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Die Welt · 1913-03-14 · 11 (14.3.1913) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
11 (14.3.1913)
Date
1913-03-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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344 - DIE3qEELT- Nr. 11 Gg. Auerbach zeichnet die folgenden Richtlinien für eine gesagt, daß auch die ökonomischen und sozialen Vorteile gemeinnützige Häuserbaupolitik: erreicht werden. 1. Förderung des Eigenbaues und Wohnen im eigenen Das Eigenbausystem (verbunden mit Bodenspekulation oder Hause; nicht) kann schwerlich etwas zur Lösung der Wohnungsfrage 2. Ausschaltung der Bodenspekulation; beitragen. Bessersituierten eine Gelegenheit zu schaffen, um 3. Vermeidung der Mietsspekulation. ihre Häuser auf Abzahlung zu kaufen, kann nur in sehr engem Auf Verlangen der geehrten Redaktion habe ich alle Umfang gemeinnützig sein. theoretischen Auseinandersetzungen zurückgezogen und kann Ist die hier entwickelte Auffassung richtig, dann gibt cs daher nur auf die Schwierigkeiten hinvveisen. in Palästina doch wirklich dringendere Aufgaben zu lösen, Die Bau- und Terrainspekulation ist eigentlich nichts als die Umwandlung gutsituierter Mieter in gemein( V)nützigc anderes als der Handel mit Grundstücken. Die Bauunterneh- Bauspekulanten. Nehemia de Lieme. murigen werfen im allgemeinen keine außerordentliche Di- > ■ - vidende ab. Im besonderen hat die Theorie der Peripherie . „ . . die Arbeit des sog. Bauspekulanten als sozial nützlich an- Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit erkannt. Herr Auerbach hat sich nicht klar darüber ausge- Palästina sprechen, warum dieser Unternehmer ausgeschlossen werden Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Pamuß. Die Preise der Grundstücke in Tel Awiw beweisen an lästina, dessen fünfter Jahresbericht eben erschienen ist, kann sich nichts. mit Befriedigung auf seine Tätigkeit im vergangenen Jahre In dem Projekt ist aber weder die Bauspekulation noch zurücksehen. Die Institutionen, die von ihm ins Leben geiler Mietswucher ausgeschaltet. Die projektierte Gesellschaft rufen wurden, haben sich weiter gut entwickelt und weisen muß auf eigenes Risiko in einer günstig gelegenen Gegend viele Fortschritte auf. In Jaffa werden zurzeit in der Schule einige Parzellen Baugrund kaufen. Sie muß selbst im Besitz 57 Mädchen beschäftigt gegen 40 im Vorjahre. Das Atelier eines ziemlich großen und abgerundeten Komplexes sein, in Jerusalem ist von 50 auf 150 Mädchen vergrößert. Das so daß sie die Macht über den Häuserbau des ganzen Atelier in Tiberias beschäftigt in diesem Jahre SO Mädchen Komplexes hat. Die Baugesellschaft verhält sich also ganz gegen 30 im Vorjahre. Die feinsten Arbeiten kommen von genau wie jeder andere Spekulant. dort. Neuerdings wird dort auch Nähunterricht erteilt, ln Der Mietswucher ist ebensowenig vermieden. Wenn die Safed ist im Laufe dieses Jahres eine Nähschule für 75 Mädchen Mietpreise der eigenen Wohnungen steigen, dann geschieht eröffnet. Da unter der Bevölkerung in Safed große Not dasselbe, was in Tel Awiw der Fall war. Die Eigentümer herrscht, kann man annehmen, daß die Schule von großem der Häuser verlassen ihre Wohnungen und vermieten dieselben. Segen für die Stadt werden wird. Die Zahl der Heitn- Ucbrigens ist es doch ein Fehler, anzunehmen, daß Menschen, arbeiterinnen, die bis jetzt aus den Schulen hervorgegangen die in einem eigenen Hause wohnen, der Steigerung der Bodenist, beläuft sich vorläufig auf 26, da wegen der schlechten preise nicht unterworfen sind. häuslichen Verhältnisse das Arbeiten zu Hause noch nicht Die Rentabilität von 6"/o ist auch nicht richtig berechnet. überall möglich ist. Im ganzen beschäftigt die vom Verein Nebenbei möchte ich bemerken, daß das Beispiel, das Herr eingeführte Spitzenindustrie und Näharbeit jetzt 3SS Mädchen. Dr. Auerbach anführt, nicht richtig ist. Wenn jemand ein Dazu kommen 16 Lehrerinnen, teils für Spitzen und Nähen, Familienhaus für 12 500 Frs. bauen läßt, wovon er sogleich