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Die Welt · 1913-06-27 · 26 (27.6.1913) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
26 (27.6.1913)
Date
1913-06-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 26 LT 831 auch andere Handwerker ausreichende Beschäftigung finden. Er erklärt sich auch bereit, für die Erbauung einer Schule und Volksbibliothek unentgeltlich Boden und außerdem den Betrag von 1000 Eres, und seine Büchersammlung, bestehend aus 6000 Bänden, zur Verfügung zu stellen. — Herr Deinard hat auch die Herausgabe des wertvollen Büches von S. R a f a e 1 i über die alt jüdischen Münzen, das demnächst erscheinen wird, finanziell gefördert. Kleine Nachrichten Der Gouverneur von Jerusalem besuchte während seiner letzten Anwesenheit in Jaffa auch das neue jüdische Stadtviertel Tel-Awiw und das Hebräische Gymnasium, wo er einige Stunden dem Unterricht beiwohnte. Zu seiner Begrüßung wurde die türkische Nationalhymne und die jüdische Volkshymne „Hatikwah" gespielt. In der Aula des Jaffaer Gymnasiums hielt auf Einladung der Bibliothek „Schaare Zion" der Schriftsteller Jakob R a - b i n o w i t z einen Vortrag über die hebräischen Dichter der achtziger Jahre (Mane, Dolitzky und Schapira). In letzter Zeit trafen hier Rabbiner S c h a k i und Redakteur Elnecave aus Konstantinopel, Herr Awadiow i t z aus Berlin und Dr. B e h a m aus Hamburg ein. Wie verlautet, werden die Mitglieder des Jaffaer „Bühnenvereins"' in Wien anläßlich des XI. Zionistenkongresses einige Vorstellungen in hebräischer Sprache geben. Briefe aus S a n a a (Jemen) melden, daß die dortige jüdische Gemeinde wegen der Bedrückungen, die sich in letzter Zeit häuften, einen besonderen Fast- und Bußtag bestimmt hat. Dem „Near East" wird aus Jaffa mitgeteilt, daß dort in den letzten Jahren die Tätigkeit der „Church Missionary Society“ zurückgegangen ist. Dieser Tage sind im Aufträge der A. P. C. die gesammelten Aufsätze von Elijahu S a p i r erschienen. Das Buch ist mit einer Einleitung von Mordechai ben Hillel Hakohen versehen. Die Jaffaer jüdischen Kindergärten sind derart überfüllt, daß fast 100 Kindern die Aufnahme verweigert werden mußte. Zur Schließung des Jerusalemer Spitzenateliers Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina schreibt uns: In verschiedenen jüdischen Zeitungen erscheinen Briefe aus Jerusalem, in denen mitgeteilt wird, daß Frau Persitz das Jerusalemer Atelier für immer geschlossen haben soll. Wie wir auf Grund von Briefen der Frau Persitz wissen, hat diese niemals die Absicht gehabt, die Schule in Jerusalem, die sie vor ca. einem Jahre von dem Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Jerusalem übernommen hat, dauernd zu schließen. Wegen der überaus hohen Preise und der schlechten Arbeit der Spitzen war es Frau Persitz nicht möglich, die Produktion abzusetzen. Sie war deshalb gezwungen, das Atelier für drei Monate zu schließen, um in der Zwischenzeit mit der Geschäftsführerin, Frau Dt. Thon in Jaffa, Vereinbarungen wegen einer besseren Geschäftsführung zu treffen, auf Grund deren, es ihr .möglich sein sollte, .die Produktion der Schule in Rußland . abzusetzen. Palästina-Gesellschaftsreise anläßlich des XI. Zionistenkongresses Das Palästina-Informationsbureau in Wien teilt uns mit: Im Anschluß an den XI. Zionistenkongreß findet eine große Gesellschaftsreise nach Palästina statt. Die