Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1913-05-16 · 20 (16.5.1913) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
20 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3316567-3316594--57444-3375904
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

628 LT Nr. 20 Wir verweisen bei dieser Gelegenheit auf § 24 des Organisationsstatuts: „Jedes Mitglied der Organisation erlangt mit erreichtem 18. Lebensjahr das aktive und mit erreichtem 24. Lebensjahr das passive Wahlrecht zum Kongreß/' Dr. Hugo Bergmann, Prag. Dr. M. B i 1 e s k i, Berlin. Rabbiner Dr. E. Cohn, Essen. Benzion Fett, Debica. Fräulein J. Goudsmit, Haag. Meier Henisch, Stanislau. Dr. Rudolf Leszynski, Berlin. Sanitätsrat Lewy, Berlin. Dr. Alfred M a a ß , Berlin. Dr. Melamed, London. Josef Nußbaum, Neusandez. Eduard Pool, Hengeloo (O). Dr. Joseph Prager, Berlin. Apothekenbesitzer Riesenfeld, Gollub. S. Tolkowsky, Rechoboth. Dr. Ludwig W assermann, München. Dr. med. S. Weiß, Hamburg. Dr. Percy Z a d i k , Hamburg. Der Zentralfonds Die Institution des Zentralfonds ist aus dem wahrhaft demokratischen Charakter der zionistischen Bewegung geschaffen worden. Die zionistische Organisation kann die Durchführung ihrer Arbeiten, die für die Zukunft unseres Volkes entscheidend sind, nicht von dem Willen und der Einsicht einzelner reicher Juden abhängig machen. Sie bedarf vielmehr der materiellen Unterstützung durch die weitesten Schichten unseres Volkes. Das ist der Sinn der Schekelinstitution, auf die Theodor Herzl die zionistische Organisation aufgebaut hat. Nun können aber die Ausgaben für unsere weitverzweigte kulturelle und palästinensische Tätigkeit nicht aus den Schekeleingängen gedeckt werden. Darum ist der Zentralfonds die Ergänzung und Rechtfertigung des Systems unseres Schekels. Der Schekel und der Zentralfonds sind die Grundpfeiler unserer Organisation. Wer der zionistischen Idee wirklich treu ergeben ist, wird zu ihrer Stärkung beitragen. Die Opferwilligkeit unserer Anhänger muß unserer Organisation die Kraft zur Verwirklichung unseres Wollens ver- Der VII. Delegiertentag der italienischen Zionisten (Von unserem Berichterstatter.) Mailand. Am 4. Mai fand hier der VH. Delegiertentag der italienischen Zionisten statt. Die Federation der italienischen Zionisten, die in den letzten zwei Jahren — aus politischen Gründen, wegen der Kriegsverhältnisse, wie die Leitung erklärte — untätig geblieben war, hat sich schließlich aufgerafft und verspricht wieder tatkräftig an die Arbeit heranzugehen. Die diesjährige Tagung fand in Mailand statt, wo sich die größte, rührigste und bestorganisierte zionistische Gruppe Italiens befindet. Die Tagung wurde im großen Saal des Hotel Biscione abgehalten. Die Sitzungen wurden um 10 Uhr eröffnet. Es waren Delegierte aus allen Teilen Italiens erschienen. Außer zahlreichen Mailänder Gesinnungsgenossen nahmen am Delegiertentag teil: Aus Ferrara Adv. Felice Ravenna, aus Florenz Adv. Alfonso Pacific!, der auch Rom vertritt, aus Venedig Adv. S u 11 a m , auch in Vertretung von Bologna, aus Turin Prof. Salvatore Foä und Herr Emilio Bachi u. v. a. An den Sitzungen nahmen auch der Oberrabbiner von Mailand Cav. Da Fano und viele Gäste teil. Von der italienischen Presse waren Vertreter des „Corriere della Ser a", des „Secol o", der „Perseveranza“ u. a. Blätter erschienen, die dann ausführlich und sympathisch über die Tagung berichteten. Ing. P i n c h e r 1 e , Präsident der Mailänder zionistischen Gruppe, eröffnete die Tagung und