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Die Welt · 1913-04-04 · 14 (4.4.1913) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 14 * DIE3^ELT 441 Dt Gewinn- und Verlust-Konto per 31. Dezember 1912 Ct AUSGABEN. An Londoner Kosten pro 1912: Schreibmaterialien, Drucksachen, Porti,Telegramme, Reisespesen, Kommission für den Verkauf v. Aktien und Diverse. Advokaten- und Revisionsgebühren . Einkommensteuer .... „ Kosten der Palästina - Filialen pro 1912: Miete. Gehälter. Schreibmaterialien, Porti Telegramme, Bureau Spesen und Diverse . Reisespesen. Advokaten- und Revisions gebühren. Mobiliarabnutzung .... Abschreibung a. Effektenkonto Abschreibung a. Gründungsspesen Saffed. Abschreibung von Dubiosen „ Saldo: Gewinn pro 1912 . . . 36.15.— 293. 1. 4 442.1 9 078. 304. 175. 189. 544. 21. .—. 7 -. 5 1. 6 MO. 6 .15. 5 £ sh d 1 325 6 1 4 j 13 154 : 7 I 1; j 2 536 31 1 5 289 3 3, 22 304 19 9 | EINNAHMEN. sh d Per Zinsen und Provisionen: London . Palästina-Filialen: Jaffa.11 602. 5. 8 Jerusalem. 3 655.16.- ßeirut.3186. 8.- Haifa. 2 208. 4. 4 Hebron. 376. 5. 3 Saffed. 744.18 8 21 773.17.11 Ab Kosten der Palästina- Filialen 1912 13 154- 7. 1 Dubiosen . . 2 536. 3. 1 _1 Netto-Gewinn der Palästina- Filialen 1912 . 6 083. 7. 9 22 304 Oesterreich Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“ Nach dem Vorbild des jüdischen Wanderbundes „Blau- Weiß“ in Berlin hat sich ein derartiger Wanderbund auch in Wien gebildet und tritt jetzt mit einem von zahlreichen bekannten jüdischen Persönlichkeiten Unterzeichneten Aufruf an die Öffentlichkeit, ln dem Aufruf heißt es: Wir rufen Euch zu einem Werke der Liebe an Euren Kindern auf, im Vertrauen auf Eure bewährte Tatkraft, die noch nie versagte, wenn es galt für Eure Kinder zu wirken. Und es gilt mit geringen Mitteln Großes und Schönes zu schaffen. Ihr werdet wissen, was wir wollen. Wir wollen unsere Jungen und Mädchen hinausführen in die freie Natur, in sonnige Landschaften, damit die Sonne auch jüdische Kinderherzen wieder erwärme, damit sie als Männer und Frauen sich ihrem Lichte offen halten, das sie heute vergeblich um Einlaß bittend, umflutet. Wir werden unter Leitung verläßlicher Führer planmäßige Wanderungen veranstalten, die durch die Einfachheit (Alkohol- und Nikotingenußverbot), die auf ihnen herrschen, allen Kindern zugänglich sein werden. Junge Juden durch turnerische Zucht zur Herrschaft über den eigenen Körper, durch Einordnung in harmonisch gefügte Verbände zu gesundem Gemeinsinn zu erziehen und durch die Zugehörigkeit zu einer frohen jüdischen Gemeinschaft ihr Selbstbewußtsein zu heben, ist eines unserer Ziele. In vielen Ländern und bei vielen Völkern hat diese Einrichtung sich vortrefflich bewährt und gestützt auf Eure Liebe zu Euren Kindern wird diese edle Sache auch der jüdischen Jugend ihren Segen bringen. Zionistische Propaganda in Böhmen (Von unserem Berichterstatter.) Prag. Anfang März fand in Böhmen eine große Propagandatournee des Sekretärs des Engeren Actions-Comites Herrn Kurt Blumenfeld statt. Dieser Tournee waren zahlreiche Versammlungen, in denen Herr Blumenfeld im Laufe der letzten Monate gesprochen hatte, vorangegangen. Sie hatten den Boden vorbereitet und im ganzen Lande eine sehr aufnahmefähige und erwartungsreiche Stimmung erzeugt. Die Vorträge wurden überall enthusiastisch aufgenommen; die