Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 25 (20.6.1913)
- Date
- 1913-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DIE BERLIN W15, SÄCHSISCHE STR. 8. ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XVII. JAHRO. BERLIN, 20. Juni 1913 Y'Dnn 'X 11'O V'ts »pHa I1MHAI T* Nahnm Sokolow in Amerika — JEAN jj FISCHER: Die politischen Zionisten in der Opposition — 11NI IAL1 . R. L.: Finale — WELTCHRONIK — PALÄSTINA - RUNDSCHAU — AUS DER BEWEGUNG- — SPRECHSAAL — Geschäftliche Nachrichten — Mitteilungen des Hauptbüros des Jüdischen Nationalfonds — Inserate Nahum Sokolow in Amerika Offizieller Empfang bei Staatssekretär Bryan — Die Wirkungen der Propaganda — Ehningen durch die Behörden — Abschiedsbankett in New York New York (Kabeltelegramm). Herr Sokolow wurde am 15. Juni in Washington als Vertreter der zionistischen Organisation von dem Leiter der auswärtigen Politikder Vereinigten Staaten,Staatssekretär Bryan, empfangen. In der Begleitung des Herrn Sokolow befanden sieh bei seinem Empfang die Mitglieder der Exekutive der Federation of American Zionists Herren Lipskv und Goldberg. Die Unterredung mit Staatssekretär Bryan währte längere Zeit und führte zu sehr bedeutsamen Zusicherungen, welche für den allgemeinen Fortschritt unserer Arbeit von Wichtigkeit werden dürften. Die Propagandareise des Herrn Sokolow durch Amerika hat nach jeder Richtung hin Erfolge erzielt, wie sie kaum vorauszusehen waren. Noch niemals ist in so großzügiger Weise für den Zionismus Propaganda gemacht worden, und die gewaltigen Anstrengungen, die mit dieser Tournee für Herrn Sokolow verbunden waren, haben ihn und die ganze zionistische Organisation durch die schönsten Erfolge belohnt. Es fanden in allen Städten der Vereinigten Staaten, die Herr Sokolow besuchte, riesige Volksversammlungen von tausend bis fünftausend Personen statt, sowie auch zahlreiche kleinere Veranstaltungen von 500 bis 800 Personen. Bisher hat Herr Sokolow in über 100 Versammlungen gesprochen. Gleichzeitig hat er überall interne Komiteesitzungen und Beratungen veranstaltet, zahlreiche Interviews mit Vertretern der Presse gehabt, und die gesamte allgemeine und jüdische Presse Amerikas hat in zahlreichen Artikeln und Berichten von den Reden des Herrn Sokolow Mitteilung gemacht. Diese Propaganda erstreckte sich in alle jüdischen Kreise und hat die Juden aller Richtungen auf das lebhafteste interessiert. Auch in nichtjüdischen Kreisen hat Herr Sokolow tiefgehende Wirkungen zu erzielen verstanden. Es fanden verschiedene interne Veranstaltungen statt, die es Herrn Sokolow ermöglichten, in engerem Kreise vor christlichen Gelehrten und Politikern die zionistischen Ideen zu entwickeln. Ueberall widmeten die Behörden Herrn Sokolow große Aufmerksamkeit, was sich sowohl bei der Tournee durch die Vereinigten Staaten, über die wir mehrfach ausführlich berichtet haben, sowie insbesondere auch in Kanada zeigte. Die Ehrungen, welche Herr Sokolow in Kanada durch die Behörden erfuhr, sind wohl noch niemals einem Juden bereitet worden. Es wurden für ihn städtische Empfänge (civic receptions) veranstaltet. Die gesamte Bevölkerung nahm an den Veranstaltungen teil. Auf dem Bahnhof empfingen Herrn Sokolow Abordnungen der städtischen Behörden. In Winnipeg war das Rathaus dekoriert und abends wurde die Stadt illuminiert. Die materiellen Erfolge dieser großzügigen Propaganda lassen sich heute noch nicht vollständig übersehen, aber es steht fest, daß die direkte Wirkung dieser großartigen Propagandaarbeit die Sammlung sehr bedeutender Summen für den zionistischen Zentralfonds zur Folge gehabt hat, und der Impuls, den diese Reise dem zionistischen Leben Amerikas gegeben hat, wird sicherlich zu einer Festigung und Ausbreitung der Organisation und damit auch weiterhin zu bedeutenden materiellen Leistungen der amerikanischen Zionisten führen. Ueber die Einzelheiten der Reise des Herrn Sokolow wollen wir in Ergänzung der bereits mitgeteilten Einzelheiten aus der Fülle der Berichte noch folgendes nachtragen: In Cincinnati wurde Herr Sokolow bei seiner Ankunft durch Herrn Professor Gotthard Deutsch vom Hebrew Union College begrüßt. Am 8. Mai hielt er im Emory Auditorium eine zweistündige Rede in englischer Sprache vor einer großen Zuhörerschaft. Am nächsten Tage war er Gast der Jewish Theological Society. Bei einem Frühstück zu Ehren des Herrn Sokolow und des bekannten jüdischen Gelehrten Professor Dr. K. Köhler