gedacchte mit tiefempfundenen Worten des seligen Gino R a c a h, eines der ersten Vorkämpfer der zionistischen Idee in Italien. Adv. Felice Ravenna (Ferrara), Präsident der „F ederation der italienischen Zioniste n", hielt darauf eine kurze Rede über den Zionismus in Italien. Er konstatierte, daß der jüdisch-nationale Gedanke in der letzten Zeit in Italien beachtenswerte Fortschritte gemacht habe. Die Reorganisation der jüdischen Gemeinden, von denen manche, wie Turin und Venedig, ihre Sympathie für die palästinensische Kolonisationstätigkeit ausgedrückt haben, die Jugendbewegung, die ganz auf zionistischem Boden stehe, die in vielen Städten vorhandenen „Pro Cultura Ebraica“- Vereine, — all diese Bestrebungen seien die Früchte der zionistischen Gedankensaat. Darauf wurde per Akklamation Prof. Salvatore Foä (Turin) zum Präsidenten der Tagung ernannt. Ing. P i n c h e r 1 e sprach dann über die „Tätigkeit der italienischen Federation und ihre Reorg a n i s a t i o n". Jetzt, da die Kriegskrisis vorbei und die allgemeine Stimmung günstig ist, müsse sich die Federation neu organisieren und eine systematische Propagandatätigkeit einleiten. Der Redner schlug eine Resolution vor, wonach sich die Leitung der Federation verpflichten müsse, Propaganda- Redner in alle jüdischen Zentren Italiens zu entsenden. Die Propaganda dürfe sich nicht auf Italien allein beschränken. In Oesterreich, besonders in Triest und Trient, gibt es bedeutende Judengemeinden, die nur italienisch sprechen, und die Federation müßte ihre Tätigkeit auch auf diese Gemeinden ausdehnen. Ein anderes Mittel zur Propaganda der Idee wäre die Publikation eines zionistischen Bulletins, in dem sich alle Fortschritte der zionistischen Arbeit in Italien widerspiegeln müßten. Oder man müßte eines der bestehenden Blätter zum offiziösen zionistischen Publikationsorgan wählen. Schließlich forderte der Redner auf, die Leitung der Federation mit neuen jungen Kräften zu beleben, damit die Arbeit besser gedeihen und systematischer durchgeführt werden könne. Die Diskussion, die diesem Referate folgte, war überaus bewegt, da einzelne Delegierte den Wunsch aussprachen, den Zionismus in Italien nicht durch scharfe Betonung des jüdisch-nationalen Moments zu propagieren, vielmehr das Hauptgewicht auf die Schaffung einer Heimstätte für die verfolgten Juden Osteuropas zu legen. Diesen partikularistischen Tendenzen traten fast alle Delegierten entgegen, insbesondere Adv. Ravenna, Adv. Pacific!, Adv. Moise Foä (Turin), Herr Emilio Bachi u. v. a. Adv. Angelo S u 11 a m (Venedig) polemisierte gegen das Referat von Pincherle. Die Forderung des Referenten, überall Propaganda-Redner zu entsenden, sei bei den gegenwärtigen Verhältnissen undurchführbar. Die Delegierten müßten vorerst der Federation die Mittel verschaffen, die zu einer solchen Propaganda nötig seien. Er hoffe, daß schließlich die italienischen Zionisten die nötigen Mittel aufbringen und sich nicht mit schönen Worten begnügen werden. Es entspann sich nun eine längere Diskussion über den Vorschlag des Referenten Ing. Pincherle bezüglich eines offiziellen zionistischen Blattes. Auf Vorschlag des Adv. Pacific! wurde beschlossen, ein vierteljährliches Bulletin zu publizieren. Außerdem beschloß der Delegiertentag, regelmäßig an alle jüdischen Blätter Mitteilungen über den Stand der Bewegung einzusenden. An der Nachmittagssitzung nahm auch der Rabbiner von Alexandrien, Prof. Rodolfo Campagnano, teil.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.