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Die Welt · 1913-04-18 · 16 (18.4.1913) · page 3

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 16 491 dies^elt dazu bei, daß sie trotz aller äußerlichen Assimilation etwas Besonderes D'i'iSD blieben. Und deshalb wurden sie in Aegypten gerade durch die andrängende Assimilation zu einem Volke. Denn sie empfanden, daß sie Gefahr liefen, in der umgebenden Menge unterzugehen, weil sie eben kein primitiver Beduinenstamm waren, sondern mindestens auf der gleichen Höhe der Kultur standen wie die Aegypter selbst. Drei Dinge sind es, die nach der Ueberlieferung, trotz aller Assimilation, das Erwachen des Nationalismus ermöglichten und ihm zum Siege verhalten. Die Juden hatten trotz gelegentlicher Annahme ägyptischer Namen kernigen Sprache sagt, „allerlei Gesindel“. Daher gibt es noch heute unter den Nachkommen dieses aus Aegypten gezogenen Israels viele, die vielleicht gar nicht so unrecht haben, wenn sie für sich ein anderes Volkstum in Anspruch nehmen. Wir überlassen es ihnen gern. Denn eine lebenskräftige Rasse zeigt auch darin ihre Gesundheit, daß sie fremdartige Elemente immer wieder von selbst ausscheidet. Dieselben Eigenarten, die unseren Stamm in seiner Selbständigkeit aus der ägyptischen Knechtschaft und aus dem babylonischen Exil gerettet haben, die die Versprengten im Nillande wie am Euphrat zu einem Volke Lesser Ury: Moses bringt die Finsternis über Aegypten doch im großen und ganzen ihre hebräischen Namen beibehalten. Sie hatten aber auch ihre Sprache bewahrt, und verstanden es, daß sie nur in ihrer eigenen Mundart ihre geistige Selbständigkeit sich auf die Dauer bewahren konnten. Endlich wußten sie auch den Wert der äußeren Erscheinung des Lebens zu schätzen, wenn sie die eigene Tracht sich erhielten und äußere Symbole in ihrem Werte für die Erhaltung eigenen inneren Wesens erkannten. Diese Juden kamen aus dem Zentrum der höchsten damals erreichten Kultur und schlossen sich, wie die neuere Forschung zu wissen meint, in der Wüste und im Lande Israel mit Brüdern zusammen, die sich von ihnen in früherer Zeit getrennt hatten, die anders gewandert, aber unvermischt waren und deshalb ihre Brüder geblieben waren. Dagegen schloß sich den Auswanderern aus Aegypten vielerlei Mischvolk an, das nicht reinhebräischer Rasse war, oder wie Martin Luther in seiner erwachsen ließen, wirken auch im dritten Galuth, in dem wir leben. Haben doch die Juden überall die Liebe zu ihrer hebräischen Sprache so weit sich erhalten, daß diese aus den noch erhaltenen Wurzelkräften zu immer neuem Leben erwacht und sogar im alten Heimatlande so kräftig Wurzel schlägt, daß ein neuer, lebenskräftiger Baum aus diesen Wurzeln emporschießt. Aber auch in den Sprachen des Galuth haben sie Eigenartiges geschaffen. Und nicht alle, die ihrer Fesseln spotten, und geschähe es auch im angeblich „dialektfreiesten deutschen Dialekt“, sind darum schon dieser Fesseln ledig. Und während es der Assimilation, trotz aller Bemühungen, noch immer nicht gelungen ist, die äußerlichen Formen jüdischen Eigenlebens zu zerstören, schafft die Jugend bereits bewußt und unbewußt an neuen Formen des selbständigen Zusammenlebens, so daß auch heute noch wie von den Vätern im Aegypterlande gelten kann: „Sie haben ihre Tracht nicht geändert“, die Besonderheit in der äußeren

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