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Die Welt · 1913-09-07 · 4 (7.9.1913) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
4 (7.9.1913)
Date
1913-09-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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72 vorüber, das ist nicht viel, aber genug, um sich Rechenschaft zu geben, Umschau zu halten und zu sagen, inwiefern diejenigen Hoffnungen, die wir gehegt haben, sich erfüllt haben. Ich denke, wir können mit vollem Rechte sagen, daß die Grundlinien, die wir gelegt haben, ihre Zweckmäßigkeit und ihren Nutzen für unsere Bewegung vollständig erwiesen haben. Durch das Verkleinern des A. C. sind vielleicht manche Verbindungen mit den entfernten Ländern loser geworden. Das E. A. C. versucht aber das auszugleichen durch die Reisen einzelner A. C.-Mitglieder. Aber die Herren, die jetzt das A. C. bilden, haben durch ihr regelmäßiges Zusammenarbeiten witklich ein so'ches Zentralorgan ausgebildet, welches unseren Interessen entspricht. Es beteiligt sich aktiv an der Lösung aller Fragen, es hat eine dirigierende und kontrollierende Bedeutung in allen Fragen, die auf der Tagesordnung stehen. Das E. A. C. hat Ihnen einen ausführlichen Bericht vorgelegt und ich denke, daß Daten und Ziffern die vernehmlichste Sprache Es wird von mancher gegnerischer Seite gesagt: Ja, was haben denn die Herren in diesen Jahren großes geleistet? Nun meine Herren, denjenigen, die rasche Erfolge erwarten, wurde schon zu Hcrzls Zeiten gesagt, daß die raschen Erfolge in unserer Sache nicht zu erwarten sind In einer so großen Volksbewegung sollen wir nicht nach raschen Erfolgen trachten, sondern nach gründlicher, zweckmäßiger Arbeit. Und wenn Sic dasjenige prüfen, was in dieser Richtung vom E. A. C. im Laufe dieser paar Jahre geleistet worden ist. so werden Sie unbedingt sagen müssen, daß nach allen Richtungen, in allen Teilen des zionistischen Programms die größtmöglichen Anstrengungen gemacht worden sind, um weitere Schritte nach vorwärts zu machen und unsere Bewegung weiter zu führen (Beifall) in der politischen Tätigkeit, in der Palästinaarbeit, in der Organisation, in der Propaganda, sogar in der Kulturarbeit, in der verhältnismäßig weniger geleistet werden konnte» aber doch auch ernste Schritte vorwärts gemacht worden sind. Meine Herren! Die Arbeit ist selbstverständlich nicht nach allen Richtungen befriedigend geleistet worden und in der Rede des verehrten Mitgliedes des A. C., Dr. Hantke, wurden Sie darauf hingewiesen, daß noch ganze Gebiete vor unseren Augen liegen, die wir nicht bearbeiten, die wir manchmal gar nicht berühren konnten, Aber es ist den Herren vollständig klar, daß es nicht geleistet wurde, weil es nicht möglich war. Sie übernehmen es aber, diese Gebiete künftig zu bearbeiten, selbstverständlich aber nur dann, wenn wir alle mitarbeiten helfen wollen. Auf verschiedenen Gebieten haben sich schon Früchte dieser fruchtbaren Arbeit gezeigt und was zu verwundern ist, gerade auf einem solchen Gebiete, wo man das vielleicht am wenigsten erwarten konnte — das ist auf dem finanziellen Gebiete. Sie werden sich, meine Herren, erinnern an die Frage der Besteuerung der Bank, des Nationalfonds und unserer anderen Institutionen. Wiederholt wurde in den früheren Zeiten dringend darauf hingewiesen, daß wir unmöglich unsere Organisation anders leiten können. Es wurde immer behauptet, daß sie alles geben wird, was man braucht, wenn man genügend Arbeit leisten und in entsprechender Weise fordern wird. Diese Frage ist jetzt verschwunden. Denn ungeachtet dessen, daß der Leitung vorgeworfen wird, daß sie große Ausgaben gemacht habe, sind diese Ausgaben vollständig gedeckt ohne Inanspruchnahme der Finanzinstitute, ohne Besteuerung. (Beifall.) Meine Herren! Wenn wir die Arbeit dieser zweijährigen Periode betrachten, so wiederhole ich, wir können, wie Dr. Klee beim zweiten Kongreß, jetzt sagen: mit dieserReform sind wir, die für sie gekämpft haben, vollständig zufrieden. (Bravo 1 Beifall) Nun aber, wir haben auf dem letzten Kongreß nicht alles durchführen können. Nicht, weil wir nicht überzeugt waren von der Notwendigkeit desjenigen, was wir nicht durchführen konnten, sondern, weil es uns ganz unmöglich war, und ich bin überzeugt, daß wir jetzt das werden vollenden können, was uns damals nicht gelungen ist. ln dieser Beziehung will ich nur von zwei Gegenständen sprechen: vom Nationalfonds und von unseren Banken. Nr. IV Geehrter Kongreß! In