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Die Welt · 1913-09-26 · 39 (26.9.1913) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 39 1335 DIE^ELT Knochen. Die „Azomes haiweschys“ vereinigen sich und sie bekommen Fleisch und Blut und eine Seele . . . die Seele des jüdischen Volkes! hiinter diesen Zahlen steht der jüdische Händler, der das Leben in Palästina entwickelt und vergrößert, der jüdische Pflanzer, der jüdische Kolonist, der seine Lage und die des Landes verbessert. Ich hoffe, daß wir es einmal erreichen werden, daß alle unsere Banken sich unter dem Namen einer Bank vereinigen werden, der Bank von Erez Israel. (Stürmischer Beifall). '_ Erklärung In der 12. Sitzung des Wiener Kongresses am Vormittag des Q. September hat unser Gesinnungsgenosse Struck, der als Generalredner zur Kulturdebatte sprach, Angriffe gegen unseren Gesinnungsgenossen Adolf Böhm erhoben wegen eines Aufsatzes, den dieser in dem Sammelbuch „Vom Judentum“ veröffentlicht hatte. Gelegentlich der Struckschen Rede machte der amtierende Vorsitzende Dr. Gaster eine an Herrn Struck gerichtete Bemerkung, in der er von den „persönlichen und irreführenden falschen Anschauungen irgend eines Mitgliedes des A. C., von dem wir uns absolut lossagen, und dessen Anschauungen wir absolut nicht teilen“ sprach. Zu dieser Angelegenheit gab in der folgenden Sitzung Julius Simon ex praesidio folgende Erklärung Adolf Böhms bekannt (die lediglich infolge eines technischen Versehens in unserm Kongressbericht nicht enthalten war): „Herr Struck hat aus einem meiner Propagandaartikel Sätze aus dem Zusammenhang herausgerissen und damit einen falschen Eindruck erweckt. Jedermann kann den Artikel selbst lesen und sich dann überzeugen, daß er in Wahrheit zum Preise des Judentums und des Zionismus geschrieben ist.“ Der geschäftsführende Ausschuß des Westösterreichischen Zentralkomitees (gez. Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Fritz Eckstein, Dr. Leopold Meisel, Dr. Emil Stein, Obering. Rob. Stricker, Dr. Egon Zweig) veröffentlicht in der „Jüdischen Zeitung“ vom IQ. September die folgende Erklärung: „Am letzten Sitzungstag des Zionistenkongresses hat der Vizepräsident des Kongresses Dr. Gaster als Vorsitzender im Laufe der Universitätsdebatte im Anschluß an eine Polemik des Delegierten Hermann Struck gegen den Delegierten Adolf Böhm folgendes enunziert: Ich muß Herrn Struck erinnern, daß wir hier einen Generalredner zur Frage der Universität in Jerusalem vor uns haben und nicht zur Frage der persönlichen und irreführenden falschen Anschauungen irgend eines Mitgliedes des A. C., von dem wir uns absolut lossagen und dessen Anschauungen wir absolut nicht teilen. Da die Geschäftsordnung des Kongresses infolge Abbruches der Debatte es unmöglich machte, gegen diese Kundgebung des Vorsitzenden auf der Kongreßtribüne Stellung zu nehmen, erklären wir in Vertretung der Zionistischen Organisation .Westösterreichs: Wir sprechen Herrn Dr. Gaster das Recht ab, vom Präsidententisch des Kongresses aus in vollständiger Mißachtung aller Regelneiner objektiven Verhandlungsleitung seine private abfällige Meinung über ein Mitglied unserer Organisation auszusprechen, das er überdies als Delegierten und als Mitglied des A. C. zu respektieren hatte und diese seine private Meinung als Anschauung der Partei hinzustellen. Wir protestieren gegen diesen groben Uebergriff des Herrn Dt. Gaster. Wir sagen uns von Herrn Adolf Böhm nicht nur nicht los, sondern schätzen ihn nach wie vor als verdienten und bewährten Parteigenossen und Mitarbeiter. Um allen Ausstreuungen entgegenzutreten, stellen wir schließlich fest, daß Gg. Adolf Böhm schon mehrere Monate vor dem Kongresse dem Actions-Comite die Mitteilung machte, daß er aus sachlichen Gründen eine Wiederwahl ins Actionskomite nicht annehme, daß er diese Erklärung während des Kongresses vor dem Zwischenfall Gaster schriftlich wiederholte und daß der Verzicht Böhms auf eine Wiederwahl mit dieser Angelegenheit in keinem Zusammenhänge steht.“ In dieser Erklärung des Geschäftsführenden Ausschusses des westösterreichischen Zentral-Komitees ist zunächst mit Recht festgestellt, daß die Nicht-Wiederwahl Böhms in das Große Actions-Comite mit seinem Artikel und mit dem Verlauf der Kulturdebatte in keinem wie immer gearteten Zusammenhänge steht. Herr Böhm hatte bereits Anfang Juni 1Q13, vor der Sitzung des Großen Actions-Comites, dem E. A. C. mitgeteilt, daß er ein Amt im G. A. C. nicht mehr annehmen könne. Das E. A. C. hat sich allerdings mit dieser Erklärung nicht zufrieden gegeben, sondern seinen persönlichen Einfluß aufgeboten, um Herrn Böhm zur Zurücknahme dieser Erklärung zu veranlassen. Herr Böhm hat jedoch diese Erklärung in einem zweiten Schreiben wiederholt, das er während des Kongresses dem E. A. C. übergeben hat, und in dem er seinen Entschluß mit der Entscheidung in der Frage der Beziehungen zwischen Aufsichtsrat und Großem Actions-Comite begründet. Auch diesmal hat das E. A. C. versucht, Herrn Böhm zu veranlassen, wieder ein Amt im G. A. C. anzunehmen. Herr Böhm verblieb indessen auf seinem Standpunkt. Wenn die Aeußerung, die Herr Dr. Gaster als zur Zeit die Verhandlung leitender Vizepräsident des Kongresses getan hat, in manchen Kreisen als eine Ausschließungserklärung angesehen worden ist, so ist das natürlich eine irrtümliche Auffassung, denn der Präsident des Kongresses hat gar keine Möglichkeit, eine solche Ausschließung auszusprechen, und er konnte schon nach der Lage der Verhandlungen keinen Auftrag des A. C. zu seiner Aeußerung erhalten haben. Wir hoffen, daß damit die Diskussion über diese Episode abgeschlossen sein wird, und daß unser Gesinnungsgenosse Böhm sich in der zionistischen Organisation auch fernerhin mit der gewohnten Energie betätigen wird. | Hermann Vambery | ln Budapest starb in voriger Woche im Alter von 83 Jahren der bekannte Orientalist und Forschungsreisende Hermann Vambery. Das eigenartige, buntbewegte Leben dieser interessanten Persönlichkeit wird in unserer nächsten Nummer ausführlich gewürdigt werden. Heute sei bloß der nahen Beziehungen, die der Verstorbene zu unserem Theodor Herzl unterhalten hat und der wertvollen Dienste, die er unserer Sache in Konstantinopel geleistet hat, dankbar gedacht. Vambery hat bis in die jüngste Zeit hinein mit unserer Leitung in Verbindung gestanden, und sein kluger Rat wurde von unseren leitenden Männern stets geschätzt. Erneuern Sie sofort Ihr Abonnement, da Sie sonst keine Garantie für die pünktliche Zustellung der Nummern im nächsten Quartal haben.

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