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Die Welt · 1913-09-26 · 39 (26.9.1913) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1336 Nr. 39 DIE SCHLUSS-SITZUNG Dienstag, am Abend des 9. September, 93/4 Uhr. Vize-Präsident Dr. Laster eröffnet die Sitzung und erteilt das Wort Dr. H e y m a n n. Del. Dr. Heymann: Im Namen der Budget-Kommission erlaube ich mir, Ihnen das Budget zur Annahme vorzuschlagen, das uns im wesentlichen in dieser Form vom E. A. C. vorgelegt Wir haben mit dem E. A. C. die Möglichkeit erörtert, das Budget zu reduzieren, sind aber zur Einsicht gekommen, daß, wenn das E. A. C. die Art seiner Tätigkeit in der bisherigen Weise weiter ausüben soll, eine erhebliche Reduktion der Ausgaben nicht möglich ist. Das E. A. C. hat bei dieser Gelegenheit erklärt, daß es sich der größten Sparsamkeit befleißigen werde, und falls die Posten nicht erreicht werden, wird der Betrag gespart bleiben. Wir haben auch die Möglichkeit der Einnahmen erörtert und sind zur Einsicht gelangt, daß, wenn die zionistische Organisation sich weiter in der erfreulichen Weise entwickelt, wie bisher, diese Einnahmen erreicht werden können. Ich bitte also im Namen der Budget- Kommission, das Budget zu genehmigen. Del. Cowen: Wie Sie aus der Aufstellung sehen, hat man für 226 000 M. budgetiert, und in der Budget-Kommission wurde die Summe um 16 000 M. noch erhöht, so daß man jetzt von der Bewegung 242 000 M. für das nächste Jahr verlangt. Ich hoffe, daß die Bewegung diese Summe aufbringen wird, aber ich bin nicht sicher, daß sie es tut. Ein Actions-Comite wird doch, wenn es vernünftig budgetieren würde, lieber seine Einnahmen nicht so hoch stellen, so daß es vielleicht mit einem Plus enden könnte. Ich fand, daß die Ausgaben zu groß sind, und glaube, daß sie reduziert werden müssen. Außerdem steht unter den Ausgaben eine gewisse Rubrik über Auswärtige Vertretung des E. A. C. In diese „Auswärtige Vertretung" ist ein Salär einbegriffen für einen Herrn, den das E. A. C. nach Konstantinopel zu entsenden begriffen ist. Ich will nur dieses bemerken: der Herr, der in Aussicht gestellt wird, hat sich in seiner bisherigen Tätigkeit nicht sehr taktvoll benommen (Unruhe und Zwischenrufe) — und deswegen haben wir hier Stellung zu nehmen gesucht. Es war aber nicht möglich in der Budget- Kommission, und ich beantrage, daß von dieser Summe 100 M. gestrichen werden. So ist der parlamentarische Brauch. Dr. Jacobson: Im Namen meiner Kollegen im E. A. C. bitte ich Sie, den Vorschlag des Herrn Cowen abzulehnen. Wenn Sie uns wirklich das Vertrauen schenken, das Sie uns bisher gezeigt haben, so müssen Sie zugeben, daß wir es uns reiflich überlegt haben, diesen Mann zu wählen, der mein Mitarbeiter in Konstantinopel sein soll. Die Zionistische Sache und besonders dieser wichtige Posten ist uns ebenso am Herzen gelegen, wie jedem von Ihnen, und wenn wir uns Mitarbeiter wählen, so waren wir sicher in der Wahl sehr vorsichtig. Dr. Laster: Der Kongreß wird abstimmen, ob er das Budget in der Form annehmen will, wie es Dr. Heymann vorgeschlagen hat oder nicht. Angenommen gegen 23 Stimmen. Justizrat Dr. Bodenheimer: Verehrter Kongreß! Ich muß Sie für einen Augenblick wieder mit einer Mitteilung bezüglich des N. F. in Anspruch nehmen. Die Mitteilung wird Sie jedoch gewiß alle erfreuen. Wie Sie heute morgen erfahren haben, ist durch das Los von den 30 Bewerbern Herr Juda Bornstein aus Dembica in