Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 25 (20.6.1913)
- Date
- 1913-06-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
- Tiberias 1× ep/1048138
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Nr. 25 797 DIEl^ELT ^--A-j Lag Baomer 5673 in Tel-Awiw Stelzenlaufen ■ Eröffnung einer Filiale der A. P. C. in Tiberias Eine neue Filiale der Anglo-Palestine Company wurde am Mittwoch, den 21. Mai d. J. in T i b e r i a s eröffnet. Sie untersteht vorläufig Herrn Gordon, dem Direktor der Safeder Filiale, und hat ihre Tätigkeit schon aufgenommen, indem sie mit einem bedeutenden Teil der hiesigen jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in Geschäftsverbindung getreten ist. Vermutlich wird hier bald auf ihre Anregung auch eine jüdische Leihgenossenschaft eingerichtet werden. Insbesondere dürfte die neue Filiale für die vielen aufstrebenden jüdischen Kolonien von Bedeutung werden, die sich wie ein Kranz um den südlichen Teil des Tiberiassees lagern. Den Kolonisten dieser Gegend wird nun der immerhin etwas umständliche und daher auch nicht billige Verkehr mit Haifa erspart bleiben und die Bank wird sich, da sie nunmehr eine Niederlassung in der Nähe der Kolonisten hat, noch eingehender mit deren Bedürfnissen befassen können. Herrn Gordon, der kein zünftiger Bankmann ist, bietet die neue Filiale ein neues, aussichtsreiches Tätigkeitsfeld. Er hat von jenem Tage an, wo er als erster und auf eigenes Risiko in Jaffa ein Informationsbureau begründete, bewiesen, daß er volles Verständnis für die Aufgaben eines Förderers unserer Kolonisation hat, und es ist daher zu hoffen, daß er es verstehen wird, mit den national gesinnten Elementen seiner neuen Umgebung angenehme Beziehungen zu pflegen. Die Syndizierung der jüdischen Orangenpflanzer in Palästina Die Syndizierung der jüdischen Orangenpflanzer — ein Plan, über den bereits einigemal berichtet wurde — ist nunmehr einen guten Schritt weitergekommen. Im Laufe mehrerer Sitzungen, die am 26. und 27. Mai in Jaffa unter dem Vorsitz des Herrn S. Hoofien stattfanden und denen etwa 40 Delegierte aus allen jüdischen Kolonien beiwohnten, wurden nämlich die Statuten für die in allen Kolonien zu bildenden Ortsgruppen sowie für den Verband selbst durchberaten und endgültig festgesetzt. Zugleich übernahmen die anwesenden Delegierten die Verpflichtung, die definitive Gründung der Ortsgruppen, die überall schon vorbereitet sind, im Laufe der nächsten zwei Wochen durchzuführen. Vor Schluß der Versammlung wurde ein provisorisches Komitee gewählt, das an Stelle der Anglo-Palestine Company die Leitung der Geschäfte übernimmt. Die deutschen Templer-Kolonien in Palästina Der „Deutsche Tempel" ist eine religiöse Gesellschaft, deren Mitglieder sich am 10. Juni 1816 in Württemberg von der Landeskirche lossagten, um als eine Art selbständige Glaubensgemeinschaft zu wirken. Der Gesellschaft schlossen sich ca. 1000 Familien an. Zu den Anschauungen dieses Kreises gehörte es, daß eine Renaissance des Glaubens nur auf palästinensischem Boden erwachsen könne. Im Laufe der Zeit flaute die Bewegung ab. Immerhin hat sie bis jetzt einige ansehnliche Kolonien in Palästina begründet, über die im „Deutschen Orientjahrbuch" interessante Angaben enthalten sind. In allen größeren Ansiedlungen unterhalten die Kolonisten eine achtklassige Volksschule, deren Lehrziel meist über das der gewöhnlichen Volksschule in Deutschland hinausgeht. Mindestens eine fremde Sprache ist obligatorisch. Die Kolonisten treiben hauptsächlich Viehzucht, Milchwirtschaft, Wein-, Garten- und Gemüsebau. Die Kolonie Haifa samt den nachbarten Ansiedlungen Neuhardhof, Karmelheim W a I d h e i m und B e 11 a h e m zählt ca. 800 Seelen und umfaßt ca. 13 000 Dunam. Das Gesamtvermögen wird auf 7 Millionen Frcs: geschätzt. Die Kolonie in Jaffa zählt ca. 350 Seelen und besitzt ein Areal von ca. 1000 Dunam — meist Orangengärten —, das einen Wert von rund 2*/» Mill. Francs repräsentiert. S a r o n a bei Jaffa verfügt über 8000 Dunam, die insgesamt einen Wert von 4 Millionen Francs darstellen. W i 1 h e 1 m a bei Lydda zählt ca. 200 Seelen; der Wert des Bodens von ca. 10 000 Dunam wird auf l1/*—2 Millionen Francs veranschlagt. Die Kolonie in und bei Jerusalem ist meist von Geschäftsleuten und Personen freier Berufe bewohnt und zählt ca. 400 Seelen. Der Landbesitz beträgt nur 220 Dunam, ist aber wegen der Nähe des Bahnhofes wertvoll. Die finanzielle Basis aller Unternehmungen der Gesellschaft bildet der „Verein der Tempelgesellschaft", der ein Gesellschaftsvermögen von ca. % Million Frcs. verwaltet und jährlich ca. 1 Mill. Frcs. umsetzt. Die Verwaltungsunkosten