Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 17 (25.4.1913)
- Date
- 1913-04-25
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3315709-3316567-3316591--57375-3375832- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
540 Nr. 17 DIE^ELT Nachdem Herr Dr. Perl mann die frühere Tätigkeit in Deutschland skizziert hatte, entwickelte sich eine lebhafte mehrstündige Debatte. Es wurde über verschiedene Einzelaufgaben der hebräischen Arbeit verhandelt, darunter über die Frage der hebräischen Kindergärten, die von Herrn Dr. Zimmerm a n n speziell für Berlin des näheren erörtert wurde. Die Ausführungen von Frau Lina Wagner galten insbesondere der Einrichtung von Kinderklubs und Kinderzirkeln. Die Frage der hebräischen Schulen wurde von Herrn Leser angeschnitten und durch die Herren P. Cohen und Schulmann aus Palästina ergänzt. Herr David Cohn sprach über die Unterrichtsmethoden für hebräische Kurse. Die brennende Frage der hebräischen Lehrbehelfe für Deutschland wurde von den Herren Dr. Rosenblüth, Rabbiner Dr. Emil Levy, Alex Adler-Lübeck und Josef Lin ausführlich besprochen. Ueber alle diese Fragen und Vorschläge wird das neugewählte Landeskomitee seine Bestimmungen treffen. Nach einer längeren Debatte über die eigentliche Konstituierung des Landeskomitees, an der sich die Herren Dr. Heinrich L o e w e, Dr. J. Meisl, Dr. Rosenblüth, Alex Adler, Dr. Jardeni, Kraus, Jedidja, Gonzer u. a. beteiligten, wurde der Beschluß gefaßt, ein Landeskomitee zu wählen, das sich aus Mitgliedern von verschiedenen Städten Deutschlands zusammensetzt und 'dessen geschäftsführender Ausschuß seinen Sitz in Berlin hat. Allen regelrechten hebräischen Gruppen in Deutschland steht das Recht zu, je ein Mitglied für das Landeskomitee der Histadruth zu ernennen. Zu Mitgliedern des geschäftsführenden Ausschusses wurden gewählt die Herren R.-A. S. Gronemann, Dr. S. Perlmann, Frau Lina Wagner, Josef L i n, Dr. J. Meisl, Dr. S. Bernstein, Dr. Alfred W o I f t, Dozent Dr. J. Baneth, M. Gonzer, Dr. Georg Gerson und Pinchas Cohen. Zuletzt wurde auf Antrag des Herrn Dr. Bernstein dem Vorsitzenden der Versammlung, Herrn Leo Motzkin, für seine hingebungsvolle Leitung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Die Adresse des Deutschen Landeskomitees der Histadruth ist vorläufig: Organisation für hebr. Sprache und Kultur, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 93 (Tel.: Amt Wilhelm 1113). Palästina-Reise-Gesellschaft (e. V.) in Hamburg Die Generalversammlung der Gesellschaft findet am Sonntag, den 27. April er. (4. Tag Chol-ha-Moed Pessach) im Bureau des kgl. Notars Dr. Victor, Wandsbek, Lübecker Straße 26, um 11 Uhr vormittags, statt. Tagesordnung: Bericht, Verlosung, Wahlen. Berlin. Die jüdisch-nationale Frauenvereinigung veranstaltete am Mittwoch, den 26. März, in den Räumen des „Tiergartenhofes“ ihren Purim-Kinder-Ball. Leipzig. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 29. März ein Kostümfest „Purim in Tel-Awiw“. Das Fest verlief zu allgemeiner Zufriedenheit. Gebweiler. In der vergangenen Woche hielt Herr stud. jur. Robert Levy vor einem zahlreich versammelten Publikum einen Vortrag über die „Judenfrage“. Remscheid. Am 11. März hielt Herr Parteisekretär Kurt Rosenbaum einen Propagandavortrag über das Thema: „Der Balkankrieg und das jüdische Problem.“ Königshütte. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina veranstaltete in Oberschlesien eine Vortragstournee des Fräulein Hanna Helene Cohn aus Berlin mit anschließenden Spitzenausstellungen. Fräulein Cohn sprach in Beuthen, Königshütte, Ratibor, Myslowitz und Zabrze über: „Eine Aufgabe der modernen Jüdin.“ Kempen (Bez. Posen). In einer gut besuchten Versammlung hielt am 31. März Herr Parteisekretär Kurt Rosenbaum einen Vortrag über „Jüdische Emigration und Koloni- Schönlanke. Herr Rechtsanwalt Dr. Kollenscher hielt in unserer Ortsgruppe einen Propagandavortrag, der bei allen Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Memel. In der hiesigen Zionistischen Vereinigung hielt Herr Referendar Bry aus Insterburg einen Lichtbildervortrag über das Thema: „Jüdische Volksarbeit im Lande Israels.