Galizien als erster in das neue Goldene Buch Einzutragender bestimmt worden. Dieser Gesinnungsgenosse hat in Erfahrung gebracht, daß eine Anzahl unserer Freunde beabsichtigt, Herrn Ingenieur Ussischkin anläßlich seines 50. Geburtstages dadurch eine Ehrung zuteil werden zu lassen, daß sie ihn in das Goldene DES XL KONGRESSES Buch eintragen. Herr Bornstein hat nun folgende Erklärung abgegeben: „Mit großer Freude nehme ich zur Kenntnis, daß mir im zweiten Bande des Goldenen Buches der erste Platz gesichert wurde. Da aber eine Anzahl Gesinnungsgenossen die Absicht äußerte, Herrn Ussischkin anläßlich seines 50. Geburtstages besonders zu ehren, erkläre ich mich bereit, diese Absicht zu ermöglichen, indem ich Herrn Ussischkin den für mich bestimmten Platz im Goldenen Buche überlasse. Hierbei bemerke ich, daß es mir zur außerordentlichen Genugtuung gereicht, einem Mann zu weichen, für dessen unentwegtes, opferfrohes zionistisches Wirken ich stets die tiefste Verehrung empfunden hab e." Meine Damen und Herren! Dieser Gesinnungsgenosse hat nur einen bescheidenen Wunsch geäußert, den ich Ihnen ebenfalls ans Herz legen möchte, nämlich den, daß unsere Gesinnungsgenossen hier auf dem Kongresse und in der ganzen Welt Herrn Ussischkin als Ersten in das neue Goldene Buch einzutragen helfen, und zwar mit einer Summe, die seiner großen Eigenschaften und seines verdienstvollen Wirkens für das jüdische Volk und die zionistische Bewegung würdig ist. (Stürmischer Beifall.) Präsident Wolffsohn übernimmt den Vorsitz und erteilt Herrn Dr. Weizmann das Wort. Del. Dr. Weizmann: Geehrter Kongreß! Ich habe Ihnen im Namen des Permanenzausschusses folgende Vorschläge zu unterbreiten, die der Ausschuß nach langen Beratungen beschlossen hat und die, wie ich glaube, für alle Parteien und Richtungen im Kongresse gleich akzeptabel sind und die Garantie für weitere fruchtbringende und systematische sowie harmonische Arbeit bieten. Ich habe die Ehre, Ihnen für das E. A. C. folgende Herren vorzuschlagen: Otto Warburg, Arthur Hantke, Viktor Jacobson, Schmarja Levin, Nah um Sokolow, Jechiel Tschlenow. (Bei Nennung eines jeden Namens ertönt stürmischer, sich oft erneuernder Beifall.) Ich beantrage die En bloc-Annahme dieser Liste. Diese Liste wird en bloc einstimmig angenommen. (Stürmischer Beifall, Hedadrufe, Tücherschwenken.) Del. Dr. Weizmann: Für das Große A. C. habe ich die Ehre, Ihnen vorzuschlagen: David Wolffsohn (Köln), Justizrat Dr. M. I. Bodenheimer (Köln), Jean Fischer (Antwerpen), Dr. Frank (Altona), Dr. Friedemann (Wiesbaden), B. A. Goldberg (Wilna), Dr. H. G. Heymann (Berlin), Wladimir I d e 1 s o h n (Petersburg), Jakobus Kann (Haag), Ingenieur Keßler (London), Rechtsanwalt Dr. Klee (Berlin), Ingenieur Kremenetzky (Wien), Dr. Alexander Marmorek (Paris), Leo Motzkin (Berlin), Naiditsch (Moskau), I. Podlischewski (Warschau), Dr. Leon Reich (Lemberg), Rosoff (Petersburg), Rechtsanwalt S. Rosen Warn (Minsk), Heinrich Schein (Galatz), Julius Simon (Mannheim), Adolf Stand (Lemberg), Oberingenieur Stricker (Wien), Ingenieur M. Ussischkin (Odessa), Prof. Dr. Chaim Weizmann (Manchester). (Stürmischer Beifall.) Ich beantrage die En bloc-Annahme dieser Liste. Del. Kaplansky beantragt, über jeden Kandidaten separat abstimmen zu lassen. Präsident Wolffsohn: Da gegen die En bloc-Ab Stimmung Widerspruch erhoben wird, bleibt nichts anderes übrig, als

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