Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1913-06-27 · 26 (27.6.1913) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
26 (27.6.1913)
Date
1913-06-27
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316567-3316600--57617-3376083
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 26 DIEX&ELT 839 Nachdenken. Dabei hält es sich bewußt von Landläufigem ferne und erweitert dadurch den geistigen Geschichtskreis der jungen Leser. Neben Erzählungen Berthold Auerbachs, Leopold Komperts und Kuttners finden wir Schöpfungen Bj. Björnsons und anderer Größen der allgemeinen Literatur. Die Aufnahme des Björnsonschen Aufsatzes ist besonders verdienstlich, da dieser in unbefangener Weise das jüdische Solidaritätsgefühl und die natürliche Achtung des verständnisvollen Außenstehenden für diese vielfach bekämpfte Erscheinung zur Darstellung bringt. Eine besondere Note erhält dieses Sammelwerk durch die Einfügung einer ästhetischen Untersuchung des Verhältnisses von Jozef Israels zu Remb ran dt. Arthur Galliner hat in einer dem jugendlichen Verständnis angemessenen Weise die Parallele durchgeführt und durch Reproduktionen — die allerdings bei dem heutigen Stand der Technik wenig befriedigen — seine Auseinandersetzungen erhärtet. Die Einführung in ein der Jugend im allgemeinen fernliegendes Gebiet wird auf diese Weise vorteilhaft besorgt. Durch die gute Buchausstattung wird ebenfalls der Wert der Schrift sehr erhöht und der rein unternehmermäßige Eindruck glücklich vermieden, der für gewöhnlich durch Lesebücher hervorgerufen wird und den auch der Unerwachsene empfindet. Das gleiche Lob ist dem im selben Verlag erschienenen Erziehungsbuch „Bausteine" zu zollen. Dem Inhalte entsprechend wendet sich diese Auswahl an ein höheres Alter. Die Sammlung berücksichtigt daher vorzugsweise Darstellungen der jüdischen Vergangenheit aus allen Zeiten. Durch die Einschränkung der Verwendung dichterischer Erzeugnisse ist die Zahl der unterrichtenden Darstellungen gesteigert worden, die sich auch auf das Feld der religiösen Belehrung erstrecken. Dabei verstanden es die Herausgeber, auch im Gewände des Humors ihre Ziele zu verfolgen, wie die Heranziehung von „Morizchens Tagebuch" beweist. Auch die yiddisehe Literatur unserer Tage kommt in einem ihrer besten Vertreter mit einer Geschichte von J. L. P e r e z zu Worte. Daneben stehen Schöpfungen von Zangwill, B. Auerbach, P. Wengeroff, von Lazarus, Philippson und Graetz, denen sich eine glückliche Auswahl von Werken des Freiherrn von Münchhausen und Roseggers vorteilhaft zugesellt. Die Verbreitung solch musterhafter Jugendschriften ist sehr wünschenswert, und vor allem ist das jüdische Haus, die Familie berufen, mit diesen Hilfsmitteln die „Jüdischkeit" ins Herz der heran wachsenden Generation zu pfanzen. Daß die jüdische Schule dieses Unternehmen tatkräftig fördern sollte, versteht sich von selbst. Berlin. Theo Harburger. Dr. Zemach Rabbiner: „Las Madres Judias della Epoca Biblica“. Im Selbstverläge des Autors, gedruckt bei Is. Gabai, Konstantinopel, 1913. (500 Seiten.) Mit seinem Buche über die jüdischen Mütter hat der gelehrte Verfasser die jüdische populärwissenschaftliche Literatur um eine höchst interessante Schrift bereichert. Wer da weiß, vie ausgestorben alles literarische und wissenschaftliche Leben i spaniolischer Sprache und unter den Nachkommen der großen juden der pyrenäischen Halbinsel in unseren Tagen ist, der wird den außerordentlichen Mut dieses aschkenasischen, aus Rußland stammenden Juden bewundern, der sich in dieses halbzerstörte Gebiet hineingewagt hat, und wird ihm mit Anerkennung bezeugen, daß er sich mit seinem Versuche ein geradezu historisches Verdienst erworben hat. Dr. Rabbiner hat nicht weniger gewollt, als das Interesse der einfachen spaniolischen Welt an Werten jüdischer Wissenschaft und jüdisch-ethischer Ideale wieder auferwecken. Er hat seinen beliebten, geistreichen und von unverwüstlichem Idealismus getragenen Predigten, die ihm erst in Bulgarien, dann besonders in Bosnien