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Die Welt · 1913-08-15 · 33 (15.8.1913) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
33 (15.8.1913)
Date
1913-08-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1060 DIElggELT Nr. 33 Nur die iiiiitiiiiiiiiiiiiiumiiniiii Tnm mn 1^ mmim i uumn^i mmmnu f^li von Mk. 120, Kr. 1.40, Rbl. 0.65, sh. 115, Hfl. 0,85, Doll. 0.35, Frcs. 1.80 an den Verlag der „Welt“, Berlin W15, Sächsische Straße 8 garantiert den Abonnenten der „Welt“ eine pünktliche Zustellung der Kongressnummem. Die Überweisung der Beträge aus Deutschland und Österreich- Ungarn erfolgt kostenlos per Postscheck, aus allen übrigen Ländern in Briefmarken. iHiiiiiimiiiiumiiuiiiitmiMiimiiiniuiiiiii habe. Wir sowohl als auch noch die Jugend von Rischon begleiteten ihn weiter nach Rechoboth, von wo aus die jungen Reiter uns bald entgegenkamen. Die Freudenschüsse wollten kein Ende nehmen. Einer der Rechobother Reiter stellte sich auf den Sattel seines Pferdes, begrüßte Herzl im Namen seiner Kolonie und sprach den Wunsch aus, daß die Felder, auf denen wir uns befanden, bald uns gehören möchten, damit die beiden Kolonien aneinander grenzten (ein Wunsch, der inzwischen in Erfüllung gegangen ist). Dr. Herzl stieg aus seinem Wagen, überblickte die fröhliche Reiterschar und das große Gefolge der Fußgänger und war von dem Bilde, das sich ihm bot, derart ergriffen, daß ihm Tränen aus den Augen traten, die auf seinem schwarzen Bart hinabrollten — gleich den Tropfen des Morgentaues, die Blumenkelche benetzen." Gegen diese Ansicht sprach Scheinkin in der Diskussion. — Es ist interessant, daß die Idee der Kleinbauem-Kolonisation früher von anderer Seite, z. B. von B a r s i 1 a i, vertreten wurde, damals aber auf den Widerstand der Arbeiterschaft stieß. Der anhaltenden publizistischen Aufklärung Wilkanskys ist es jedoch gelungen, diesen Widerstand zu überwinden. — Die Verwaltung der Kolonialbank erfährt in einem neun Spalten langen Artikel der letzten Nummer des „Hapoel Hazair“ eine scharfe, auf Zahlenangaben beruhende Kritik, die wegen ihres großen Umfanges hier nicht wiedergegeben werden kann. Ebenfalls auf dem Gebiete der Landwirtschaft wird jetzt ein mehr positiver Vorschlag für den Kongreß vorbereitet. Nach der Ansicht des „Hapoel Hazair" sind die landwirtschaftlichen Lehrfarmen, wie sie jetzt bestehen oder geplant werden, reformbedürftig. Im allgemeinen herrscht die Meinung vor, daß die Lehrfarmen für die neuen Arbeiter notwendig sind. Infolgedessen trägt die Lehrfarm teilweise den Charakter einer Schule, was einerseits bedenkliche Defizite zur Folge hat und andererseits auch auf die neuen Arbeiter schlecht einwirkt. Nach dem Vorschlag des Arbeiters Zwi J e h u d a h soll der neue Arbeiter zunächst wie bisher bei Kolonisten oder Arbeitergenossenschaften die primitiven Arbeiten erlernen. Und erst wenn er ein richtiger Landarbeiter geworden ist und durch seine Arbeitsleistung seinen Lebensunterhalt vollauf verdient, tritt er in die Lehrfarm ein, die dann der Spezialisierung und der Vervollkommnung dient. Diese reformierte Lehrfarm sollte sich spezielle Aufgaben stellen, beispielsweise eine gediegene Ausbildung in der Kleinfarmerei durch intensiven Gemüsebau usw. zu geben. Da sie es mit bereits erfahrenen Arbeitern zu tun hätte, so müßten die Unkosten nicht groß sein. Unzweifelhaft spricht vieles für diesen sympathischen Vorschlag, und denkt man mehr darüber nach, so fällt einem die Aehnlichkeit mit der Methode Booker Washingtons auf, die so beispiellose Erfolge erzielt hat. Es wäre sehr erwünscht, wenn unsere Fachleute sich noch vor dem Kongreß zu diesem