Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1913-09-26 · 39 (26.9.1913) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316567-3316611--58014-3376524
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1332 Nr. 39 D(E2§gELT spezielles Referat halten. Wir bemerken bloß, daß die Leitung des „Kedem“, als offizielles zionistisches Amt, bestrebt sein wird, alle diesbezüglichen Beschlüsse seitens des Kongresses pünktlich auszuführen. Geehrte Gesinnungsgenossen! Aus meinen bisherigen Ausführungen haben Sie sich bereits überzeugen können, daß vor uns ein großes Arbeitsfeld liegt, und daß auch der palästinensische Boden dafür überaus günstig ist. Wir hotten nämlich, dort treue Mitarbeiter für unsere gute Sache zu finden in unseren dortigen ParteimäHnem, Literaten und Gelehrten. Das wird für die gute Sache den eigentlichen Resonanzboden bilden. Und von den besten Hoffnungen beseelt, beehre ich mich, hiemit vor dem geehrten Kongreß folgende Resolution zur Annahme vorzulegen: „Der XI. Zi oni s tenkongr eß in Wien nimmt die Gründung des hebräischen Kulturfonds „Kedem“ mit Befriedigung zurKenntnis und erklärt es als Pflicht eines jeden Zionisten, diese wichtige Institution materiell und moralisch zu unterstützen“. Brüder! Gedenket unserer alten Sprache und nehmet meine Resolution einstimmig an. (Lebhafter und langandauernder Beifall.) DIE ZIONISTISCHEN BANKINSTITUTE Bericht über ihre Tätigkeit seit dem X. Kongreß Von Dr. N. Katzeneisohn, Libau In diesem Jahre sind es fünfzehn Jahre geworden, seitdem die jüdische Kolonialbank gegründet worden ist, und in diesem Juli sind es zehn Jahre geworden, seitdem unsere A. P. C. ihre Tätigkeit begonnen hat. Wenn ich Ihnen diese Zahlen nenne, so ist es nicht, um eine Jubelstimmung hier im Kongreß hervorzurufen — zum Jubilieren haben wir Juden wirklich keinen Grund — sondern, weil ich glaube, daß es an der Zeit ist, Umschau zu halten und einen Rückblick zu werfen auf das, was wir in dieser Zeit durchgemacht haben. Wenn man einen so schweren Weg zurückgelegt hat, wie wir, einen steilen und mühsamen Weg, den man sich erst selbst hersteilen mußte, mit Axt und Beil, einen Weg, auf den uns Steine hingeworfen wurden, leider nicht nur von Feinden, sondern mitunter auch von Freunden, dann ist es absolut notwendig, Umschau zu halten und zu sehen: Ist man auf dem richtigen Weg gegangen, oder war es ein falscher? Sie werden mir daher verzeihen, wenn ich nicht nur einen trockenen Bericht über die Tätigkeit in den letzten zwei Jahren gebe, sondern diesmal etwas allgemein über unsere Banken spreche. Es ist besonders schwer, weil unsere Bank ein Unikum bildet, weil das jüdische Volk, das selbst ein Unikum darstellt und so viele Unika geschaffen hat, in der Kolonialbank und in ihren Tochterinstitutionen Schöpfungen gegründet hat, die ganz einzig in der Welt dastehen. Nun gilt es, die Frage zu beantworten, die Frage, die Dr. Herzl bei der Gründung der Bank gestellt hat. Können die Juden eine Bank machen? Es gibt sehr viele jüdische Banken, und es ist ja gar kein Zweifel, daß Juden jüdische Banken gründen können, aber es handelt sich zum ersten Male um eine Bank für das jüdische Volk^ und da entsteht die große Frage, ob man eine solche Bank schaffen kann. Ich weiß auch nicht, wen Dr. Herzl gemeint hat mit denjenigen, die eine jüdische Bank gründen können. Ich glaube, das ist eine sehr wichtige Frage und ich werde versuchen, einige Daten und Tatsachen zu nennen, die vielleicht diese Frage beleuchten werden. Ich werde mir erlauben, diesmal die jüdische Kolonialbank, die A. P. C. und die Anglo-Levantine Banking Company mehr im Zusammenhang zu behandeln. Tatsächlich existiert gar kein Unterschied zwischen diesen Institutionen, es ist eine Institution, die unter verschiedenen Namen arbeitet, aber mit genau derselben Leitung und denselben Direktoren. Wir müssen daher ein Novum des Herrn Twersky begrüßen, der einen etwas anderen Weg eingeschlagen hat, als bisher alle anderen Kritiker. Bisher bestand das System darin, daß man uns auf die eine Wange geschlagen und die andere Wange gestreichelt hat. Man hat und für den I. C. T. Ohrfeigen erteilt und für die A. P. C. gestreichelt. Herr Twersky dagegen, geht harmonisch vor. Er schlägt auf beide Wangen. Also wenigstens symmetrisch. Zuerst ein paar Worte über das Verhältnis zur A. P. C. Die beim J. C. T. liegenden Aktien der A. P. C. im Betrage von 93 800 Pfund haben sich bei uns nicht vermehrt, es sind sogar 200 Pfund weniger geworden, weil Verkäufe stattfanden. Dagegen hat sich der Kredit bei der A. P. C., der 30 000 Pfund betrug, auf 60 000 Pfund erhöht. Und es waren sogar 73000 im Januar dieses Jahres, die wir bei der A. L. B. C. hatten, bei der A. L. B. C. hatten wir früher 15 000 Pfund Aktien und 23 000 Pfund Kredit, das macht alles zusammen über 200 000 Pfund. Also sind dreiviertel unseres Aktienkapitals, oder sogar noch etwas mehr, im Orient investiert. Vor zwei Jahren waren es etwa 153 000 Pfund, die dort waren. Wir haben also noch 50 000 Pfund herübergebracht. Was unsere Londoner Tätigkeit anbetrifft, möchte ich zuerst unsere Filiale in Whitechapel nennen. Diese hat das erste Jahr zu verzeichnen, wo sie uns einen Gewinn gebracht hat, und noch mehr als einen Gewinn, nämlich die vielen Depositen, die sich nicht ausdrücken in der Größe des Betrages, die sich aber ausdrücken in der Zahl derjenigen, die bei uns Depositen beibringen. Es sind über 1000 Conti, die wir da haben. Es wird Sie interessieren, obwohl die Beträge nicht groß sind, wie die Depositen stehen. Sie betrugen im Jahre 1906 8 000 Pfund „ „ 1907 11000 „ „ „ 1908 14000 „ „ „ 1909 21000 „ „ „ 1910 22000 „ „ „ 1911 27 000 „ „ „ 1912 36 000 „ Das ist kein großer Betrag, aber er zeigt doch, daß wir bei den kleinen Leuten Vertrauen besitzen. Die gesamten Depositen des J. C. T. haben 1911 58 000 Pfund betragen und 1912 78 000 Pfund. Was die Rentabilität anbelangt, so betrug der Bruttogewinn 1912 17900 Pfund und die Ausgaben 8300 Pfund. In diesem Jahre 1913 haben wir schon in den ersten sechs Monaten sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite bessere Resultate. Wir haben in Palästina 162 000 Pfund im Durchschnitt gehabt, die uns über 7000 Pfund gebracht haben. Die anderen 130 000 Pfund, die im Geschäfte gearbeitet haben, brachten über 10000 Pfund. Letztere also im Durchschnitte 8,l°/o, während die ersten 43/4% erbracht haben. Würde unser ganzes Kapital außerhalb Palästinas arbeiten, so hätten wir £ 22000

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.