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Die Welt · 1913-04-18 · 16 (18.4.1913) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 16 501 die2§kelt in Widerspruch stehen kann .. . . Wir sind deshalb der Ueberzeugung, daß das Vorgehen des „Zentralvereins" nicht gut überlegt war. Wer wird den Nutzen haben an dieser „reinlichen“ Scheidung? Etwa die Juden? Sicherlich nicht. Man wird die Aengstlichen unter ihnen belächeln, die anderen aber nicht mehr schätzen. Ob ein Jude in Deutschland Mitglied des „Zentralvereins“ ist oder Mitglied des „Zionistenverbandes", was ist der Unterschied? Keiner hat Anspruch von ihnen, Offizier zu werden, keiner bekommt von ihnen höhere Staatsstellen. Die Einigkeit der Juden in Deutschland leidet aber unter der. Tätigkeit einiger Heißsporne aus dem Lager des „Zentralvereins". Die Folgen werden in Zukunft nicht ausbleiben und wir bedauern diesen Zwiespalt im Interesse der gesunden Entwicklung der Gesamtheit." Das Märzheft (Adar scheni) des „Haschiloah“ bringt an erster Stelle die Fortsetzung der grandiosen Dichtung „Manginoth Israel" (Israels Melodien) von S. Schneiur. Hierauf folgt der Schluß des Aufsatzes über Rabbenu Gerschom, die „Leuchte des Exils", von Naphtali ben Jehuda. Dr. S. Bernfeld entwirft ein interessantes Lebensbild Leo Modenas, des vielseitigen venezianischen Rabbiners (gest. 164S), eines der vielumstrittensten Charaktere der jüdischen Gelehrtengeschichte. Ch. Bunin beginnt eine aufschlußreiche und fesselnde Studie über das eigenartige philosophisch-theosophische System der von R. Schneur Salman aus Ladv (gest. 1813) begründeten chabadäischen Richtung des Chassidismus. Das Heft enthält ferner die Fortsetzung der palästinensischen Reiseschilderungen Dr. Josef Klausners, der diesmal über Pethach-Tik wah berichtet, den zweiten Teil des statistischen Aufsatzes von Josua B a r s i 1 a i über die gegenwärtige Lage der palästinensischen Kolonisation, Novellen von M.'Seco, lra Jan, ein stimmungsvolles Gedicht von J.Rav r a b i und eine literarische Rundschau. Das Februar-März-Heft der hebräischen Zeitschrift für wissenschaftliche und praktische Landwirtschaft „Hachaklai“ bringt einen Rückblick des Redakteurs Dr. M. Zagorodsky zum einjährigen Bestehen der Zeitschrift, die Fortsetzung des Aufsatzes „Dry-Farming in Palästina" (nach John Widstoe), eine geschichtliche Darstellung des Weinbaues und seiner Entwicklung in Palästina von M. Puchacze wsky, die Fortsetzung des Artikels von Dr. Metmann-Cohen über Getreide- und Nutzpflanzen Palästinas, ferner die ständigen Rubriken: Aus der Fachliteratur, Chronik, Fragen und Antworten, Kritik und Bibliographie. Soeben ist in Wilna die erste Nummer einer illustrierten hebräischen Jugendzeitschrift „Hanoar“ (Die Jugend) erschienen, die von E. L e w i n redigiert wird. Das Heft enthält Beiträge von Hillei Zeitlin, J. L. Perez, M. Ben- Elieser u. a. Die erste Nummer der „Freistatt“, alljüdische Revue, Monatsschrift für jüdische Kultur und Politik, die am 20. April erscheint, bringt folgende Beiträge: „Die Erstarkung der westlichen Jüdischkeit" von F. M. Kaufmann, „Ein Dokument der Assimilation" von L. Strauß, „Judaismus und nationales Judentum" von Nachum G o 1 d m a n n , „Das jüdische ökonomische Leben" von Jakob Lesczinski, „Innenkolonisation in Galizien" von B. Rubstein, „Capriccio" von A. C