr der deutschen Sprache weichen müsse. Dr. Rosenstein schlug die Gründung eines großen Kulturvereines vor, der alle kulturellen Angelegenheiten Palästinas umfassen soll. Die Lehrer Suta und Preß suchten die Anklagen gegen den Hilfsverein abzuschwächen. Preß hob besonders die Leistungen des Hilfsvereines auf dem Gebiete der hebräischen Kindergärten hervor. Nach weiteren Ausführungen von Dr. M e t m a n n, der pädagogische Beratungen forderte und auch für die Forderung politischer Rechte für die hebräische Sprache eintrat, und von Ethom, Jerusalem, der auf den weiteren Ausbau nationaler Schulen in den Städten hinwies und kurzer Bemerkungen anderer Lehrer wurde die Debatte geschlossen und einstimmig folgende Resolution gefaßt: „Die achte allgemeine Lehrerversammlung erkennt, nach Anhörung des Rechenschaftsberichtes des Vorstandes für die letzten zwei Jahre und der Debatte über den Bericht, an, daß der Vorstand tüchtig, ergeben und mit ungewöhnlichem Erfolg gearbeitet hat und spricht ihm dafür ihr absolutes Vertrauen und ihren tiefen Dank aus." ln den folgenden Sitzungen erstatten die Zweigvercine Bericht über ihre Tätigkeit. Der Jerusalemer Bericht konnte eine stattliche Anzahl von Schulanstalten nennen, wo das Hebräische gepflegt wird: Hebräisches Gymnasium, Lehrerseminar, Lämmelschule, Kurse für Kinder-Gärtnerinnen, Chedar Thorah, Abendkurse, sephardische Talmud-Thorah (500 Kinder!), Rabbinerschule usw. Ein entsprechender Bericht wurde auch von Obergaliläa erstattet. Das Programm, das dort Wilkomitz vor vier Jahren ausgearbeitet hat, bewährt sich immer mehr, und es wird jetzt auch in manchen judäischen Kolonien eingeführt. Früher litten manche Schulen in Obergaliläa unter dem allzu häufigen Lehrerwechsel, der durch die dortige' Malaria verursacht war. Da jedoch dank, der tapferen und umsichtigen Arbeit von Dt. Hillel Joffe die

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