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Die Welt · 1913-09-07 · 4 (7.9.1913) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
4 (7.9.1913)
Date
1913-09-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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63 DIE5IELT Nr. IV mannscbaften und in den verschiedenen Organisationen. Das E. A. C. hat es verstanden, sich mit den Angelegenheiten der Landsmannschaften zu befassen und auf die Landsmannschaften einen Einfluß auszuüben, alle Organisationen nach Möglichkeit zu stützen und eine Gesundung der Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. Es hat nach demokratischen Grundsätzen gehandelt, es stand nicht in der Ferne, sondern es ging hinein in die Massen, die für uns vorhanden sind. Das ist ein Vorteil und ein Vorzug. Hätte sie ihn nur nach einer Richtung hin ausgeübt, nur um Fragen zu beraten, die dem Zionismus angehen, nicht aber die Parteipolitik, dann würde ich sagen: es ist eine Glanzleistung, es ist Eure beste Tat. Geben wir doch zu, daß alle diese Reisen an und für sich eine der gewaltigsten zionistischen Propagandataten waren. Wo wir von unseren Mitgliedern Arbeit für die Propaganda verlangen, da müssen wir es in erster Reihe von unseren Führern erwarten. Die Leitung hat hierin als Muster und Beispiel zu dienen. Sie muß dort sein, wo sie den Gegner des Zionismus vor sich hat, und diese Arbeit ist in großzügiger Weise in der letzten Zeit geleistet worden. Und darum sage ich: Zieht man das Fazit auf der positiven und negativen Seite, so müssen wir sagen: D a s E. A. C. hat an Positivem unvergleichlich mehrgeleistet, als Negatives verschuldet. (Stürmischer Beifall.) Nur über einen Punkt möchte ich mich hier nur ganz reserviert äußern: Ich stehe auch nach den Ausführungen des Herrn Fischer und nach den Ausführungen des Herrn Kann, die er hier Vorbringen wird — ich kenne sie nämlich schon — noch immer voll und ganz für die Palästinaarbeit ein und verstehe gar nicht, wie man anders verfahren kann. Nun wird Herr Kann sagen: Habe ich denn jemals gegen die Palästinaarbeit gesprochen? Ich bin doch immer nur für praktische Palästinaarbeit eingetreten! Darauf möchte ich Herrn Kann fragen: Ist das praktische Arbeit, wie er gegen die Palästinaarbeit handelt? Ist das nicht höchst unpraktisch, wie er gegen die Palästinaarbeit kämpft? Wenn Herr Kann zu uns gekommen wäre und gesagt hätte: dies geht nicht, dies muß geändert werden, da werden sich Schäden ergeben, dann wäre dem gewiß Folge gegeben worden. Wir sind doch alle verantwortlich, wir wollen doch alle, daß die Palästinaarbeit gedeiht, weil ja der Zusammenbruch dieser Arbeit für unsere Sache eine der ungeheuerlichsten Enttäuschungen sein würde. Herr Kann kam immer zu uns wie zu Feinden, als ob w i r die Absicht hätten, eine bankerotte Sache in Palästina zu unternehmen, und e r eine nicht bankerotte Sache. Da fragte ich mich; wäre es nicht eine der wunderbarsten Aufgaben für diejenigen, die uns so bekämpfen, aus Privatinitiative, die von ihnen so sehr empfohlen wird, eine mächtige Gesellschaft zu gründen, die uns ein Muster und Beispiel sein soll? (Bravo, stürmischer Beifall.) Ist eine solche Gesellschaft vorhanden, hat sie wirklich etwas Positives geleistet? Hat sie uns die Wege gezeigt? Wir wären die ersten, welche sie beschreiten würden. Aber nur zu kommen und zu sagen: die Palästinaarbeit ist nicht gut, die Palästinaarbeit hat nichts Positives geleistet. Zu einer Zeit, in der wir wissen, welche Macht die Palästinaarbeit für die gesamte Propaganda hat, wo wir wissen, daß es gar nicht wahr ist, zu einer solchen Zeit immer mit einer derartigen Theorie zu kommen, das halte ich für eine Rehabilitierung des E. A. C. Wenn es sich mit Parteipolitik befaßt, so war es eine Folge der Politik der Herren Kann und seiner Gesinnungsgenossen. (Stürmischer Beifall.) Sie wissen, daß ich für die Personen gekämpft habe und besonders für Herrn Wolffsohn; ich bedauere nicht, es getan zu haben. Ich gehöre nicht zu denen, die einen Mann, wie Wolffsohn auch nur im Traume ausschalten möchten; aber eines möchte ich Ihnen sagen, als damals der Kongreß zu Ende war und die einen Personen durch die anderen ersetzt waren, da habe ich mir gesagt: Was müßten die alten Personen jetzt tun? Nicht ein einzigesmal gegen das E. A. C. auftreten, nicht ein einzigesmal gegen die Arbeit in Palästina. Im Verlaufe von zwei Jahren wird Palästina doch gewiß nicht zu Grunde gerichtet werden, wird unsere zionistische Organisation