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Die Welt · 1913-02-28 · 9 (28.2.1913) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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276 Nr. 9 erzählte Brill, daß in Kalifornien nur guter fetter Boden mit Mandeln bepflanzt wird, während man in Palästina im allgemeinen nur mageren Boden für diese Pflanzungen verwendet. Der Abstand zwischen den einzelnen Reihen beträgt dort 7—8 m, bei uns nur 4 m. Die Einnahmen sind dort auch unvergleichlich höher als hier. Besonders verweilte Herr Brill bei der Bekämpfung der Pflanzenkrankheiten in Kalifornien und forderte die Kolonisten auf, hier in gleicher Weise tätig zu sein. — Welches Interesse die Kolonie diesen Referaten entgegenbrachte, geht daraus hervor, daß der Waad der Kolonie an Baron Rothschild in Paris ein Dankschreiben für die Entsendung des Herrn Brill nach Kalifornien richtete. Demgegenüber wird in Arbeiterkreisen darauf hingewiesen, daß Herr Brill ein Gegner der jüdischen Landarbeiter sei und in allen Plantagen der 1. C. A., die der Leitung des Herrn Brill anvertraut sind, der jüdische Arbeiter nur selten zugelassen werde. Daß die 1. C. A. im allgemeinen nicht beschuldigt werden kann, jüdische Arbeitskräfte fernzuhalten, beweist jedoch der Umstand, daß in der Plantage der I. C. A. in Sichron-Jakob jüdische Landarbeiter in großer Zahl beschäftigt werden. Herr J. L. Goldberg aus Wilna besuchte die hiesige neue landwirtschaftliche Mittelschule und war von den Fortschritten der Schüler sehr angenehm berührt. Er sicherte daher der Anstalt einen Jahresbeitrag von 400 Frcs. zu und versprach außerdem, ein kleines Laboratorium auf seine und seines Bruders Boris G o 1 d b e r g Rechnung einzurichten. Auch Herr Ing. Kremenezky in Wien schrieb an das Komitee der Schule, daß er sie in jeder Weise fördern wolle. In letzter Zeit sind wieder 10 Jemenitenhäuschen erbaut worden. Mit 13 Familien wurden bereits die Bedingungen festgesetzt, und sie werden demnächst in die schmucken Häuschen einziehen. Rischon Le-Zion. Vorige Woche wurde hier das hebräische Drama „Zwischen Trümmern“ von Jakob Rabinow i t z aufgeführt. Aus diesem Anlasse kamen viele Gäste aus Jaffa und den benachbarten Kolonien. Die Einnahmen waren für den Verein „Linah“ (Nachtdienst bei Kranken) bestimmt, der hier sehr segensreich für die Armen wirkt. Rechoboth. Unsere Kolonie wurde durch das Ableben des Lehrers J. Teller in tiefe Trauer versetzt. In der Synagoge wurde eine Trauerandacht abgehalten, an der alle Einwohner unserer Kolonie teilnahmen. Ansprachen hielten Eisenberg, Efraim K o h e n , die Lehrer Ziegel und Joffe und der Jemenite Secharja ben David. In einer Versammlung, die hier in Angelegenheit der Volksbibliothek abgehalten wurde, beschloß man, einen bezahlten Bibliothekar zu engagieren. B’er Jakob. Die hiesige Kolonie vereinbarte mit Herrn U s s i s c h k i n , daß die Abzahlungen an die Chowewe Zion innerhalb eines Zeitraumes von 20 Jahren, anstatt der früher vereinbarten 10 Jahre, erfolgen sollen. Sichron-Jakob. Die hiesige Leihgenossenschaft zählt 160 Mitglieder. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Darlehen in Höhe von ca. 110 000 Frcs. gewährt, während die Rückzahlungen sich auf ca. 90000 Frcs. beliefen. Als Reingewinn verblieben 2898 Frcs., von denen 200 Frcs. dem Kindergarten und 70 Frcs. der Bibliothek überwiesen wurden. Die Mitglieder erhielten eine 9 prozentige Verzinsung ihres Anlagekapitals. Das Kapital der Genossenschaft beträgt jetzt 27 135 Frcs. An Spareinlagen sind 30 372 Frcs. vorhanden. Außerdem erhält die Genossenschaft jährlich von der I. C. A. 16 000 Frcs. als unverzinsliches Darlehen. Von der A. P. C. leiht die Genossenschaft 25 000 Frcs. gegen eine 7 prozentige Verzinsung. An die Spareinleger werden 4 °,o gezahlt. Der hiesige Turnverein „Makkabi“ zählt ca. 150 Mitglieder beiderlei Geschlechts. Die