näheren Bedingungen für die Teilnahme und das Programm werden nächstens bekanntgegeben werden. Es empfiehlt sich, schon jetzt die Anmeldungen für die Reise an das, Palästina -Informationsbureau, Wien II, Karmeliterplatz 1, zu richten. Je nach der Größe der Teilnehmerzahl werden die Ermäßigungen und die sonstigen Begünstigungen festgestellt. Förderung der Landwirtschaft in Palästina 12 Leitsätze von Dr. M. Plaut Herr Dr. Menko Plaut in Halle, Botaniker an der agrikultur-chemischen Kontrollstation der Landwirtschaftskammer für die Provinz Sachsen, schreibt uns: Sollen in Palästina die Ernten in bezug auf Quantität und Qualität pro Flächeneinheit und die Möglichkeit einer Ansiedlung in größerem Umfange bessere werden als seither, so sind dafür folgende Maßnahmen am geeignetsten: 8 1. Der Jüdische Nationalfonds erweitert den Kreis seiner Aufgaben, indem er die Organisation und Durchführung der notwendigen Maßnahmen übernimmt und indem ihm die dazu notwendigen Mittel auf dem im § 12 ausgeführten Wege zugänglich gemacht werden. §2. Es wird eine landwirtschaftliche Kulturabteilung errichtet. Diese übernimmt: 1. Die Raterteilung an die Landwirte des Gebietes in bezug auf Anbau von Sorten und Rassen aller Kulturgewächse. 2. Vergleichende Anbau versuche mit a) Getreidesorten, b) Hackfrüchten (insbesondere soll die Möglichkeit des Anbaues von Zuckerrüben zur Zuckergewinnung und Futterrüben zwecks Verbesserung der zu Gebote stehenden Futtermittel geprüft werden), c) Oelfrüchten, d) Klee- und Luzernesaaten verschiedener Herkunft, e) Gräsern (zur Verbesserung der Weiden und Wiesen). Es sollen die für den Orient am besten geeigneten Sorten durch diese Versuche festgestellt werden. 3. Die Gründung von Saatbau-Vereinen zwecks Gewinnung von gutem, inländischem, gut gereinigtem und keimfähigem Saatmaterial und Ernennung von Feldanerkennungs- Kommissionen; diese prüfen während der Vegetationszeit den Feldbestand der Saatenbauer auf Eignung. 4. Bewässerungsversuche, Beobachtungen des Grundwasserstandes und Versuche über den Einfluß verschiedener Bodenbearbeitungen auf den Wasserhaushalt im Orient. 5. Düngungsversuche: a) mit Stickstoffdünger (Chilisalpeter, Kalkstickstoff, Ammonsulfat und organischem Dünger), b) Kalisalzen (40 o/o Kali, Kainit), c) mit Phosphorsäure (Superphosphat, Thomasmehl, Amonsuperphosphat), d) mit physikalisch - chemisch wirkenden Düngern (Gips, Kochsalz, Kalk), e) Gründüngungsversuche, auf die nachdrücklichst schon Auhagen hingewiesen hat. 6. Auskünfterteilung in Forstfragen und in Fragen der Holzverwertung; an der Forstabteihmg soll ein Entomologe zur Bekämpfung von Insektenschäden der Kulturpflanzen tätig sein. § 3. Es wird eine Zentral-An- und V erkauf s- Genossenschaft in Palästina errichtet, welche den Handel a) mit landwirtschaftlichen Masdiinen, b) mit Saatgut, c) mit Düngemitteln, d) mit Futtermitteln übernimmt. Der Verkauf der unter b, c, d genannten Waren geschieht nur unter Gehaltsgarantie. Dieselbe muß in der nach § 4 zu errichtenden Kontrollstation des J. N.-F. gegen Erstattung der Unkosten geprüft werden. § 4. Es .wird eine agrikultur-chemische Untersuchungsstation errichtet. Diese übernimmt: a) die Feststellung auf die Notwendigkeit der Düngerzufuhr zum einzusendenden und zu prüfenden Boden, b) die Milchkontrolle des Handels,

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