nicht zersprengt werden. Und weiter müßten die abgetretenen Herren die Leitung selbst stützen und zweitens die eigene positive Arbeit noch einmal zeigen. Wenn dann heute nicht lediglich eine solche Kritik geübt würde, sondern eine positive Arbeit vor uns stünde, dann würden wir die ersten sein, die der Leitung Zurufen würden: Zurück! Die alten Männer wieder an ihre Stelle. Soll immer nur ein Kampf zwischen den einen und den anderen Personen sein? Sind wir denn so reich an Personen, daß wir unsere Kräfte und Energien vergeuden können und nicht statt dessen eine solche Vereinigung finden können, daß unser Kampf sich gegen ein anderes Lager richten könnte. Heute stehen wir wiederum vor der Tatsache, daß wir einen Kampf haben und er äußert sich auf einem ganz bestimmten Gebiete. Das ist die Bank. Seit 14 Jahren stehe ich auf demselben Standpunkte. Man macht mir auch oft den Vorwurf, daß ich etwas starr bin. Ich stehe auf dem Standpunkte, daß die Bank eine zionistische ist. Keine andere. Und ich protestiere auf das energischste dagegen, daß man die Behauptung verbreitet, die Bank wäre eine Bank von Fremden. Eine derartige Behauptung entspricht erstens einmal nicht den Tatsachen. Die zionistische Bank, die sich Jüdische Kolonialbank nennt, ist von Zionisten nicht nur gegründet worden, sondern auch die meisten Aktien sind damals von Zionisten gezeichnet worden. Und wenn es der Fall sein sollte, daß selbst ’ ein großer Teil der Aktien von Nichtzionisten gezeichnet wurde, so müssen Sie bedenken, daß dann die Aktien den Zionisten gegeben wurden, und daß man ihnen mit Rücksicht auf das Vertrauen zum Zionismus diese gegeben hat. Die Personen, die Juden, welche damals für die Jüdische Kolonialbank unter einem ungeheueren Anstürme gezeichnet haben, so daß im Verlaufe von zwei Jahren Millionen gesammelt wurden; die Juden haben damals nicht einen Augenblick gezweifelt, wem sie das Geld geben und sie haben die Personen auch nicht gekannt und nicht um Personen halber gegeben, sondern einer bestimmten Idee halber. Ich habe noch niemals außerhalb der zionistischen Reihen, einen Vorwurf gegen die Kolonialbank gehört, weil sie etwa Palästinainstitute unterstützt hat. Man sollte nur ein Referendum vornehmen, dann werden Sie hören, was das Resultat ist. Und da die Bank eine zionistische ist, so vertrete ich auch heute den Standpunkt wie bereits vor 14 Jahren, daß sich die zionistische Bank in den Händen der Vertretung der zionistischen Bewegung befinden soll. Voll und ganz ohne Konzessionen. Ich stehe nicht auf dem Standpunkte des Kompromisses. Wie ist denn der gegenwärtige Zustand? Ein Teil des A. C., der die Bezeichnung Aufsichtsrat trägt, soll gewissermaßen dem Direktorium untergeordnet sein. So schaffen wir ein Institut außerhalb uns, denn wir wählen nicht den Aufsichtsrat, denn er wird gewählt vom Direktorium. Würden Sie kommen und sagen, wir haben ein E. A. C. und wollen noch eine andere Leitung haben, das würde ich verstehen. Ist das, was Sie wollen, denn überhaupt ein Prinzip? .Schützet die Bank!“ Was heißt es denn: Schützet die Bank? Soviel Vertrauen habe ich zum A. C, daß es die Gelder nicht für sich mit Beschlag belegen wird. Handelt es sich denn um Bankgeschäfte, um Details? Die Fragen, in denen es Konflikte gibt, sind derartig, daß sie jeder von uns genau versteht. Und da dürfen Sie niemandem von uns die Hände binden. Die Bank befindet sich heute in absoluter Stagnation. Ich weiß nicht, ob das ein Erfolg des Schutzes ist, den man ihr hat angedeihen lassen. Wieso kommt es, daß für den Nationalfonds Hunderttausende gesammelt werden und für die Jüdische Kolonialbank so wenig zusammenkommt. Vielleicht ist gerade das Prinzip des Schutzes ein sehr schädliches gewesen. Nun, meine Damen und Herren, weiter: Was für eine Wahl wird Zustandekommen, wenn Sie den Beschluß fassen sollten, daß das A. C. mit dem Aufsichtsrate nicht identisch sein sollte. Es heißt, da wird verhandelt werden zwischen einzelnen Personen, ob die Liste so oder so sein soll. Und da wird über jeden verhandelt werden und gefragt werden: Ist es mein Mann oder nicht? Das ist für uns demoralisierend. Das ist ein Zustand, den wir nicht aufrecht erhalten können. Wir können nicht eine derartige Wahl zustande kommen lassen. Und wenn Sie es darauf hinauslaufen lassen sollten, ich für meine Person würde es nicht für eine hohe Ehre betrachten, in so ein A. C. hinein zu gehören. Und dann weiter: Gewöhnlich

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