Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- Kongreß-Augabe VI (10.9.1913)
- Date
- 1913-09-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. VI 119 DIE2§KELT soll erhöht werden. Die endgiltige Entscheidung hat die Jahreskonferenz zu treffen. Die Anträge werden dem E. A. C. überwiesen. Dr. Friedemann beantragt, daß E.A.C. möge seine Aufmerksamkeit der Gründung eines jüdischen Museums in Palästina zuwenden. (Geht an das E. A. C.) Prof. Dr. Weizmann: Im Aufträge des Permanenzausschusses habe ich folgende Erklärung abzugeben: Der Permanenzausschuß hat in seiner Sitzung am Sonntag den Beschluß gefaßt, daß nach seiner Meinung das Große A. C. mit dem Aufsichtsrat der Bank identisch sein soll. Auf Ersuchen des E. A. C. aber, welches sich im Laufe des Kongresses mit der Bankleitung verständigt hat, hat der Permanenzausschuß darauf vezichtet, auf Durchführung des Beschlusses weiter zu bestehen. Indem ich diese Erklärung im Namen des Permanenzausschusses abgebe, stelle ich gleichzeitig den Antrag, über alle weiteren Erklärungen und Anträge zu diesem Punkte zur Tagesordnung überzugehen. (Beifall.) Del. Julius Simon verliest eine Erklärung der Poale Zion und Zeire Zion, wonach die diesen Organisationen angehörigeri Delegierten, insgesamt 37, auf kein Kompromiß eingehen wollen, sondern entschieden für die Forderung stimmen, daß der zionistischen Leitung der entscheidende Einfluß auf die Finanzinstitute eingeräumt werde. (Lebhafter Beifall.) Dr. Emil Margulies: Die westösterreichische Landsmannschaft beharrt prinzipiell auf ihrem Siandpunkt bezüglich der Erweiterung der Kontrolle des A. C. auf die Finanzinstitute und schließt sich nur unter dem Druck der Verhältnisse dem Antrag des Permanenzausschusses an. Bei der Abstimmung wird der Antrag Weizmanns angenommen und sodann die Sitzung geschlossen. Die Schlußsitzung des Kongresses Dienstag, am Abend des 9. September, 93/4 Uhr In der .letzten Sitzung des XI. Zionistenkongresses wurde das von der Budgetkommission des Permanenzausschusses revidierte Budget beraten, das nunmehr nach dem Bericht Dr. Heymanns in Einnahme und Ausgabe mit 242.000 Mark abschließt, gegenüber dem Voranschlag des E. A. C., der mit 226.000 Mark balancierte. Der Einspruch C o w e n s gegen einen Posten des Budgets wurde durch die nahezu einstimmige Annahme des Budgets erledigt. Die Vorschläge des Permanenzausschusses wurden dem Kongreß wieder von dem traditionellen Referenten dieses Ausschusses, Prof. Dr. Weizmann, unterbreitet. Für das Engere Aktionskomitee wurden vorgeschlagen: Prof. Dr. Otto Warburg—Berlin; Rechtsanwalt Dr. Artur Hantke—Berlin; Dr. Victor Jacobs o n—Konstantinopel; Dr. Schmarja Levin—Haifa; Nahum Sokolow—Berlin; Dr. Jechiel Ts c h 1 e n o w—Moskau. Die Liste wurde einstimmig en bloc angenommen. In das Große Aktions-Komitee wurden auf Vorschlag des Permanenzausschusses gewählt: David Wolffsohn—Köln, Justizrat Dr. M. I. Bodenheimer —Köln, Jean Fischer—Antwerpen, Dr. Frank—Altona, Dr. Friedemann—Wiesbaden, B. A. Goldberg—Wilna, Dr. H. G. Heymann—Berlin, Wladimir Idelsohn — Petersburg, Jakobus Kann —Haag, Ingenieur Kessle r— London, Rechtsanwalt Dr. Klee—Berlin, Ingenieur Kreme n e t z k y—Wien, Dr. Alexander Marmor ek—Paris, Leo Motz kin—Berlin, Naiditsch—Moskau, I. Podlischewski—Warschau, Dr. Leon Reich—Lemberg, Rosoff—Petersburg, Rechtsanwalt S. Rosenbaum — Minsk, Heinrich Schein —Ga!atz, Julius Siraon—Mannheim, Adolf Stand—Lemberg, Oberingenieur Stricker — Wien, Ingenieur M. Ussischki n—Odessa, Prof. Dr. Chaim Weizmann—Manchester. Prof. Warburg sprach danach dem Präsidium den Dank aus, begrüßte die Wahl Dr. Tschlenows in das Engere Aktionskomitee und verweilte in warmen Worten bei der sympathischen Haltung der Wiener Bevölkerung und der österreichischen Presse. Die folgende Resolution, die von Rabbiner Dr. Osias Thon—Krakau eingebracht wurde, fand debattelos die Zustimmung des Kongresses; Der Zionistenkongreß als legitime Vertretung der größten jüdischen Organisation aus allen Ländern der Welt erhebt aus Anlaß des Kiewer Beilis-Prozesses feierlich Protest gegen die ungeheuerliche Beschuldigung, daß es Juden gäbe, die zu Religionszwecken Menschenblut verwenden. Wir brandmarken es als einen Schandfleck unserer Zeit, daß man es wagen kann, einen solchen wahnwitzigen Verdacht zu erheben gegen unser Volk, das drei Jahrtausende menschheitlicher Hochkultur durchlebt hat und das der Menschheit Nächstenliebe und Humanität gelehrt. Im Namen die Solidarität der gesitteten Menschheit fordern wir die ganze Kulturwelt auf, gemeinsam mit uns den Kampf zu führen gegen die finstere Barbarei, und uns zu helfen, unsere geschändete Menschenwürde und verletzte Volksehre zu verteidigen und zu schützen. Sodann erhielt Chaim Nahum Bialik, der berühmte hebräische Dichter, das Wort zu einer Ansprache, in der er die Gründung der jüdischen Universität in Jerusalem als den Beginn einer neuen Aera feierte. Ingenieur Syrkin, Kiew, dankte dem Präsidenten des Kongresses David Wolffsohn für die umsichtige Leitung der Verhandlungen. Mit einem Schlußwort Wolf fsohns und dem tausendstimmigen Gesang der „Hatikwah“ wurde der XI. Kongreß geschlossen.