Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 27 (4.7.1913)
- Date
- 1913-07-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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860 DIE2§EELT Im Fall Wodonosowa, wo der N.-F. als Erbe eingesetzt wurde, hat aber der Petersburger Kameralhof die Anwendung des oben angeführten Artikels auf den N.-F. unter Hinweis darauf, daß er sich nur auf juristische Personen, die in Rußland (nicht aber im Auslande) ihren Sitz haben, erstreckt, angefochten. Das Gesetz weiß aber nichts von dieser Zweiteilung. Sollte sich die Ansicht des Kamerälhofes doch durchringen und vom Kassationsgerichte als richtig anerkannt werden, Nr. 27 so müßten alle Erbschaften und formelle Schenkungen zugunsten des N.-F., wenn sie den Betrag von 1000 Rbl. übersteigen, eine Erbschaftssteuer von 12 o/o des Betrages bzw. des Wertes der Erbschaft entrichten, ln solchem Falle dürfte es auch in Rußland möglich sein, an Stelle eines Vermächtnisses einen Leibrentenvertrag zu schließen, durch welchen eine Person ihr Vermögen oder einen Teil desselben dem N.-F. aushändigt und sich eine Leibrente für die Dauer ihres Lebens ausbedingt. PALASTINA-RUNDSCHAU Die ersten Absolventen des Jaffaer hebräischen Gymnasiums (Von unserem Berichterstatter.) Der 4. Siwan (0. Juni) d. J. wird ein Gedenktag bleiben in der Geschichte des ersten hebräischen Gymnasiums in Palästina: an diesem Tage verließen die ersten Absolventen, 10 Jünglinge und 5 Mädchen, die Jaffaer Anstalt. Innere und äußere Vorfälle trugen dazu bei, diesem Tage seine besondere Weihe zu verleihen. Mehr als die Erwachsenen, mehr auch als die Lehrer empfanden die Schüler selbst die Bedeutung dieses Tages. In der vorhergehenden Nacht schmückten sie das Gymnasium, insbesondere das Zimmer der achten Klasse, in festlicher Weise. Es fügte sich, daß an diesem Tage gerade Dr. J. L. Metm a n n die letzte Unterrichtsstunde (über die palästinensische Pflanzenwelt) zu geben hatte. Was muß dieser Mann, der Gründer des hebräischen Gymnasiums, in jener Stunde empfunden haben, er, der diese historische Leistung seinerzeit auf eigene Verantwortung, von allen Seiten auf das heftigste bekämpft und aller Hilfsmittel ermangelnd, vollbrachte? Während die Schüler, die mit ganz ungewöhnlicher Liebe an dem Gymnasium hängen, in dieser Abschiedsstunde die Tränen nicht zurückdrängen konnten, sprach er in ganz schlichten Worten seine Freude aus, daß es ihm vergönnt war, sie in diesen acht Jahren in der hebräischen Literatur und in der palästinischen Pflanzenkunde zu unterrichten. Als die Abiturienten das Klassenzimmer verließen, überreichten ihnen ihre Mitschüler aus sämtlichen Klassen Blumen. Die erste Klasse schrieb dazu: „Auf daß ihr nach acht Jahren unsere Wegweiser seid." Wie bereits mitgeteilt, besuchte vor kurzem der Jerusalemer Gouverneur, Mugid Bey, das Jaffaer Gymnasium. Da er selbst früher einmal Lehrer einer höheren Lehranstalt gewesen ist, brachte er dem Unterricht im Gymnasium das größte Interesse entgegen und prüfte mehrere Stunden hindurch die Schüler in verschiedenen Fächern. Er sprach zum Schluß seine Freude über den großen Fortschritt der Schule aus und äußerte auch den Wunsch, ein paar gesellige Stunden im Kreise der Lehrer zu verbringen. Dem Wunsche entsprechend wurde am 9. Juni in der Aula des Gymnasiums zu Ehren des Gouverneurs und der Absolventen ein musikalischer Abend veranstaltet, der einen wohlgelungenen Verlauf nahm. Spät in der Nacht verabschiedeten sich der Gouverneur, der Die ersten Absolventen des hebräischen Gymnasiums in Jaffa ■ -^2$