Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 10 (7.3.1913)
- Date
- 1913-03-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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309 dies^elt Nr.' 10 Das Schiff fährt Freitag mittags 1 Uhr ab Triest, landet in Alexandria Montag, den 17., nachmittags 2 Uhr. Ab Alexandria Dienstag nachmittags 5 Uhr, in Port Said Mittwoch früh. Von Port Said fahren wir per Bahn nach Cairo, vvon Cairo nach Alexandria zurück und von dort nach Jaffa (Landung 22. März). Der Aufenthalt in Palästina wird 28 bis 35 Tage dauern. Wir werden das Land von Norden nach Süden, von Westen nach Osten durchstreifen. Jaffa, Jerusalem, Totes Meer, das Judäische Gebirge, den Tiberiassee, den Libanon, alles werden wir in schönen Fußwanderungen kennen lernen, und kaum eine jüdische Kolonie gibt es, die wir ,nicht besuchen werden. Die Rückfahrt tritt ein Teil am 20., ein anderer am 27. April von Haifa aus an. Ankunft in Port Said am 21. (28.) April. Auch auf der Rückfahrt ergibt sich ein dreitägiger Aufenthalt in Aegypten. Landung in Triest am 27. April (4. Mai). Wir wissen, daß unser Werk gelingen wird; hören wir doch auch, daß unsere palästinensischen Kolonisten und unsere Freunde in Cairo große Anstrengungen machen, um uns einen besonders freundlichen Empfang zu bereiten. Zum Artikel „Eine Häuserbaugesellschaft für Palästina“ Herr S. Hoofien in Jaffa schreibt uns: Jeder, der die Bau- und Mietverhältnisse in den palästinensischen Städten kennt, wird es mit Freude begrüßen, daß die schon seit vielen Jahren hier und da erwogene Idee einer Häuserbaugesellschaft jetzt in der „Welt" (Nr. 6) an leitender Stelle in so klarer Weise dargelegt wird, wie dies Herr Dr. Elias Auerbach (Haifa) getan hat. Um so eher ist es erwünscht, einige Unrichtigkeiten, die sich in die Darstellung des Bestehenden eingeschlichen haben, richtigzustellen, damit in der eventuellen Diskussion von vornherein falsche Voraussetzungen vermieden werden. 1. Der Verfasser des Artikels schreibt mit Bezug auf Tel-Awiw: „An erster Stelle ist hier das vom Nationalfonds den einzelnen Bauherren gewährte Darlehen zu nennen." Der Nationalfonds hat keinem einzelnen Bauherrn weder in Jaffa noch sonstwo auch nur einen Centime gewährt. Was er getan hat, ist folgendes: Er hat, den wiederholt bei ihm gestellten Anträgen der Anglo-Palestine Company, der die Initiative in dieser Sache zukommt, entsprechend, bei letzterer ein Depot von 300 000 Frcs. hinterlegt. Er hat mit den Mitgliedern von Achusath-Baith und Herzlia ebensowenig wie später mit denen von Nachlath Benjamin irgendeinen Kontrakt abgeschlossen. Der Abschluß aller Kontrakte mit den etwa 100 einzelnen Bauherren, das Inkasso der Amortisations- und Zinsraten, sowie die Behandlung aller sich ergebenden Fragen war und ist ausschließlich Sache der Anglo-Palestine Company. Die Ehre, durch eine weitsichtige Finanzpolitik Großes geleistet zu haben, bleibt dem Nationalfonds unbenommen; aber die Initiative, die Durchführung und das Risiko sind auf Rechnung der Anglo - Palestine Company zu stellen. Im übrigen hat auch die Anglo-Palestine Company (bei Nachlath Benjamin) namhafte Beträge aus eigenen Mitteln, als Vorschuß auf die Depots des Nationalfonds, für Häuserbau gewährt. 