Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- Kongreß-Augabe VI (10.9.1913)
- Date
- 1913-09-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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108 DIE^EELT will, hat 100.000 Frs. gezeichnet (Stürmischer Beifall.) Das sind, meine Herren,., nur sÜUylns P^on^ die seihst zu'mir und zu Df. Weizmaon mit Eienden ^gekommen sind; Wenn wir die Sache beschließen werdÄ, werden wir'^auclr. dienötigen Millionen finden.“ Redner le Resolutionen: 1. Der elfte Zionistenkongreß erblicktem der palästinensischen Kulturarbeit einen-; wichtigen Bestandteil der allgemeinen Arbeit für die hntionale Änd^politisehe Konsolidierung des jüdischen Volkes im Lande. \ 2. Der Kongreß verpflichtet die ihm unterstehenden oder seinem Einflüsse zugänglichen Institutionen und Anstalten, ihr Möglichstes zu tun,, .damit die. hebräisch^.Sprache , auf allen. Gebieten des öffeniBchenT, Lebens in iBäästiha -vorherrschend wird. 3. Der Kongreß ist der Ansicht, daß_ von den palästinensischen Schulen versciuedeijen'JtäQgesr von den niederen T)Ä Äü-den-Hochschulen/-nur diejenigen der materiellen und moralischen Stütze würdig sind, in denen die hebräische Sprache zur vollen Herrschaft gelangt ist und als Unterrichtssprache für die verschiedenen Lehrfächer verwendet' wird. ~ 4. Der Kongreß bevollmächtigt-eine-Gruppe von Sprachforschern, die ihren beständigen Wohnsitz in Jerusalem haben, die Zentrale zu bilden für die gesamte Arbeit zur Wiederbelebung und Entwicklung der hebräischen Sprache; diese Zentrale soll in beständigem Kontakte stehen mit den jüdischen Gelehrten und Schriftstellern in der Diaspora. Der Kongreß erlegt dem Aktionskomitee die Pflicht auf, diese Zentrale in jeder Weise moralisch zu fördern und sie auch materiell zu unterstützen. Der Organisation und dem Arbeitsprogramm der Zentrale liegt das Bestreben zu Grunde, die Zelle zu bilden, aus der sich in Zukunft die hebräische philologische und literarische Akademie ausbilden soll. 5. Der Kongreß ist der Ansicht, daß der Konsolidierung, Erweiterung und Ausgestaltung der Nationalbibliothek in Jerusalem geeignet erscheint, den Einfluß der hebräischen Kultur im Lande zu stärken und zur Konzentrierung von intelligenten Kräften in Jerusalem beizutragen, die sich wissenschaftlichen Arbeiten auf verschiedenen Gebieten widmen. Der Kongreß drückt daher den Wunsch aus, daß sich das Direktorium des Jüdischen Nationalfonds mit der Leitung der Bibliothek in Verbindung setzt behufs gemeinsamer Ausarbeitung von Bedingungen, unter welchen dieses Institut in den Besitz des Nationalfonds, als der Vertretung des jüdischen Volkes, übergehen könnte. 6. Der Kongreß erblickt im Ben-Jehudahschen Wörterbuch eine bedeutsame Stütze für die Bestrebungen zur Neubelebung der hebräischen Sprache und drückt den Wunsch aus, daß die zionistische Organisation die Fortsetzung des Werkes durch materielle Hilfe fördert. 7. Der Kongreß ist der Ansicht, daß der Lehrer verband, der seit zehn Jahren in Palästina Kulturarbeit leistet, die berufene Organisation ist, die Interessen der nationalen Erziehung im Lande wahrzunehmen. Der Kongreß betrachtet es daher als Pflicht der zionistischen Organisation, zur gedeihlichen Entwicklung dieser Organisation moralisch und materiell beizutragen. 8. Eine unserer wichtigsten Aufgaben auf dem Gebiete nationaler Erziehung und nationaler Kultur ist nach Ansicht des Kongresses die Herausgabe von Lehrbüchern über verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Lehrfächer, die Gegenstand des Unterrichtes in Elementar-, Mittel- und Hochschulen sind. Der Kongreß macht es der zionistischen Organisation zur Pflicht, zur Erfüllung dieser Aufgabe vermittels des Lehrerverbandes und berufener Fachmänner beizutragen und die hiezu erforderlichen Mittel zu bewilligen. 9. Der Kongreß stellt fest, daß das von den Chowewe- Zion gegründete Lehrerinnenseminar auf den Namen Lewinskys von großer Bedeutung für die nationale Erziehungsarbeit im Lande ist und erblickt in der Befestigung, Erweiterung und Ausgestaltung dieses Instituts eine überaus wichtige Aufgabe. Der Kongreß beschließt daher, daß die zionistische Organisation für diese Anstalt sorgen und das Budget derselben gemeinsam mit den Chowewe-Zion zu gleichen Teilen bestreiten soll. 10. Der Kongreß ist der Ansicht, daß eine Hochschule — eine hebräische Universität — in Palästina einen nationalen und politischen Machtfaktor allerersten Ranges bilden würde und erblickt in der Gründung der Universität eine unserer wichtigsten und vornehmsten Aufgaben. 