Versammlungen gestalteten sich zu großen Massenkundgebungen und erhöhten das Ansehen und den Einfluß der zionistischen Organisation. Besonders wichtig aber ist die unverkennbare Wirkung der durch Herrn Blumenfeld im Aufträge des Engeren Actions-Comites durchgeführten organisatorischen und propagandistischen Arbeit insofern als die innere Tätigkeit der zionistischen Organisation erhöht, die Geschlossenheit und Klarheit des Nationalbewußtsein bei jedem einzelnen Zionisten neu gesichert worden ist. In Bodenbach wurde nach dem Vortrag die Gründung eines zionistischen Volksvereins beschlossen und eingeleitet. Besonders erfolgreich waren die großen Versammlungen in Teplitz, Komotau, Brüx, Karlsbad und Pilsen. Hier bestehen zionistische Organisationen schon seit vielen Jahren, die sich zum Teil unter schweren Kämpfen gegen die Assimilanten durchgesetzt haben. In mehreren Orten hatten die jahrelangen Kämpfe zwischen Zionisten und Nichtzionisten eine derartige Scheidung herbeigeführt, daß es den einheimischen Zionisten oft ganz unmöglich erschien, neue Kräfte für die Bewegung heranzuziehen. Darum begrüßen die Zionisten Böhmens mit berechtigter Genugtuung die Erfolge, die Herr Kurt Blumenfeld mit seinen Propagandareden erzielte. Große Versammlungen fanden mit ausgezeichnetem Erfolge in Reichenberg, Trauten au und Eg er statt. Eine der schönsten Versammlungen, in Prag, schloß die Tournee Kurt Blumenfelds. Hier in Prag sprach er über „Zionismus und Liberalismus“ und wußte in unübertrefflich klarer und überzeugender Form den Liberalismus der deutschen Assimilationsjuden zu charakterisieren und dem Zionismus gegenüberzustellen. Das Actions-Comite hat sich durch die Entsendung Kurt Blumenfelds nach Böhmen um unsere Organisation große Verdienste erworben. Hoffentlich wird es nicht mehr lange dauern, bis die Früchte der systematischen Propaganda reifen werden. Jedenfalls hat man bei uns den deutlichen Eindruck, daß die zionistische Organisation von starkem Willen beseelt und ausgezeichnet geleitet ist. Brünn. Nach langjähriger Unterbrechung hat Brünn wieder einen zionistischen Bürgerverein. In der konstituierenden Generalversammlung des Vereins, der den Namen „Jüdischer Volksverein Theodor Herzl“ trägt, welche am 19. März stattfand, wurde W. Albert Schönhof zum Obmann, ferner ein neungliederiger Ausschuß gewählt. Die Brünner Gesinnungsgenossen sind jetzt in vier Vereinen organisiert. Hoffentlich wird es ihrem gemeinsamen Bemühen gelingen, dieser großen Judengemeinde jene Stellung in der zionistischen Organisation Mährens zu sichern, die ihr gebührt. Lemberg. Sonntag, den 23. März d. J., feierte die akad. Verbindung „Judäa“ das 10 jährige Jubiläum ihres Bestehens. Die Feier begann mit einem Festkonvent, den Senior Enis mit einer eindrucksvollen Rede eröffnete. Dann sprach der erste Senior A. H. Dr. Rabner über die Geschichte der 10 jährigen Arbeit. Abends fand ein Banquett statt, das neben dem offiziellen Teile auch einen fröhlichen nicht offiziellen aufzuweisen hatte. Anläßlich ihres Jubiläums zeichnete die Verbindung „Judäa“ ein Jemenitenhaus im Betrage von 1000 Kr. (wovon bereits 600 Kr. volleingezahlt sind) und beschloß, dem hebräischen Gymnasium in Jerusalem als Gründungsmitglied mit einem Anteil von 1000 Kr. beizutreten.

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