Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 20 (16.5.1913)
- Date
- 1913-05-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 2× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
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626 LT Nr. 20 dem Verein ein Lokal für seine Zusammenkünfte zur Verfügung gestellt. Dort finden auch Vorträge allgemeinen und jüdischen Inhalts für die Mitglieder statt. Der Verein sucht auch dem verderblichen Einfluß der Mission entgegenzuarbeiten. Er geht jetzt daran, für die schulentlassene Jugend besondere Abteilungen für Knaben und Mädchen einzurichten. In Haifa zählt der Turnverein 40 Mitglieder, eine Mädchenabteilung ist im Entstehen begriffen. Es wird von der Tätigkeit des Herrn Dr. Elias Auerbach- Haifa abhängen, ob die Turnbewegung schon demnächst in Galiläa die ihr gebührende Ausbreitung finden wird. Der Turnverein in Beirut, der sich ebenfalls dem palästinensischen Turn verband angegliedert hat, zählt 35 Mitglieder, darunter auch eine Mädchenabteilung. In den Kolonie n ragt der Turnverein in Pethach- T i k w a h hervor, der 108 Mitglieder zählt, darunter 30 Mädchen. Der dortige „Makkabi“ veranstaltet zugleich Abendkurse für Hebräisch, jüdische Geschichte, Literatur und Landwirtschaft. Der Verein bemüht sich bereits um die Erbauung eines Turnsaales. Eine Abteilung für ältere Turner ist im Entstehen begriffen. In zweiter Reihe kommt der Makkabi von Sichron-Jakob, der 86 Mitglieder, darunter 27 Mädchen, zählt. Der Verein in Rechoboth hat 50 Mitglieder, darunter 20 weibliche. Nach dem. plötzlichen Ableben Jehudah Tellers, der hier die treibende Kraft war, ist der Verein etwas ins Stocken geraten. In Ekron zählt der Makkabi 25 Mitglieder, Ae einmal wöchentlich turnen, zur Regenzeit auch öfter, da dann die Feldarbeit notgedrungen ruhen muß. Der Makkabi eröffnete dort ein Lesezimmer nebst Bibliothek, sowie Abendkurse für Hebräisch, Bibel, Rechnen, Naturkunde und Arabisch. Seltsamerweise stieß der Makkabi in Rischon le-Zion bei einem Teil der Jugend auf Widerstand. Dem dortigen Verein gehören jetzt 25 Mitglieder an, darunter — bezeichnend genug — 18 Mädchen ... In Gederah zählt der Makkabi (der hier noch den Untertitel „Bene-Bilu" führt) 20 Mitglieder, in Ness-Zionah 18. — Die gesamte Turnbewegung in Judäa wird turnerisch von den Herren Z. Orlow und E. Herrmann geleitet. Da es allenthalben an geschulten Vorturnern fehlt, wurde in den Purimferien ein dreitägiger Vorturnerkursus abgehalten, an dem sich 12 Vorturner aus Jaffa, 15 aus den Kolonien und 1 aus Beirut beteiligten. Besonderes Interesse wurde den Hebungen und Spielen zugewendet, die für das Volksfest von Rechoboth vorgesehen Der Makkabi traf in Rechoboth bereits am Mittwoch, den 16. Nissan ein, wo von 2—7 Uhr nachmittags die Generalprobe abgehalten wurde. Am Donnerstag beteiligten sich 230 Mitglieder des Makkabi am allgemeinen Marsch, während an den Freiübungen 150 Mitglieder, alle in der besonderen Makkabitracht, teilnahmen. Es fanden statt: Wettlaufen, Wettspringen, Fußballspiele, Gerät- und Freiübungen. Stabübungen wurden von einer Jaffaer Riege ausgeführt. Noch am Donnerstagabend marschierten 35 Delegierte von 11 Vereinen nach N ess-Zionah, wo um 91/2 Dhr die Generalversammlung des Makkabi abgehalten wurde. Es wurde beschlossen: 1. In Ortschaften, wo weder Turnlehrer noch Vorturner vorhanden sind, können Makkabivereine auf Grandlage des Sports (Spiele, Reiten, Schwimmen usw.) und nationalkultureller Arbeit gegründet werden. 2. Der palästinensische Makkabi tritt der allgemeinen jüdischen Turnerschaft als besonderer Kreis bei. 3. Im Sommer soll ein dreiwöchentlicher Vorturnerkursus abgehalten werden, zu welchem auch ein ausländischer Turnlehrer zugezogen werden soll. 4. Jungen Leuten, die nach Europa fahren wollen, um sich dort als Turnlehrer auszubilden, soll der Makkabi Beihilfe gewähren. 