11. Der Kongreß beschließt, an die Vorarbeiten zur Gründung der Universität zu schreiten. 12. Der Kongreß beschließt, daß die Universität in Jerusalem gegründet werden darf, daß ferner die Unterrichtssprache für alle Lehrfächer ohne Ausnahme vom ersten Jahre ab ausschließlich das Hebräische sein darf. 13. Der Kongreß setzt eine Spezialkommission ein, die gemeinsam mit dem E. A. C. all die Vorarbeiten und Vor- ~ Nr. VI Studien hinsichtlich der Gründung der Universität besorgen solL Diese~Aufgabe involviert drei Gebiete: ä) die politische, resp. die Konzessionsfrage; b) Beschaffung der für die Vorarbeiten erforderlichen Mittel; c) Ausarbeitung dea JLehrplanes, wie auch Führung von Unterhandlungen mit den in Betracht kommenden Dozenten für die verschiedenen Disziplinen, eventuell auch die Soige für eine entsprechende Vorbereitung derselben, sei - es-lussichtlich der hebräischen Sprachkenntnisse, sei es hinsichtlich der nötigen speziellen Fortbildung in dem in Aussicht genommenen Fach. 14. Das Ergebnis ihrer. Arbeit unterbreitet die Kommission der nächsten Sitzung des Zentralausschusses, der vom Kongreß bevollmächtigt wird, über die Fortsetzung der Arbeit nach dieser Richtung zu beschließen. . Präsident Wölffsohn: Das Wort hat Herr Dr. Weizmann zu -seinem Referat über -die hebräische Universität in Jerusalem». . Auf der Sitzung des 'Großen A. C. im März wurde nach~eirigetienderHEHskussrbii der Beschluss gefaßt, die Frage der Schaffung einer Universität in Jerusalem zu erwägen, die Notwendigkeit sowie die Möglichkeit der Durchführung eines solchen Unternehmens gründlich zu studieren. Mit dieser Aufgabe wurde eine kleine Kommission betraut, die im Einvernehmen mit dem E. A. C. die nötigen Vorarbeiten leisten und dem Kongreß einen Bericht über den Stand dieser Arbeiten sowie über das Projekt selbst unterbreiten sollte. Ich will vor allem betonen, daß die Kommission wie auch das E. A. C. weder direkt noch indirekt zu den verschiedenen Zeitungsartikeln und Nachrichten in der Presse bezüglich der Universität in irgend einer Weise in Beziehung zu setzen ist. Wir waren uns der großen Schwierigkeiten, die der Realisierung einer solch gigantischen Aufgabe entgegenstehen, vollkommen bewußt und vermieden es deshalb, diese Frage in der Oeffentlichkeit zu diskutieren. Die verschiedenen Kundgebungen zugunsten des Projektes geschahen ohne unser Zutun, und das große Interesse, das die jüdische Presse sowie weite Schichten der jüdischen Gesellschaft und ganz besonders unsere studierende Jugend der Univeisitätsidee entgegenbrachten, kann als ermunterndes Zeichen der Zeit, als Beweis für die Aktualität des Projektes angeführt werden. Sie werden aus den Resolutionen, welche wir Ihnen heute zu unterbreiten die Ehre haben, ersehen, daß wir es noch nicht für angebracht halten, schon jetzt mit einer fertigen Vorlage an den Kongreß heranzutreten. Wir halten es aber für erwünscht, daß der Kongreß prinzipiell zu der Idee der Schaffung einer Universität Stellung nimmt und daß von autoritativer Stelle aus die Grundlinien der dazu nötigen Vorbereitungsarbeit festgelegt werden, und somit dem Märzbeschluß des A. C. die Sanktion erteilt wird. Schon Prof. Hermann Schapira hat sich bekanntlich lebhaft für die Gründung einer Universität ausgesprochen. Der Tod hat ihn aber ereilt, noch ehe er imstande war, seinem Gedanken die weitere Formulierung zu geben. Im Im Jahre 1901 wurde dem V. Zionistenkongreß der Antrag unterbreitet, „der Kongreß möge das A. C. beauftragen, die Frage der Gründung einer jüdischen Hochschule einem gründlichen Studium zu unterziehen“. Dieser Antrag wurde auch zum Beschluß erhoben. Theodor Herzl brachte dem Projekt ein sehr warmes Interesse entgegen und unternahm einleitende Schritte, um von der türkischen Regierung eine Konzession zu bekommen. In den Jahren 1902 bis 1904 suchten wir, eine kleine Gruppe von jungen Zionisten, eine größere Agitation für die Idee zu entfalten und ein Spezialprojekt zu entwerfen. Herzl verfolgte diese Arbeiten mit Wohlwollen. Am 20. Juli 1902 schreibt er u. a.: .Die Universitätsangelegenheit hat mein andauerndes urid unvermindertes Interesse. Lassen Sie mich dies nicht noch einmal wiederholen. Ich möchte es unserer nächsten Zusammenkunft Vorbehalten, Ihnen mündlich zu sagen, wie ich mir die Sache vorstelle.*