2. „Der Nationalfonds verlangt, daß innerhalb von fünf Jahren der Bauplatz bebaut wird, er gestattet nur die Ueberbauung eines Drittels, er behält sich bei Besitzwechsel ein Rückkaufsrecht (zu dem gebotenen Preise, das er also nie betätigen wird) vor, und er besteuert neuerdings (in Nachlath Benjamin) den Wertzuwachs bis zu 25 o/o." ' Eine Baufrist von fünf Jahren hat die Anglo-Palestine Company (der N.-F. hat, wie oben ausgeführt, überhaupt keine Bedingungen gestellt) niemals verlangt und nicht verlangen können, da sie keine Parzellierungsgesellschaft war, die Boden verkaufte, sondern nur Baukredite gab. Wer nicht baute, bekam eben keinen Kredit. Daß nur ein Drittel des Bodens bebaut werden darf, ist eine interne Tel-Awiwer Vorschrift, die die Generalversammlung der Mitglieder nach eigenem Gutdünken ändern kann, was sie auch tatsächlich vor wenigen Monaten getan hat, in dem sie die Ueberbauungsquote auf 40 °/o erhöhte. Ein Rückkaufsrecht wurde nur bei den neueren Darlehen in Nachlath Benjamin Vorbehalten. Daß der Wertzuwachs in Nachlath Benjamin mit 25 o/o besteuert wird, trifft nicht zu. Die Mitglieder haben sich nur zur Zahlung einer geringfügigen ewigen Rente (1 o/0 des Baukredites) verpflichtet. 3. „Bisher hat der Nationalfonds in Jaffa pro Haus einen in 20 Jahren auszuzahlenden Baukredit von 4000 Frcs. ge- Der Nationalfonds hat, wie schon gesagt, überhaupt keinen einzigen Baukredit gewährt. Die Anglo-Palestine Company hat in Jaffa bei Achusath-Baith Baukredite von 4200 Frcs., rückzahlbar in 18 Jahren, und bei Nachlath Benjamin Kredite von 3200 Frcs., rückzahlbar in 20 Jahren, gewährt. Es handelt sich hier nicht, wie leicht einzusehen ist, um einen unwesentlichen Unterschied in der Darstellung der Form der Darlehen, sondern um einen Unterschied im Wesen der Sache. Nicht der Nationalfonds ist der Darlehensgeber, der sich dabei etwa der technischen Hilfe der Bank bedient, sondern es hat eine logische Einteilung der Funktionen stattgefunden. Die Bank, die über eine lange Erfahrung als Kreditinstitut verfügt, unternimmt den Abschluß der Kontrakte, die Verwaltung und das Risiko, sowie eventuell nötige Vorschüsse aus eigenen Mitteln, der Nationalfonds, der, im Gegensatz zur Anglo-Palestine Company, die eine Kommerzbank und keine Realkreditbank ist, große Kapitalien auf lange Termine festlegen kann, stellt die Mittel zur Verfügung, indem er bei der Bank entsprechende Depots hinterlegt, für die letztere unter allen Umständen haftbar ist, einerlei, was aus den einzelnen Baukrediten wird. Zum Schlüsse sei nur noch wiederholt, daß der außerordentlich beachtenswerte Gedanke, den Dr. Auerbach in seinem Artikel entwickelt, von den obigen Ausführungen gänzlich unberührt bleibt. Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Ausführungen des Herrn Hoofien gern wiedergegeben, weil sie einige kleine Irrtümer in dem Artikel des Herrn Dr. Auerbach richtigstellen. Der Streit um die Priorität scheint uns ziemlich überflüssig. Tatsache ist, daß der Nationalfonds das Geld zur Verfügung gestellt und daß die A. P. C. das Projekt mit diesem Gelde verwirklicht hat. Besonderes Verdienst um das Zustandekommen der Sache hat auch Dr. R u p p i n , der die ihm von Jaffaer Bürgern seinerzeit übermittelte Anregung lebhaft befürwortete. -rnp