der Forderung, den Sitz des Nationalfonds nach dem Sitz der Zentrale zu verlegen, ist ein Punkt enthalten, der von sehr vielen ganz außer acht gelassen wird. Es wird behauptet, daß die Sammlungen ebensogut von einem anderen Zentrum aus gemacht werden könnten, als von Berlin aus. Das stimmt vielleicht nicht ganz. Denn wenn die Energie des Zentralbureaus und des Nationalfonds vereinigt wird, könnte es mehr Nutzen für beide Institutionen geben. Etwas ganz anderes, was von großer Bedeutung ist, wird nicht berücksichtigt. Der Nationalfonds ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen die einzige kolonisatorische Institution unserer Bewegung, fast die ganze Palästinaarbeit konzentriert sich im Bureau des Nationalfonds. Und da wir, die Mitglieder des Direktoriums des Nationalfonds in allen Weltteilen verstreut sind, so folgt daraus, daß ein Mitglied, der Präsident des Direktoriums, eigentlich die ganze Palästinaarbeit verwirklicht und leitet. Und ich glaube nicht zu viel zu behaupten, wenn ich sage, daß es von großer Bedeutung wäre, daß an diesem wichtigsten Teile unserer Arbeit der Palästinaarbeit, das E. A. C. immer einen beständigen Anteil haben sollte. Das ist der Hauptbeweggrund, warum der Sitz des Nationalfonds mit mit dem Sitze des zionistischen Zentralbureaus vereinigt werden soll. Selbstverständlich wollen wir alle, daß die Person, die jetzt an der Spitze des Nationalfonds steht, ihre Arbeit auch in Berlin fortsetzen soll. (Beifall.) Das wird doppelt Nutzen bringen. Der Nationalfonds wird in seiner Tätigkeit vielen Nutzen vom E. A. C. haben. Aber auch der Leiter des Nationalfonds als Mitglied des A. C. wird nutzenbringender für unsere allgemeinen Interessen wirken können. Etwas komplizierter ist die Frage der Beziehungen zwischen den Banken und unserer Leitung. Meine Herren! Diese Frage, die jetzt im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit steht, ist nicht neu. Diese Forderung ist nicht jetzt erst vom E. A. C. erfunden worden. Ich will Ihnen einen Passus vorlesen, aus einem Artikel, der Ihnen beweisen wird, daß der Verfasser des Motivenberichtes zum Projekte des Organisationsstatuts, Herr Dr. Bodenheime r, von ganz anderen Motiven ausgehend, von dem Bedürfnis der Organisation, in der „Welt“ vom 21. Juli 1911, also vor mehr als zwei Jahren, die gleiche Forderung dargelegt hat. Herr Dr. Bodenheimer schlägt in seinem Motivenbericht vor, das Große A. C. kleiner zu machen und dann fährt er fort: Diese Voraussetzungen sind umso wichtiger, als das Gioße A. C. gleichzeitig die Mitgliedschaft des Netionalfonds sowie den Aufsichtsrat des J. C. T. repräsentieren wird, da sich die Verschiedenheit der Mitgliedschaft in diesen Institutionen als großer Uebelstand erwiesen hat. Es ist klar, wenn wir eine Körperschaft bilden, der wir große Pflichten und eine große Verantwortlichkeit auferlegen und wenn wir diese Körperschaft in zwei Teile trennen, von denen der eine von der Verantwortlichkeit und der Möglichkeit auszuarbeiten, befreit ist, so kann dieser Teil seine Energie nicht voll entfalten. In verschiedenen Fragen kolonisatorischer, palästinensischer Natur, hat sich die Schädlichkeit dieser Differenzierung klar gezeigt Welche Gründe aber bewegt die andere Seite, zu fordern, daß wir bei dem jetzigen abnormalen Zustande bleiben sollen? Die Herren sagen: Wir können Geld nicht jedermann anvertrauen. Geld ist etwas, was wichtiger ist, als eine Idee, als das Prestige der Organisation, als alle Interessen der zionistischen Bewegung; diese können wir allen anvertrauen, die der Kongreß wählt, aber Geldfragen können wir nicht jedermann anvertrauen. Meine Herren! Ich überlasse Ihnen, zu beurteilen, inwiefeme das begründet ist. Ich will nur bemerken: es war früher bei uns Brauch, daß wir in den Aufsichtsrat nur Persönlichkeiten wählten, die zum zweiten Mal in das Große A. C. entsandt worden waren. Wenn die Herren verlangen sollten, daß wir auch zur Beteiligung an den Angelegenheiten der Finanzinstitutionen, des Nationalfonds und der Bank nur diejenigen zulassen, die sozusagen in dieser Weise Fähigkeiten bewiesen haben, so könnten wir diese Konzession machen, daß wir die gleiche Vorschrift für den Aufsichtsrat und die Generalversammlungen des Nationalfonds normieren. Weiter aber dürfen wir meiner Meinung nach auf keinen Fall gehen. Und nun, geehrter Kongreß! Was den Nationalfonds anbelangt, so glaube D1E3|EELT

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