“ Wetzlar. Am 6. April sprach hier in einer von der Z. V. f. D. einberufenen gut besuchten Versammlung Herr Martin Levigard über das Thema: „Was ist und was will der Zionismus?“- Ostrowo. Herr Direktor K a r e s k i, Posen, hielt hier am 30. v. Mts. einen Vortrag über „Die Zukunft des Judentums“. Eberswalde-Messingwerk. Am Sonntag, den 30. v. M., veranstalteten die hiesigen Zionisten eine Purimfeier. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Sammlung für ein Messingwerker Jemenitenhaus eingeleitet, für das bis jetzt über 100 M. gezeichnet wurden. Stettin. Unsere Ortsgruppe hat einen großen Verlust zu beklagen. Eines der ältesten Mitglieder, Herr Julius Hahn, der unserer Gruppe seit vielen Jahren angehört hat, ist gestorben. Halberstadt. Am 25. Februar sprach in Vertretung des verhinderten Parteisekretärs Herr Dr. Löwenherz in einer Versammlung der Schekelzahler über „Den gegenwärtigen Stand der Arbeit der zionistischen Organisation.“ Wiesbaden. Im Monat März fanden in der hiesigen Ortsgruppe zwei Mitgliederversammlungen statt. Am 12. März sprach Herr J. F e 1 d m a n n - Jaffa über „Zionistische Arbeit in Palästina“. Einige Tage später, am 16. März, sprach Herr Oberlehrer D. Tachauer über das Thema: „Strömungen im modernen Judentum.“ Calcar (Niederrhein). Am Sonntag, den 6. April, hielt Herr Lehrer Reinhardt aus Köln einen Vortrag über „Der Zionismus vom Standpunkt der jüdischen Orthodoxie“. Oesterreich Teplitz-Schönau. ln die letzten vierzehn Tage fallen drei überaus erfolgreiche Veranstaltungen des hiesigen Volksvereins, die den vorläufigen Abschluß seiner Wintertätigkeit bedeuten dürften. Am 2. April fand ein reichhaltiger „J ü d ischer Literaturabend“ mit Herrn Dr. Hugo Herrmann als Conferencier und einigen Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters als Vortragenden statt; am 12. April sprach der hiesige Advokat, Herr Dr. Josef P o 1 a c e k, als Gast des Vereins vor einem zahlreichen Publikum über „Modernen Antisemitismus“, und am 17. April abermals Herr Dr. Hugo Herrmann in geistreicher Weise über das Thema: „G olusbejahung — Golusverneinun g“. Die kommende Pause soll nun der Vorbereitung für einige neue Veranstaltungen während des Sommers wie Herzlfeier, Schekel- und Kongreßversammlungen dienen. Iglau. Der jüdische Volksverein „Theodor Herzl“ veranstaltete am 13. April a. c. einen Palästina-Lichtbildervortrag, der die Bilder der „Jüdischen Zeitung" dem Publikum vorführte. Den Begleitvortrag sprach in ausgezeichneter Weise Herr Dr. Georg Weiner, der die Anwesenden in begeisterter Weise für die Palästinaarbeit im allgemeinen und die Jemenitenaktion insbesondere zu gewinnen suchte. Redner und Veranstalter hatten einen vollen Erfolg zu verzeichnen, der sich hoffentlich auch in Spenden für die Jemenitenaktion dokumentieren wird. Ungarn Eine neue zionistische Hochschulvereinigung (Von unserem Berichterstatter.) Budapest. Am 8. April d. Js. konstituierte sich hier die zionistische Hochschülervereinigung „Bar Kochba“. Sie wurde vornehmlich von den der „Makkabäa“ in Budapest angehörenden Studenten der polytechnischen Hochschule gegründet. Die Mitgliederzahl beträgt bereits 22. Erster Vorsitzender ist cand. ing. Mendel Ferencz. Bei der Konstituierung wurden an den Präsidenten des E. A. C., Herrn Prof. Warburg, und an den Präsidenten unserer Landesorganisation, Herrn B. B e r e g i, Begrüßungstelegramme abgesandt. Holland Rotterdam. Am Sonntag, den 6. April, hielt die hiesige Ortsgruppe eine öffentliche Propagandaversammlung ab, in der Herr Dr. S. Franzie Berenstein über „Zionismus als Lösung der jüdischen Frage“ und Herr Dr. D. Cohen über „Palästina oder ein anderes Land“ sprach. Eine Serie neuer Bilder aus Palästina wurden vorgeführt. Noord-Brabant. Am 13. April hielt die Ortsgruppe Noord- Brabant in zwei Städten Propagandaversammlungen ab. In Oss sprach Herr Dr. D. Cohen über „Der Freiheitsgedanke des jüdischen Volkes“. In s’Hertogenbosch hielten die Herren Dr. Henri Edersh e i m und Dr. D. Cohen Vorträge über „Das neue Leben in Palästina“ und „Die Juden und die Zukunft des jüdischen Volkes“. Haarlem. Am Sonntag, den 13. April, veranstaltete die Ortsgruppe Haarlem eine Propagandaversammlung, in der Herr Dr. D. Gerzon eine Rede über „Die kulturelle Seite der jüdischen Frage“ hielt.