teils für Hebräisch und Turnen. Mit dem Dienstpersonal sind 2500 Frs. bezahlt, dann verwohnt er nicht anstatt ,600 bis es rund 410 Personen, denen durch den Verband eine Erwerbs- 650 Frs. Miete 950 Frs. Annuität. Denn dabei wird doch verquelle geschaffen worden ist. Auch der Verdienst der Mädchen gessen, daß er dann auch wenigstens 4°,o von 2500 Frs. an hat sich gesteigert. Wenn eine mittlere Arbeiterin 25 bis 30 Frcs. Zinsen verliert und also 1050 Frs. verwohnt statt SO0—85O Frs. monatlich verdient, so gibt es auch schon Mädchen, die bei fei- Nimmt Gg. Auerbach an, daß die Gesellschaft netto nerer Arbeit und Stücklohn imstande sind, bis zu 50 Frs. zu verlv’„ ausschütten wird und berechnet er die Annuität bei 9\i> dienen, ln den Schulen wird auf Ordnung und Sauberkeit auf 20 (eigentlich 21) Jahre, so bleiben jährlich für die Adminigesehen. Die Räume sind hell und freundlich. Auch wird für stration, Unterhaltungskosten, Steuern und Risikoprämie ärztliche Untersuchung der Augen gesorgt, was speziell in 100 Frs. oder ca. 10°',» des Mietszinses, was sehr wenig ist. Jerusalem, wo die ägyptische Augenkrankheit an der Tages- Wahrscheinlich stehen den Initiatoren lokale Statistiken zu Ordnung ist, von besonderer Wichtigkeit ist. Die Nachfrage Gebote, aber solange diese Zahl nicht näher begründet wird, nach den Spitzen ist im Wachsen, so daß die Spitzen gut verdarf man sie als eine übermäßig niedrige betrachten. kauft werden. Die vom Verband in Kinereth bei Tiberias Wenn die lOo (resp. 100 Frs.) genügend wären für die begründete landwirtschaftliche Haushaltungsschule hat sich als Administration, Unterhaltungskosten und Steuern, was ich besehr lebensfähig gezeigt. Seinen bescheidenen Mitteln entzwcifle. so sind sic jedenfalls unzureichend zur Deckung des sprechend hat der Verband mit sechs Mädchen angefangen. Risikos der Baugrundspekulation und des Zinsenverlustes, der Der Versuch gelang ausgezeichnet, und zurzeit arbeiten dort bei solchen Transaktionen immer ziemlich groß ist. 14 Mädchen. Die Mädchen erhalten praktischen und theore- Noch weniger deutlich ist der gemeinnützige Charakter tischen Unterricht in Haushaltung und Gartenbau. Neuerdings des Projekts. Das eigentliche Wohnungsproblem — die Wohsoll Milchwirtschaft und Geflügelzucht dazu kommen, mmgsnot für die Allerärmsten und für die Arbeiter — läßt Das Krankenhaus in Haifa, das vom Verband subventioes gänzlich unberührt. Für den Durchschnittsarbeiter ist der liiert wird, hat sich während der kurzen Zeit seiner Existenz Eigenwohnungsbau auf Abzahlung eine Unmöglichkeit und als ein wahrer Segen für die Gegend erwiesen. Die Hälfte sollte er auch für die sehr gut situierten möglich sein, so wäre der Kranken kommt aus den galiläischen Kolonien, die b>> er doch ein Unding, da er die Bewegungsfreiheit hemmt. jetzt die Wohltat eines jüdischen Hospitals und eines jiidi- Wünscht man übrigens eine soziale Wohnungspolitik zu sehen Arztes entbehren mußten. Auch das Jaffaer Krankentreiben, so hat man wegen der vielen Schwierigkeiten, welche haus wurde vom Verband subventioniert. An beiden Krankensieh dabei zeigen, die Macht einer Staatsgewalt nötig. Ob es häusern bestehen Wöchnerinnenstuben, die von der Moskauer jedoch vernünftig ist, als Organisation, also für private Zwecke, Ortsgruppe des Verbandes erhalten werden, sieh Rechte zu sichern und auszuüben (Wertzuwachssteuer usw.), Die Zahl seiner Mitglieder ist in ständigem Steigen bcwelche im allgemeinen die des Staates sind, ist sicher eine griffen. Im Jahre 1911 betrugen die Mitgliederbeiträge etwa offene Frage. 10 000 M., im Jahre 1912 17 000 M. An Spitzen wurden im Selbstredend wird jeder die Wohltaten, die sich aus den Jahre 1911 für 7459 M. verkauft, im Jahre 1912 für 13 859 M. hygienischen und ästhetischen Gesichtspunkten des Projekts Es ist zu wünschen, daß sich dem Verbände möglichst viele ergeben, für wünschenswert halten. Damit ist aber nicht jüdische Frauen anschließen, damit er durch Zuströmen immer

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