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Die Welt · 1913-06-20 · 25 (20.6.1913) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
25 (20.6.1913)
Date
1913-06-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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786 Nr. 25 D1E3§KELT sprach Herr Sokolovv über die Idee der Gründung einer jüdischen Universität in Palästina und appellierte an die Anwesenden, eine derartige Gründung zu unterstützen. Ferner sprachen die Herren Professor Dr. K. Köhler, Professor Neumark, Professor Deutsch und andere. Zum Schluß ergriff der Präsident des Vereins, Herr Dr. David Philipson, das Wort und erklärte, es solle ein Komitee gegründet werden, um für die Gründung der Universität zu arbeiten. Der Verein „Ivriyah" veranstaltete in dem Plum Street Temple eine Versammlung, in der Prof. Deutsch, Prof. Neumark und Herr Sokolow hebräisch redeten. Am 10. Mai war Herr Sokolow Gast des Hebrew Union College. In Nummer 23 der „Welt" haben wir zitiert, was die Monatsschrift „The Maccabean" in New York über die Erfolge des Herrn Sokolow in Worcester, Baltimore und Boston berichtet hat. Dasselbe Blatt schreibt weiterhin folgendes: „Die Tournee des Herrn Sokolow hat einen Erfolg gehabt, der alle Erwartungen überstieg. In Cincinnati kam er in einen Kreis, von dem es bekannt ist, daß er der Bewegung nicht freundlich gesinnt ist, und doch machte er auf den „American Israelite" solchen Eindruck, daß er ihn mit Lob überhäufte. Das Bindemittel der hebräischen Sprache hat ihm im Hebrew Union College Freunde gewonnen, da die Fakultät fühlt, daß sie mit ihrer Tradition nicht brechen darf. In New York haben Herrn Sokolows . Reden Elemente geweckt, die bisher in zionistischen Kreisen unbekannt waren, und das Resultat war, daß die Organisierung der Bewegung bereits feste Formen angenommen hat und daß dieses Konglomerat, von dem wir nie glaubten, daß es organisiert werden könnte, jetzt auf dem Wege ist, sich in unseren Reihen zu sammeln. Dank gebührt Herrn Sokolow, der unermüdlich und mit Hingabe für die zionistischen Interessen gearbeitet hat. Er hat sich selbst aufgeopfert, und in diesem Lande hat es noch keine solche Propaganda gegeben, wie die seine." In Boston wurde infolge der Tätigkeit des Herrn Sokolow eine neue zionistische Organisation, die Zion Association of Greater Boston, mit 200 Mitgliedern gegründet. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Louis D. Brandeis, Ehrenpräsident; Albert H u r w i t z, Vizepräsident; George O r 1 o v, Schatzmeister, und Dr. Joseph Shohan, Sekretär. Zu dem Exekutiv-Komitee gehören: Rabbiner H. H. Ruben o w i t z, Simon R u d n i c k , Abraham Mittel und Julius Meyer. Es wurde beschlossen, daß der Verein die Angliederung an die Federation of American Zionists nachsuchen solle. Mr. Louis D. Brandeis überwies der Federation of American Zionists 400 M. für Propagandazwecke. Von den Vereinigten Staaten begab sich Herr Sokolow nach Kanada. Als er in Montreal eintraf, wurde er am Bahnhof von einer Deputation der hervorragendsten Juden der Stadt begrüßt. Nach Besichtigung der verschiedenen jüdischen Schulen und Institute fand ihm zu Ehren unter dem Vorsitz des Herrn Rüben B r a i n i n ein Bankett in dem Montreal Hebrew Speaking Circle statt. Ferner wurde in dem größten Saal von Montreal, Monument National, ein großartiger Empfang veranstaltet, bei welcher Gelegenheit Herr Sokolow eine Rede über die Lage der Juden in den britischen Ländern hielt. Seine Ausführungen über die Wiederbelebung des jüdischen Volkes in Palästina und die Notwendigkeit, für die zionistische Bewegung Mittel zu schaffen, bewirkten große Zeichnungen der Anwesenden zugunsten des Zentral- In Toronto, wo Herr