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Die Welt · 1913-09-07 · 4 (7.9.1913) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
4 (7.9.1913)
Date
1913-09-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. IV 67 DIE^EELT rikanischen Delegierten vor, daß der Bericht des A. C. in Anerkennung seiner Arbeit angenommen und gebilligt werden soll. Ferner bringe ich zur Kenntnis, daß der einzige Redner der amerikanischen Fraktion, der auf der Liste stand und in der Lage ist, sich über die Stimmung in den amerikanischen Staaten zu äußern, hier nicht zu Wort gekommen ist. Ich bitte daher, zu gestatten, daß Herr Abraham Goldberg einige Worte an den Krongreß richte. Abraham Goldberg (jiddisch.) Verehrter Kongreß! Ich will jiddisch reden, nicht aus Demonstration, sondern weil ich überzeugt bin, daß die Deutschen mich verstehen werden. Sie sollen wissen, daß es der erste Kongreß ist, zu dem 33 Delegierte direkt aus Amerika gekommen sind, und daß diese 33 nicht zu denen gehören, die sich aus eigener Tasche alles bezahlen können. Das bedeutet, daß sich dieMassenam Zionismus beteiligt haben. (Beifall.) Wir stimmen mit jenen überein, die da erklärt haben, daß wir nicht zwei Parteien in der Partei anerkennen sollen, die im jüdischen Volke noch in der Minorität sich befindet. Wir glauben, daß der ganze Krieg der beiden Richtungen besser ausgenützt werden könnte, indem man das Volk zu uns bringt. Man redet immer von Prinzipien, aber dahinter versteckt sich ein scharfer Personenkultus. Wenn Wolffsohn zu der Zeit, da der Kampf gegen ihn geführt wurde, den Kampf prinzipiell ausgekochten hätte, dann hätte er bei uns Anhänger bekommen, so viel er wollte. Wir sind mit der Arbeit des A. C. einverstanden, aber zugleich glauben wir, daß es für die Interessen der Bewegung notwendig ist, daß eine Richtung die andere ergänzt, nicht aber daß man zwei Lager schafft. Durch den Ausdruck des Vertrauens zur Leitung sagen wir, daß sie in der Agitation sehr fähig gewesen ist, aber in vielen anderen Dingen, in der Politik, in der praktischen Arbeit war sie nicht auf der Höhe, weil es an Menschen in der Leitung gefehlt hat, die im richtigen Moment gefühlt haben, daß sie appellieren sollen. Es muß betont werden, daß die Leitung nicht einseitig sein darf und daß sie hervorragende Männer von uns nicht wegziehen läßt. Wir als Amerikaner sind absolut unpaiteiisch. Wir schätzen Ussischkin und Marmorek und sagen, daß für beide Platz ist. Wir haben in Amerika 2V2 Millionen freie Juden, die noch nicht zum Zionismus gekommen sind, und wenn wir diese gewinnen, so werden wir auch Palästina erwerben. Ich beantrage, die Abstimmung über den Beschluß auf Gewährung des Vertrauens zu trennen von dem Antrag über die Bank, über den man noch debattieren lassen soll. (Beifall.) Delegierter Jean Fischer: Sie haben heute zwei Herren sprechen hören, die auf einem anderen Standpunkte stehen als ich. Sie haben behauptet, ich hätte Ihnen gestern nur negativ gezeigt, wie man es nicht machen kann. Wie man es positiv machen kann, hätte ich nicht gesagt. Hoher Kongreß! Ich glaube, daß die Stenographen nicht identisch sind mit den Redakteuren der „Welt“ und daß Sie Gelegenheit haben werden, die Rede nachzulesen. Ich kann mich als politischer Zionist durch noch so heftige Angriffe nicht davon abbringen lassen, zu sagen, was ich weiß. Unser Präsident, Herr Wolffsohn, hat mich ermahnt, ich solle mich kurz fassen, und darum verzichte ich darauf, Ihnen die Geschichte von der politischen Konferenz in Paris zu erzählen. Wäre ich in der Lage gewesen, dies zu tun, so hätten Sie die Ueberzeugung gewonnen, daß wir nicht nur Kritik geübt, sondern daß wir auch positive Arbeit geleistet Schlußwort Dr. Hantkes Der Vorsitzende des E. A. C., Herr Prof. Warburg, hatte die Absicht, jetzt hier namens des E. A. C. das Schlußwort zu sprechen, um dadurch auch nach außen zu dokumentieren, daß sich das E. A. C. in seinem Berichte und seinen Ansichten vollkommen solidarisch fühlt. Nur weil Herr Prof. Warburg infolge der Ihnen bekannten Umstände gezwungen ist, auf zwei Tage zu verreisen, bin ich wieder ausersehen worden, auch das Schlußwort namens meiner Kollegen zu sprechen. Unsere Generaldebatte hat einen ganz merkwürdigen Charakter angenommen. Ich will nicht davon sprechen, daß einige Redner wieder die alte Frage „Politisch oder praktisch?