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Die Welt · 1913-05-23 · 21 (23.5.1913) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
21 (23.5.1913)
Date
1913-05-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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662 Nr. 21 DIE2§KELT weniger hervortrat, so ist es auf dem Wege der Korrespondenz, abgesehen von unzähligen Gesprächen, geschehen. In der letzten Sitzung des Großen A. C. sind die politischen Grundsätze und Maßnahmen des E. A.C. nicht einstimmig gutgeheißen worden; das habe erstens ich schon nicht getan, und zweitens ist die Debatte nicht zu Ende geführt und auch keine Abstimmung hierüber vorgenommen worden. Die Opposition hat nicht aus Uebelwollen die Kritik in die Oeffentlichkeit getragen, sondern hat die ganze Zeit viel mehr, als sie nach Ansicht vieler Zionisten durfte, geschwiegen. Ich erkläre, daß wiederholt dem A. C. der Standpunkt der „Politischen“ klar zu machen versucht worden ist. Wenn wir nicht verstanden wurden und deswegen kein Gehör fanden und deswegen auch in den Publikationen des Berliner Bureaus keine Spur von unseren Anschauungen zu finden ist, so berechtigt das gewiß nicht zur Behauptung, daß unserseits „kein Schatten der Begründung angeführt wurd e.“ — Warum die Politik des E. A. C. falsch sei, ist nach unserer Ansicht ganz einfach, weil wir nicht glauben, daß sie uns zum gewünschten Ziele führt. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß Jean Fischer. Wir bringen diese Erklärung des Herrn Fischer gern zur Kenntnis unserer Leser, müssen aber bemerken, daß damit auch nicht ein Wort von dem widerlegt ist, was wir in dem Leitartikel der Nr. 20 unseres Blattes gesagt haben. ad 1. Wenn es wahr wäre — was durchaus bestritten werden muß—, daß die Leitung sachliche Vorschläge politischer Art nicht berücksichtigt hätte, so läge darin doch nicht die geringste Entschuldigung für diejenigen, welche über den Kopf der Leitung hinweg zu handeln versuchten. Daß solche disziplinwidrigen Versuche nicht von denjenigen gemacht werden, die die Einsetzung eines politischen Komitees befürworteten, kann Herr Fischer in dieser Allgemeinheit nicht behaupten. Für ihn selbst trifft dies zu, denn er hat sich stets loyal verhalten, aber andere Leute, die auch für das „politische Komitee“ eintraten, haben weniger korrekt gehandelt. Hat man doch von gewisser Seite nicht einmal den Versuch gescheut, eine sogenannte „politische Aktion“ einzuleiten und diese bewußt vor dem E. A. C. zu verheimlichen! ad 2. Wir haben in unserem Leitartikel ausgeführt, daß die Opposition immer wieder die Einsetzung eines politischen Komitees vorschlug, ohne dafür sachliche Gründe anzuführen. Herr Fischer erklärt nun kategorisch, daß er und seine Freunde mit der Forderung des politischen Komitees deutlich erklärten, was sie wollten. Wir müssen demgegenüber ebenso kategorisch erklären, daß wir von unserer Darstellung der Sache nichts zurücknehmen können. Wir können nicht wissen, ob Herr Fischer und seine Freunde sachliche Gründe hatten: was sie seit dem letzten Kongreß bis zum heutigen Tage in dieser Hinsicht vorbracht en, waren jedenfalls keine sachlichen Argumente, sondern nur Aeußerungen des Mißtrauens gegenüber der Politik des E. A. C. ad 3. ln der Novembersitzung 1912 legte das E. A. C. dem Großen A. C. die Richtlinien seiner Politik in größter Ausführlichkeit dar. (Die Hauptpunkte waren schriftlich fixiert.) Diese Richtlinien wurden zur Kenntnis genommen und einstimmig gebilligt. In der nächsten Sitzung des Großen A. C., die im März 1913 stattfand, wurde keine formelle Abstimmung vorgenommen, aber die Debatte ergab wiederum, daß das Große A. C. in ganz überwiegender Majorität die Bemühungen des E. A. C. guthieß und jedenfalls keine prinzipiellen Aenderungen