o r a I n i k , „Die Krähe", eine Novelle von Arnold Zweig, „Jiddische Dichtung" und „Glossen“. Die Zeitschrift ist durch den Verlag der „Freistatt", Eschweiler, zu beziehen. Die Pessach-Nummer von „Jung Juda“, Zeitschrift für unsere Jugend (erscheint in Prag alle 14 Tage, Bezugspreis für Deutschland 5 M.), zeichnet sich besonders vorteilhaft durch zahlreiche gediegene Beiträge wie durch sehr hübsche Illustrationen aus. Diese Jugendzeitung, auf welche wir schon jüngst aufmerksam gemacht haben, ist im Geiste der Renaissance des Judentums geleitet und versteht es, unsere Jugend für die jüdischen Ideale zu begeistern. Auch die Ausstattung der Zeitschrift verdient Anerkennung. Das jüdische „Tagblatt“ in Lemberg bringt in der Nr. 66 ein Interview mit dem ruthenischen radikalen Abgeordneten Dr. Ivan M a k u c h , aus dem hervorgeht, daß die Ruthenen in der Landtagswahlreformfrage den jüdischen Forderungen keine Rechnung tragen und gegen diese Forderungen mit den regierungsfreundlichen Parteien stimmen werden. Nr. 71 enthält einen Artikel von M. J. Seidmann (Berlin) über die jüngste Judendebatte im preußischen Landtag, Nr. 72 einen ausführlichen Bericht von lsak Eben (New York) über die dortige Propagandatätigkeit Nahum Sokolows. In Nr. 74 geißelt Dr. Leon Reich die schändliche Haltung der assimilatorischen Landtagsabgeordneten. Das in polnischer Sprache erscheinende Organ der galizischen Zionisten, der „Wschöd“ in Lemberg, enthält in Nr. 11 ein Interview von Moses Frostig mit dem bekannten Führer der Allpolen Dr. Stanislaus Glombinski, in dem dieser unumwunden den Untergang der Assimilation und den Sieg des Zionismus im galizischen Judentum zugibt. Michael Jahrblum (Warschau) stellt den Judenboykott in Russisch-Polen dar. Nr. 12 desselben Blattes bringt einen Artikel von Dr. Adolf R o t f e 1 d über die Landtagswahlreform. In Angelegenheit des Proportionalwahlsystems ergreift in Nr. 13 Dr. Leon Rosenkranz das Wort. Das Organ der Poale-Zion Oesterreichs, die Wochenschrift „Der jüdische Arbeiter“ (Jargon), bringt in Nr. 14 ein Interview des Dr. Max Rosenfeld mit dem Ruthenenobmann Dr. Kost Le wi cki. Auch dieser Führer der Ruthenen hält die Entrechtung der Juden bei der Wahlreform für gerechtfertigt und verlangt eine Assimilation der Juden — an die Ruthenen. In diesem Falle könnten die Ruthenen die Juden unterstützen. Das dem Präsidenten des Polenklubs nahestehende Blatt „Gazeta Poniedzialkowa“ (Krakau) enthält in der Osternummer eine Unterredung ihres Wiener Korrespondenten mit Adolf Stand, worin der Führer der galizischen Zionisten unsere Stellung zu den Polen präzisiert. Ueber dasselbe Thema schreibt unser Gesinnungsgenosse Dr. David Malz in der polnischen wissenschaftlichen Monatsrevue „Krytyka“, die eine Diskussion über die Judenfrage in den polnischen Ländern eröffnet hat. Eine Reihe hervorragender Publizisten hat bereits zu dieser Frage das Wort ergriffen, unter anderen der Chefredakteur der Zeitschrift, Wilhelm F e 1 d m a n n , der, selbst Assimilant, dem Zionismus große Konzessionen macht. Zur gefL Beachtung! Der jüdifdhen und der christlichen Feiertage wegen werden die beiden nächsten Nummern der ,,Weit" nicht am Freitag, sondern am Sonnabend in die Hände unserer Leser gelangen. «Redaktion und Verlag ,^Die Welt".

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