als Rabbiner von Serajewo, und endlich in Konstantinopel einen ausgezeichneten Namen verschafft haben, neue, geschriebene und so dauernder wirksame hinzugefügt. Der Verfasser beherrscht meisterhaft den spaniolischen Volksdialekt, dem er die Würze seines ostjüdischen Witzes hinzufügt, und ebenso tief wie in das Idiom, ist er auch in das Seelenleben dieses Völkchens eingedrungen. Das Buch ist nicht nur mit reichem Wissen — schöpft es doch aus den Schätzen unserer gesamten nationalen Legenden- und Ueberlieferungsliteratur geschrieben, sondern auch mit dem Herzen. Was noch besonders daran fesselt, ist der warme Hauch nationalen Fühlens, das es von der ersten Zeile bis zur letzten durchdringt. Speziell die große Einleitung ist von ihm durchzogen. Das Werk trägt an seiner Spitze die Empfehlungen bedeutender Gelehrter v ie Professor Bacher::, und das mit Recht. Es wird sicherlich in sehr zahlreichen jüdischen Häusern der von Sephardim bewohnten Länder Eingang finden, und eine Fundgrube für eine hoffentlich bald erstehende neue Generation von spaniolischen Predigern werden, die als Schüler des Mannes wirken werden, den die spaniolischc Welt dauernd zu ihrem Segen in ihrer Mitte fesseln sollte. Konstantinopel. Dr. A. Büchereinlauf Geschichte der Juden und ihrer Literatur. Von Dr. M. Brann. II. und III. Teil. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Breslau, Verlag von M. und H. Marcus. 1913. Die Sagen der Juden. Gesammelt und bearbeitet von Micha Josef bin Gorion. Von der Urzeit. Literarische Anstalt Rütten 8c Loening, Frankfurt a. M. 1913. Eine ungekannte Welt. Zweiter Band: Zwischen Rhein u n d W o 1 g a. Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben. Von Judäus. Verlag von Sänger & Friedberg, Frankfurt a. M. 5673. Aus dem Ghetto. Erzählungen aus dem vorigen Jahrhundert. Von Moritz Steinhardt. Zweite vermehrte Auflage. Umschlagzeichnung von Manfred Steinhardt. Leipzig, Verlag von Gustav Engel. 1913. Al-Hidaja ’ila fara’id al-qulub des Bach ja ibn Joseph ibn Paquda aus Andalusien. Im arabischen Urtext zum ersten Male nach der Oxforder und Pariser Handschrift sowie den Petersburger Fragmenten herausgegeben von Dr. A. S. Y a h u d a. Buchhandlung und Druckerei vormals E. J. Brill, Leiden. 1912. Monatsschrift für die Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Herausgegeben von Dr. M. Brann. 56. Jahrg. Neue Folge, 20. Jahrg. November-Dezember 1912. Breslau, Koebnersche Verlagsbuchhandlung (Barasch und Riesenfeld). Die „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“. Besprochen von Dr. J. Wohlgemuth in Berlin. Frankfurt a. M., Verlag des Israelit G. m.b. H. 1913. Die Psalmen. Sachlich und sprachlich erklärt von Dr. Adolf Frankl-Grün. Einleitung. Erstes Buch. Wien 1912. Selbstverlag, XIX, Hauptstr. 13. Religiöse Strömungen in Judäa während und nach der Zeit des babylonischen Exils. Von Dr. S. Gelbhaus, Rabbiner und Prediger in Wien, Lektor am Wiener Bethamidrasch. Interessante Kriminalprozesse von kulturhistorischer Bedeutung. Von Hugo Friedlaender, Gerichtsberichterstatter. VIII. Berlin W. 30, Hermann Barsdorf Verlag. 1913. Börnes Werke. Historisch kritische Ausgabe in zwölf Bänden. Herausgegeben von Ludwig Geiger. Bd. 6, 7. 9. Deutsches Verlagshaus Bong 8c Co., Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart. Collection of British Authors. T a u c h n i t z Edition. Vol. 4387: The Promised Land. By Mary A n t i n. Leipzig, Bernhard Tauchnitz. 1913. (Englisch.) La Vita e gli Scritti di Gino Raca7’. A cura degli amici. Tipografia Giuntina, diretta da L. Franceschini, Firenze, Via del Sole 4. 1913. (Italienisch.) Tebilloth Israel. 1c Partie. 6 Morceaux religieux, Soli, Choeur et Orgue pour Ies Temples israelites. Ile Partie. 20 Morceaux traditioneis chantes par les Israelites de rite espagnol, aux fetes de Rosch-Haschana et Jom Kipour. Soli, Choeur et Orgue par M. Cohen-Linaru. Paris, Librairie Durlacher S3&s rue Lafayette. Leipzig, W. Kaufmann, 65 Brühl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.