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Die Welt · 1913-03-07 · 10 (7.3.1913) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
10 (7.3.1913)
Date
1913-03-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 10 315 die2§kelt beweise einzeln zu danken, bitten wir, auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank entgegenzunehmen. Für die akad. Verb. „Kadimah": ing. J. Baltinester. J. U. C. H. Erber.“ Prag. Am 2. März sprach im Verein jüdischer Hochschüler „Barkochba" Herr Kurt Blumenfeld über die Einheit der psychologischen Voraussetzungen des Zionismus. Seine klaren Ausführungen fanden bei dem zum Teil nichtzionistischen Publikum gutes Verständnis. Prag. Am 26. Februar sprach Herr Ernst Bechert aus Teplitz als Gast des jüdischen Volksvereins „Zion“ im Jüdischen Rathaus über Zionismus und praktisches Leben. Sein Vortrag fand, wie besonders die kurze Debatte bewies, allgemeine Zustimmung. Prag. .Das für die Zeit vom 22.-25. März anberaumte XXsemestrige Stiftungsfest der Jüd.-Nat. akad.-techn. Verbindung „Barissia" wurde auf die Zeit vom 11.—13. Mai verschoben. Iglau. Am 23. Februar 1. J. hielt der J. V. V. „Theodor Herzl" unter zahlreicher Beteiligung seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Rechenschaftsbericht ist u. a. zu entnehmen, daß für alle Partei- und Palästina-Institutionen eine planmäßige Agitation entfaltet wurde, die auch gute Erfolge erzielt hat. Es fanden 3 interne Feiern, eine große öffentliche Versammlung, in der Herr Blumenfeld sprach und eine Vertrauensmännersitzung statt, in der unser damaliger Distriktsobmann Dr. Friedmann referierte. Zu unserer erhöhten Tätigkeit trug am meisten die Neueinrichtung der allwöchentlich stattfindenden Diskussionsabende bei, die uns viele Freunde gewann und unsere Mitglieder zu erhöhter Arbeitslust anspornte. Auf Grundlage eines Kompromisses entsandte der Verein drei seiner Mitglieder in den engeren und fünf in den erweiterten Vorstand der Kultusgemeinde. Dem abtretenden Ausschüsse wurde das Absolutorium votiert. Zum Vorsitzenden wurde Herr Richard Weißenstein gewählt. Unser Vereinslokal befindet sich im Grand Hotel (Erwin Schulz, Leupoldgasse 3), wo jeden Samstag um 8 Uhr abends Diskussionsabende stattfinden. Wir machen ortsfremde Gg. darauf aufmerksam und laden sie zu denselben herzlichst ein. Iglau. Sonnabend, den 1. März fand eine große öffentliche Vereinsversammlung des Jüdischen Volksvereins „Theodor Herzl" im Bräuhaussaale statt. Kurt Blumenfeld sprach vor einem Publikum von über 350 Personen, darunter zahlreichen Nichtjuden, über das Thema „Die orientalische Frage und die Juden". Das Publikum folgte den fast zweistündigen Ausführungen des Redners mit gespannter Aufmerksamkeit und lohnte ihn am Schlüsse mit stürmischem Beifall. Eine kurze Anfrage beantwortete in der darauf folgenden, leider unbedeutenden Debatte der Redner mit einer prächtigen kurzen Darstellung der „Realitäten des Zionismus". Eine Reihe von Anmeldungen neuer Mitglieder, eine Sammlung für den N.-F., Oelbaumspenden auf den Namen Blumenfelds waren der unmittelbare Erfolg der Versammlung. Horazdiowitz. Am 2. März sprach hier, binnen kurzem zum zweiten Male, Herr Professor Viktor Freund über die zionistische Bewegung und die zionistische Organisation. In Horazdiowitz beginnen sich die Zionisten, die lange dem zionistischen Leben ferngestanden, wieder zu betätigen. England London. Die Young Zionist League veranstaltete am 23. Februar eine öffentliche Versammlung, in welcher Dr. Kopelovitch einen Vortrag hielt. Zwanzig neue Mitglieder wurden an dem Abend aufgenommen. An dem gleichen Tage hielt Rev. Dr. J. Abelson einen Vortrag für die London University Zionist Society. Am 22. Febr. hielt Mr. H. Sacher in der North London Zionist Society einen Vortrag über das Thema: „Der Balkankrieg und der Zionismus." Es folgte eine sehr lebhafte Diskussion, an welcher u. a. auch der Vorsitzende Mr. J. Bernstein teilnahm. — Der fünfundzwanzigste Todestag des bekannten hebräischen