Vorschlag äußerten. Herzl-Gedächtnlsfefern in Palästina Wie in früheren Jahren, so wurde auch diesmal in sämtlichen nationalen Schulen Palästinas am 20. Tamus eine Herzl- Gedächtnisfeier veranstaltet. Da der 20. Tamus in diesem Jahre auf einen Freitag fiel, so mußten die öffentlichen Veranstaltungen am Donnerstag oder am Samstag abend stattfinden. Jm Jerusalemer Beth-Am sprach S. Schiller, in der dortigen Synagoge „Jabneh" D. Jellin, S. Rafael i, E. Deinard, Rabbiner Fischmann u. a. In Jaffa veranstalteten die Handwerker eine Herzl-Feier in ihrer Synagoge und die übrige Bevölkerung in der Aula des Gymnasiums. Ansprachen hielten Scheinkin, Barsilai, Mossinsohn, Bogratschoff, Hos u. a. Alle Veranstaltungen waren überfüllt. Es wurden Schekel und Nationalfonds-Marken abgesetzt. Der Verein der jungen Jemeniten in Jaffa veranstaltete eine Herzl-Feier am Montag abend. Vorbereitungen zum Wiener Kongreß Auch in dieser Woche veranstaltete der „Hapoel Hazair" eine Kongreßversammlung, in der Agronom J. Wilkansky über „Die Aufgaben des Jüdischen Nationalfonds" sprach. Er meinte, daß der Boden in Palästina bei tüchtiger Selbstbewirtschaftung wohl seinen Mann redlich ernähre, daß er aber noch für Jahre hinaus nicht als eigentliche Kapitalsanlage in Betracht komme. Infolgedessen erblickt W. die einzige Aufgabe des Nationalfonds in der Schaffung von Siedlungen solcher Kleinbauern, die vom Ertrage der von ihnen selbst bestellten Parzelle leben wollen, und wendet sich daher scharf gegen die Verwendung der Gelder des Nationalfonds für andere Zwecke sowie gegen das Vorherrschen des Prinzips der „Rentabilität" auch beim Nationalfonds. Auch die Frage der Universität betrachtet W. als eine bedenkliche Ablenkung. Aus der galiläischen Kolonie Jibnael Jemenitische Landarbeiter Jibnael (Jemma). Es ist jetzt über ein Jahr her, seit wir in unserer Kolonie unsere Brüder aus dem Jemen aufgenommen haben. Wir müssen gestehen, daß wir zunächst etwas pessimistisch gewesen sind. Die erste jemenitische Gruppe, die hier eintraf, war aus der Gegend S c h a r a b, die seit Jahrhunderten wegen des dort mit Eifer betriebenen Studiums der Kabbala im ganzen Jemen berühmt ist. Auch unsere Jemeniten waren gelehrte Leute, aber wenig dem werktätigen Leben zugetan. Die hiesigen Arbeitsverhältnisse sind mehr für Akkordarbeit berechnet. Die Scharaber Jemeniten wollten aber nur Tagelöhnerarbeit verrichten, und da solche nicht immer zu haben war, blieben sie häufig arbeitslos. Wir waren daher anfangs wenig erfreut, als bald ein zweiter Trupp Jemeniten eintraf. Es zeigte sich aber bald, daß diese ein anderer Menschenschlag waren. Wenn sie auch in der Lehre den ersteren nahestanden, so übertrafen sie sie in Sachen der Arbeit. Sie fingen auch gleich am zweiten Tage nach ihrer Ankunft, obwohl sie von der Reise noch sehr erschöpft waren, zu arbeiten an, und zwar war es ihnen einerlei, ob im Akkord oder im Tagelohn. Dies wirkte auch auf die Scharaber zurück, die den neu zugewanderten Jemeniten nicht nachstehen wollten. Sie arbeiten jetzt alle, mit Ausnahme von einigen Scharaber Familien, die zu ihren Verwandten in Judäa übergesiedelt sind, hier in der Kolonie und in der benachbarten Farm P o r i a h, die der ersten amerikanischen „Achusah" von St. Louis (begründet von S. Goldmann) gehört. Es ist kennzeichnend für ihre wirtschaftliche Lage, daß nur vier große Familien, die bloß je einen erwerbsfähigen Mann haben, genötigt waren, zu Pessach kleine Darlehen aufzunehmen. Die Beziehungen zwischen der Kolonie und den Jemeniten sind recht gut. Man stellte ihnen das ganze Jahr hin-

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