Sokolow am 22. Mai eintraf, wurde er gleichfalls mit ganz besonderen Ehrungen empfangen. Am Bahnhofe begrüßten ihn etwa 200 Bürger der Stadt und von dort begab er sich nach dem Rathaus, wo er von dem Mayor (Bürgermeister) und den Stadträten empfangen wurde. Er wurde zur Rednertribüne im Ratszimmer begleitet und dort begrüßte ihn MayorHocken formell im Namen der Stadt Toronto und überreichte ihm den Ehrenbürgerbrief der Stadt. Nachdem Herr Sokolow den Behörden seinen Dank abgestattet hatte, besichtigte er in Begleitung des Mayors die Stadt, und beide Herren hielten im Queens-Park vor 600 jüdischen Schulkindern Ansprachen. Im Parlamentsgebäude stellte der Mayor Herrn Sokolow dem Premier of Ontario Sir James Whitney vor. Die Stadtverwaltung veranstaltete ein Frühstück, an dem viele hervorragende Juden der Stadt teilnahmen. Die große Propagandaversammlung in der Moselv Music Hall unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiner Jacobs war von mehr als 2000 Personen besucht. Die Rede, welche Herr Sokolow in englischer Sprache hielt, entfesselte ungeheure Begeisterung, und wiederum wurden sogleich große Sammlungen für den Zentralfonds eingeleitet. Am nächsten Abend sprach Herr Sokolow in der Holy Blossom Synagogue und am Morgen darauf in der University Avenue Synagogue. Am Abend fand ein Bankett statt, bei dem Herr Rabbiner Jacobs, Rabbiner Gordon, Dr. John Shaye und die Herren Edmund Scheuer, B. Nathanson, L. M. Singer und J. Cohen sprachen. Am folgenden Tage wurden die jüdischen Institute besichtigt. Am Nachmittag fuhr Herr Sokolow in Begleitung von 50 Personen nach Hamilton, kehrte von dort am nächsten Morgen zurück und reiste abends nach Winnipeg weiter. Auch in Harn i 11 o n waren große Vorbereitungen getroffen worden. Es fand eine große Versammlung statt, in der Herr Sokolow englisch und Jargon sprach. Der Mayor der Stadt begrüßte Herrn Sokolow und überreichte ihm den Ehrenbürgerbrief der Stadt. Nach Beendigung der Tournee in Kanada begab sich Herr Sokolow nach New York zurück, wo er sich einige Tage aufhielt. In New York hielt Herr Sokolow am 5. Juni eine hebräische Ansprache in Clinton Hall in einer von den hebräischsprechenden Vereinen veranstalteten Versammlung. Am 8. Juni fuhr Herr Sokolow nach Hartford, Connecticut, um dort am Delegiertentag des Order B'nei Zion teilzunehmen. An dem von der Federation of American Zionists und dem Order B’nai Zion am 4. Juni für Herrn Nahum Sokolow veranstalteten Abschiedsbankett in der Tuxedo Hall in New York nahmen 300 Personen teil. Die Herren Advokat Louis D. Brandeis aus Boston, Chef-Redakteur Leon Zolotkoff, Dr. J. L. M agn es, Dr. Samuel Sch u 1 man, Professor Israel Friedländer, Abram I. E1 kus, Rev. Hirsch Masliansky, Bernard A. Rosenblatt und Abram Goldberg hielten längere oder kürzere Ansprachen. Ferner waren von hervorragenden Zionisten anwesend: Rabbiner Jacob Kohn, Rabbiner Elias L. Solomon. Dr. D. de Sola Pool, A. E. Lubarsky, E. W. Lewin-Epstein, S. Abel und Louis L i p s k y. Herr Sokolow wurde als hervorragender Redner und unermüdlicher Kämpfer für den Zionismus gefeiert, und in den verschiedenen Ansprachen kam die rückhaltlose Anerkennung seiner unschätzbaren Verdienste zum Ausdruck. Der Vorsitzende, Mr. Zolotkoff, sprach von dem neuen Leben, das Herr Sokolow in die amerikanische Judenheit gebracht habe. Mr. B r a n d e i s führte aus, der Zionismus sei ein Unternehmen, das den Juden ihre Führerschaft auf dem Gebiet sozialer Gerechtigkeit und ethischer Ideale wiedergeben solle. Er sprach von Palästina als einem Land, wo es keine jüdischen Verbrecher gäbe, dank der Tatsache, daß die Kinder dort nach den Idealen ihrer Eltern

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