Schriftstellers Lazar Zweifel bot Gelegenheit zu einem hebräischen Vortrag des Herrn S o k o 1 o w am 22. Januar vor einer Versammlung im Jewish Institut unter dem Vorsitz des Dayan Feldman. Manchester. In der Zionist Association sprach Rev. A. Cohen über „Alte Uebersetzungen der Bibel". Am 21. Februar hielt Mr. M. Rayman für Mitglieder der Junior Zionist Societies einen Vortrag über die jüdische Frage, der eine lebhafte Diskussion folgte. Der dritte der historischen Vorträge in demselben Verein wurde von Mr. M. Silverstone am 23. Februar gehalten. An demselben Tage fand die Jahresversammlung des Mount Lebanon Beac o n No. 3, Order of Ancient Maccabeans, statt. Der Schatzmeister Mr. R. Goldstone legte die Bilanz vor, welche einen Bestand von 6200 M. aufwies. Die Mitgliederzahl beträgt 212. Es wurde beschlossen, den Zentralfonds des E. A. C. nach Möglichkeit zu fördern. Im verflossenen Jahre wurden für den Zentralfonds über 200 M. gesammelt. Die Jahresversammlung des Mizpah Beacon No. 29 fand ebenfalls am 23. Februar statt. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf 150; die Bilanz wies einen Bestand von 7000 M. auf. Türkei Ein zionistischer Vortrag in Saloniki (Von unserem Berichterstatter.) Saloniki. Der neue Klub „Bne Zion"' eröffnete kürzlich seine Vortragsabende mit einem Referat des Herrn D. Florentin über die „Zionistische Organisation und ihre Bedeutung für das Judentum“. Der Vortrag war sehr zahlreich besucht und erweckte großes Interesse. Der Redner schilderte die Leistungen der Organisation und ihren Einfluß im Judentum, d. h. also vor allem die Bedeutung des Zionismus für die Palästinaarbeit und für die Juden im Golus. Zum Schluß erklärte er, daß alle Juden sich um die nationale Fahne scharen und den Schekel zahlen müßten, weil man dadurch bekunde, daß man zu einer Organisation gehört, deren Wirksamkeit im Judentum schon bis jetzt eine außerordentliche war und in der Zukunft noch viel bedeutender sein wird. Der Vortrag machte auf die Zuhörer großen Eindruck. (□ □□□□£) FEUILLETON □ □□□□□ )| o Politik in Whitechapel Von Dr. 8. M. Mdlamed, London. Whitechapel ist eine glückliche „Medine". Man ißt dort wenig, aber man politisiert viel. Der Whitechapler Bürger ist ganz Politiker. Wie der Dalles ihn ganz umklammert und in seiner undefinierbaren Gesichtsfarbe ebenso fest sitzt wie in seinem indiskreten Fenster, so umklammert auch die Politik den Whitechapler und begleitet ihn von seinem Eintritt ins Hungertal des Lebens bis an sein seliges Ende. Darin ist Whitechapel Ungarn vergleichbar, nur ist Mikosch jovialer und innerlich freier als Reb Todress von Brick Lane, wo man sechs Orangen für einen Penny verkauft und unter Umständen recht gründlich und herzhaft flucht. Diese Erscheinung ist leicht erklärlich. Wirtschaft und Politik bestimmen sich immer gegenseitig. Auch denken meine klugen Whitechapler, die Politik sei das beste Mittel, aller Sorge und Pein entrückt zu werden. Die satten Herren in Hampstead spielen Billard, die glatten Damen in Highbury ergötzen sich am Kartenspiel, die Millionäre von Park Lane erfreut das philanthropische Spiel und meine Whitechapler werden durch die Politik selig. Wie der Dalles in Whitechapel wohlgeordnet und organisiert ist, so auch die Politik. Wer die Luft in diesem Londoner Stadtteil einmal geatmet hat (keiner ist darum zu beneiden), dem ist es sicherlich aufgegangen, daß jeder Whitechapler mit Ausnahme der Foreigners, nämlich der dort ansässigen Schabbesgojim, durchschnittlich neun politischen Vereinen und Gesellschaften angehört. Da auch die politische Betriebsamkeit der Whitechapler Groß- und Schwiegermütter (die letzteren auch Tischobeaws genannt) bekannt ist, so darf man wohl ruhig behaupten, daß Whitechapel die politischste Provinz der Welt sei. In keinem politischen Gemeinwesen der Welt kommen auf einen Bürger so viele politische Ehrenämter, wie auf die klugen Eastender. Da ist jeder mindestens siebenmal

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