5. Der Verband soll leistungsschwachen Vereinen Darlehen für Anschaffung von Turngeräten gewähren. 6. Die Zirkulare sollen von nun an vergrößert werden. Ebenso sollen verschiedene Turnschriften herausgegeben werden. In den Vorstand wurden die Herren Orlow, Herrmann, Dr. Zifroni, Dänin und Kaminer gewählt. Aus den Stfidten Jerusalem, 4. Mai. Nun ist die Umgestaltungsarbeit im „Bezalel" im vollen Gange. Es tritt jetzt eine Zweiteilung ein. Die Kunstgewerbe schule wird von der Fabrik separiert und verbleibt unter der Leitung des Prof. B. Schatz, des verdienten Begründers des Bezalel, während die Werkstätten und überhaupt alles, was mit der kaufmännischen Seite des Bezalel zusammenhängt, der kommerziellen Leitung des Herrn Estermann unterstehen wird. Es ist zu hoffen, daß diese Neuordnung sich für die weitere Entwicklung des so wichtigen Institutes ersprießlich erweisen wird. Wie in früheren Jahren vereinigte auch diesmal der Sederabend im Hotel Kaminitz ein illustres Publikum. Nicht weniger als 90 ausländische Gäste nahmen an der Sederfeier teil. Daß diese Gäste sich für unsere Institutionen werktätig interessierten, versteht sich von selbst. So wurden für die Handelsgesellschaft „Bezalel“ größere Beträge gezeichnet, ebenso für ein anderes wichtiges Kolonisationsunternehmen. Herr Dr. A. R u p p i n, der ebenfalls Pessach bei uns weilte, wurde von den Gästen ins Goldene Buch eingetragen. Die Herren Farbstein und Ramberg aus Warschau, die im jüdischen und zionistischen Leben dieser Stadt eine hervorragende Stellt* einnehmen, faßten den Beschluß, dauernd nach Palästina überzusiedeln. Herr Abraham Sonne aus PrzemysI in Galizien, der als einer der begabtesten junghebräischen Dichter angesehen wird, ist zum Lehrer für hebräische Literatur am hiesigen Lehrerseminar ernannt worden. Hebron, 4. Mai. Auch unsere abseits gelegene Stadt wurde in letzter Zeit von lieben Gästen aufgesucht. Besonders erfreulich war es, daß wir diesmal viel Jugend zu sehen bekamen. Zuerst kamen die Schüler des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa in zwei Gruppen von 70 und 80 Schülern. Dann kam eine Gruppe von etwa 30 Mitgliedern des Jerusalemer „Makkabi“. Sie trafen hier, von Massadah kommend, nach einer viertägigen Reise in der Wüste am Freitagnachmittag ein. Am Sabbat besichtigten sie die hiesigen heiligen Stätten und besuchten das jüdische Viertel sowie den Chachambaschi, von dem sie sehr herzlich empfangen wurden. Am Sabbatabend veranstalteten sie einen Turnabend in der hiesigen Knabenschule des Hilfsvereins. Der Saal war überfüllt. In einer Ansprache wurde der Wunsch ausgedrückt, daß die Jugend von Hebron bei dem nächsten Besuch des „Makkabi“ mitturnen möchte. Ein anderer Redner tadelte die Palästina- Organisationen, daß sie Hebron nicht in den Kreis ihrer Tätigkeit einbeziehen und auch die verschiedenen kolonisatorischen Möglichkeiten in der Umgebung von Hebron nicht ausnutzen. Jaffa, 4. Mai. Vor kurzem fand hier in der Schule der Alliance eine Beratung der jüdischen Lehrer für die arabische Sprache statt. Den Vorsitz führte Nissim M a 1 u 1, der die judenfeindlichen Strömungen unter den Arabern auf die Unkenntnis der arabischen Sprache unter den Juden zurückführte, ln der Diskussion, die in hebräischer Sprache geführt wurde, wurde auch die Meinung ausgesprochen, daß unsere Gymnasien die alten orientalischen Sprachen und nicht Latein und Griechisch als klassische Sprachen zu pflegen hätten. Es wurde auch auf die Bedeutung der arabischen Sprache für ein gutes Verständnis des Hebräischen hingewiesen. Die Versammlung befaßte sich ferner auch mit praktischen Fragen des Unterrichtswesens. Haifa, 4. Mai. Von hier berichtet man dem Arbeiterblatt „Ha’achduth“: Seit 21/2 Jahren arbeiten beim hiesigen Technikum zirka 40 jüdische Steinmetzen. Die Arbeit unterstand bis jetzt direkt der Verwaltung des Baues. In letzter Zeit wurden auch diese