wünschte. Wenn Herr Fischer und seine Freunde mit der Politik des E. A G. nicht einverstanden sind, so müßten sie bei dieser Sachlage erkennen, daß sie dem A. C. eine ausführliche Rechtfertigung ihrer oppositionellen Haltung schuldig sind. Ihr ewig wiederkehrender Vorschlag, dem E. A. C. die politische Arbeit abzunehmen und sie einem imaginären Komitee zu übertragen, ist bisher in sachlicher Weise nicht begründet worden und wird auch keine Beachtung finden, solange das Große A. C. die ernsten politischen Bemühungen des E. A. C. gutheißt. Die Redaktion. Sijum des Goldenen Buches Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds teilt uns mit: Das Goldene Buch des Nationalfonds wird immer mehr zu einer Chronik des jüdischen Volkes. Alle tragischen und freudigen Ereignisse, die in irgendeiner Beziehung zür jüdischen Gemeinschaft stehen, werden zum bleibenden Andenken in diesem Buche niedergelegt, das später dem künftigen Jüdischen Museum im heiligen Lande übergeben werden soll. Vom ersten Baseler Kongreß über die Gräber von Kischinew bis Drohobvcz, von dem düstern Tage, da Theodor Herzl von uns ging, bis zu den Jahrzeittagen, die jüdische Pietät ihren Lieben widmet, — vorbei an den Marksteinen, welche die Tagungen der Zionisten in allen Ländern in unserer Geschichte darstellen, die freudigen Ereignisse der großen Gemeinschaft und der jüdischen Familie, — all dies findet seinen Ausdruck in den Blättern des Goldenen Buches.“ So schrieben wir in unserem Bericht zum letzten Kongreß. Wie sehr die Anziehungskraft des Goldenen Buches ungeschwächt fortwirkt, beweist die Tatsache, daß der erste Band mit 5000 Eintragungen in wenigen Monaten seinen Abschluß findet. Aus diesem Anlaß ist uns von vielen Seiten die Anregung zugegangen, die letzte Eintragung des ersten Bandes und di“ erste des neuen Bandes für einen Wettbewerb auszuschreiben. Wir bemerken, daß der zweite Band sich bereits in Vorbereitung befindet und daß in der Kunstgewerbeschule Bezalel ein prächtiger, künstlerisch ausgestatteter Einband hergestellt wird. Beide Bände des Goldenen Buches werden voraussichtlich gelegentlich des Wiener Kongresses ausgestellt werden. Der obigen Anregung entsprechend, eröffnet nunmehr das Hauptbureau einen Wettbewerb unter folgenden Bedingungen: Teilnahmeberechtigt sind diejenigen Personen und Körperschaften, die vom 1. Juni d. J. ab bis zum Tage der Auslosung, 5. September 1913, den Mindestbetrag von 10 £ — 205 M. — 240 Kr. für eine Golden-Buch-Eintragung gespendet haben und erklären, an der Auslosung teilnehmen zu wollen. Die Auslosung selbst erfolgt auf dem XL Kongreß in Wien und ihr Ergebnis wird daselbst öffentlich verkündet. Diejenigen Teilnehmer an diesem Wettbewerb, welche nicht zu den beiden Ausgelosten gehören, werden auf den ersten Seiten des neuen Goldenen Buches in der Reihenfolge der Höhe der für jede Eintragung gespendeten Summe eingetragen werden. — Wir hoffen, daß die Beteiligung an dem Wettbewerb recht rege sein wird und auf diese Weise der Nationalfonds einen Teil der großen Mittel erhalten wird, deren er heute dringender als je zuvor bedarf. Deutschland Oberschlesischer Zionistentag Der VII. Oberschlesische Zionistentag, der am IS. Mai in Beuthen in Anwesenheit des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herrn Rechtsanwalt Dr. H a n t k e, abgehalten wurde, nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Die interne Sitzung am Nachmittage vereinigte mehr als 150 Gesinnungsgenossen aus allen Teilen Oberschlesiens und zahlreiche Gäste aus dem benachbarten Russisch-Polen. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Beuthener Ortsgruppe, Herrn Rechtsanwalt Dr. Dobrzynski, eröffn.ete der Gruppenverbandspräsident, Herr Arnold Wiener,

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