“ angeregt haben. Diese Frage ist schon so oft behandelt worden und diesmal in der Diskussion gut beleuchtet worden, daß Sie es verstehen werden, daß ich über diese theoretische Frage hinweggehe. Merkwürdig ist meines Erachtens in der Debatte, daß die wichtigsten Ergebnisse der letzten Periode im Grunde genommen gar nicht berührt worden sind. Nur so konnte es kommen, daß man den Eindruck gewann, wir brauchen noch einen Friedenskongreß. Wenn es je die Möglichkeit des Friedenskongresses in dem Sinne gegeben hat, daß man auf einer weitgehend gemeinsamen Grundlage zur Beratung zusammengetreten ist, so ist es jetzt der Fall, denn die wichtigsten Fragen der früheren Kongresse sind ja aus der Diskussion entschwunden. Sprechen Sie mit einem Worte darüber, wo das Aktionskomitee sitzen soll, wer seine Mitglieder sein sollen, und nach welchen Prinzipien sie ausgewählt werden sollen? Nein, darüber sprachen Sie gar nichts! Das ist doch ein sehr großer Fortschritt gegen früher und wir haben diesen Fortschritt doch nicht erreicht, weil wir persönlich etwa die und die Verdienste uns erworben haben, sondern weil es uns gelungen ist, diese Frage auf dem vorigen Kongreß aus dem persönlichen Kampfe auf den festen Untergrund von Prinzipien zu bringen. Und das bitte ich Sie festzuhalten. Es steht für die Zukunft fest, daß das E. A. C. in einem jüdischen Zentrum sein muß, daß es kollegial arbeiten muß. Es steht ferner fest außerhalb jeder Debatte, daß im Großen A. C. alle Richtungen vertreten sein müssen, und man hätte nach der vorangegangenen Debatte vielleicht den Eindruck haben können, als ob wir hergekommen sind, um die Grundlage unserer Organisation anzugreifen. Ich muß es nochmals erklären, wir kämpfen gegen keine Personen, wir kämpfen gegen keine einzige Person, die Opposition gemacht hat. Wir kämpfen überhaupt nicht gegen Personen, sondern wir kämpfen für ein System, und dieses System ist dasjenige, auf das Sie sich auf dem vorigen Kongreß geeinigt haben und wodurch die Arbeit der letzten zwei Jahre als richtig erwiesen worden ist. Ich greife mit Vergnügen das Wort der Opposition auf, daß wir eine „merkantilistische“ Note in den Zionismus gebracht haben. Wie das Wort gemeint war, ist es falsch. Ich glaube, sagen zu können, daß wir als Gesamtkollegium mehr für die ideale Seite unserer Bewegung getan haben, als Sie es vielleicht erwartet haben. Ich glaube, sagen zu können, daß, wenn wir in dieser unangenehmen Debatte irgendeine Befriedigung empfinden, dann ist es die, daß die geistigen Potenzen der jüdisch-nationalen Bewegung den intimen Zusammenhang mit der Organisation wiedergefunden haben. (Beifall und Händeklatschen.) Und wenn es einen zweiten Punkt gibt, dann ist es die Tatsache, daß wir zum erstenmal wieder seit den ersten Jahren unserer großen Begeisterung auf diesem Kongresse eine neue Generation vertreten sehen von jungen Zionisten, welche wieder, wie in den früheren Jahren, bereit ist, alles für die Idee zu opfern. Da soll mir niemand kommen mit „merkantilistischen Noten“, weil wir das Verbrechen begangen haben, mit keinem Defizit vor Sie hinzutreten. (Beifall, Händeklatschen.) Sie wissen, wie schwer es ist, bei den herrschenden unangenehmen Verhältnissen den Osten zu organisieren und Sie wissen andererseits, von welcher Bedeutung die kleine Organisation russischer Studenten in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gewesen ist. Sehen Sie sich die Männer aus Rußland an, die heute an der Spitze unserer Bewegung sind, sie sind das Produkt dieser kleinen Vereinigung, und wenn wir heute sagen können, daß es uns gelungen ist, wieder solche kleine Zentren zu schaffen, so wollen Sie das anerkennen, daß wir die Garantien geschaffen haben, daß w i r in 20 Jahren auch wieder Führer des Zionismus traben werden. Und da kommen Sie nicht mit den kleinlichen Fragen und

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