Auswanderung und das Streben danach hat in letzter Zeit unter der hiesigen Jugend ganz aufgehört. Manche früher ausgewanderte Kolonistensöhne kehren jetzt nach unserer Kolonie zurück. Von den Statuten des hiesigen „Makkabi“ verdient wohl die Verpflichtung der männlichen Mitglieder erwähnt zu werden, wonach jeder von ihnen auf den benachbarten Bergen Bäume pflanzen muß. Die hiesige Kolonie wollte den Wachtdienst der jüdischen Wächterorganisation „Haschomer“ übertragen, diese konnte jedoch einstweilen diesen Auftrag nicht akzeptieren, da sie für die andern Kolonien alle ihre Mitglieder bereithalten muß. Ekron. Nachdem der landwirtschaftliche Beirat des Palästina-Amtes, Herr Dt. Zagorodsky, die Schaffung einer Milchwirtschaft in der Kolonie Ekron angeregt hatte, beschloß die Anglo-Palestine Company, ihrerseits einen Versuch nach dieser Richtung zu fördern. Demgemäß hat sie mit einer Gruppe von Kolonisten in Ekron folgende Vereinbarung getroffen: 1. Die A. P. C. gewährt 21 Kolonisten einen Vorschuß von 6000 Frcs., wofür die Kolonisten solidarisch haftbar sind. 2. Für dieses Geld sollen unter sachverständiger Kontrolle Milchkühe angeschafft werden. 3. Das Vieh soll unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle stehen und versichert werden. 4. Wenn sich die Sache bis Ellul (September) d. J. als lohnend erweist, wird die A. P. C. einen langfristigen Abzahlungstermin mit den Kolonisten vereinbaren und eventl. auch den Kredit erhöhen, damit der Betrieb ausgedehnt werden kann. Sollte aber bis dahin die Sache als mißlungen betrachtet werden müssen, so werden die Kolonisten die Schuld aus dem Ertrag der nächsten Ernte zu amortisieren haben. Da die Milchwirtschaft auf dem Gute des Jüdischen Nationalfonds in Ben-Schemen, das auf diesem Gebiete wohl als bahnbrechend für unsere Kolonisation anzusehen ist, sich von Anfang an gut bewährt, so steht ein gleicher Erfolg auch für Ekron zu erwarten. Dies würde aber nicht bloß direkt durch den Absatz der Milch die materielle Lage der Kolonie verbessern, sondern auch allmählich die Düngernot, an der Ekron besonders leidet, beseitigen helfen. Gemama. In unserer Farm befinden sich 15 jüdische Landarbeiter. Jetzt wird der Boden für das sommerliche Tiefpflügen vorbereitet. Eine Versuchsplantage von 50 Dunam ist bereits angelegt worden, ebenso wurden die Brunnenarbeiten vollendet. Es wurde bereits in einer Tiefe von 38 m Wasser gefunden. Die Regen Verhältnisse sind dieselben wie in Kastinie, das ca. 2 Stunden von hier entfernt ist. Es finden hier hebräische Abendkurse statt, an denen sich auch der Verwalter der Farm durch Erteilung von Bibelunterricht beteiligt. Mit Rücksicht auf die schwierige ökonomische Lage in Jerusalem hat die Alliance Israelite Universelle den Betrag von 10000 Frcs. dorthin geschickt, die zur Zahlung der Miete für die arme Bevölkerung verwendet werden sollen. Ein Aufruf Ussischkins zugunsten des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa Unser bekannter Gesinnungsgenosse, Herr M. Ussischkin, Vorsitzender des Odessaer Komitees der Cho\vewe-Zion, hat an die Mitglieder der Genossenschaft Hebräisches Gymnasium ein Rundschreiben gerichtet, aus dem wir hier folgende Stellen wiedergeben: Ich erachte es als meine Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß ich bei meinem Aufenthalt in Jaffa allen Vorträgen im Gymnasium beigewohnt habe, den Stand des Unterrichtes, der Erziehung und der Leitung genau inspiziert, an den Beratungen des pädagogischen und des Aufsichtsrates teilgenommen und mit vielen Eltern, Schülern und Schülerinnen gesprochen habe. Nach reiflichster Erwägung bin ich nun zur innersten Ueberzeugung gelangt, daß dieses Institut seinen Gründern zum vollen Ruhme gereicht. Der Bauplatz, den der Nationalfonds zur Verfügung gestellt hat, das geräumige Gebäude, das der

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