Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 9 &IE3/XELT 275 Der Ausflug der Jerusalemer jüdischen Schulen nach Moza am 15. Schebat d. J. Awiw. Auf Vorschlag des Dr. Schermann wird die Gesellschaft von nun an „Jüdisch-Medizinische Gesellschaft in Palästina“ (anstatt „in Jaffa“) heißen. Ferner wurde beschlossen, daß von nun an regelmäßig Jahresversammlungen im Frühjahr abgehalten werden sollen. Dieselben sollen den Charakter eines Aerzte-Tages haben. In den Vorstand wurden gewählt: Puchowsky, Krinkin, Schermann und Jonas-Gutmann. — Dieser Tage fand hier eine Versammlung zwecks Gründung eines neuen jüdischen Stadtviertels statt. Der zu diesem Zwecke gebildeten Gesellschaft schlossen sich 27 Mitglieder an, darunter auch Sephardim und Jemeniten. Die Gesellschaft beabsichtigt, weit außerhalb der Stadt, wo geeignete Terrains noch billig zu haben sind, ein einfaches, allen Anforderungen der Hygiene entsprechendes Wohnviertel für ihre Mitglieder zu gründen, wobei jeder Art von Mietsspekulation usw. durch entsprechende Maßnahmen von vornherein vorgebeugt werden soll. In den Vorstand wurden fünf Aschkenasim, ein Sephardi und ein Jemenite gewählt. — Herr S. J i b n a e 1 i, der Initiator dieser Gesellschaft, hofft, daß es gelingen wird, in diesem Viertel eine größere Anzahl Wohnhäuser auch für jene neu eingewanderten Jemeniten zu bauen, die in Jaffa als Tagelöhner im Baugewerbe, in den Zement- und Fliesenfabriken usw. tätig sind. In der Tat wird allgemein festgestellt, daß die Jaffaer Jemenitengemeinde durch die letzte Einwanderung einen sehr nützlichen und fördemswerten Zuwachs erhalten hat. Andererseits sind die Wohnungsverhältnisse der Jaffaer Jemeniten sehr mißlich und infolgedessen die Kindersterblichkeit unter ihnen sehr groß. Es wäre daher sehr zu begrüßen, wenn etwa die von den amerikanischen Zionisten geplante Emma-Lazarus-Jemenitenkolonie hier in Jaffa gegründet würde. Nur die Schaffung eines solchen größeren Wohnviertels für die Jemeniten wäre imstande, die sanitären Verhältnisse unter diesen Einwanderern gründlich zu bessern. Aus den Kolonien Pethach-Tikwah. Etwa eine Stunde von unserer Kolonie entfernt befindet sich die große Orangenbojare „Bacharia“, die SOO Dunam umfaßt und wohl überhaupt die größte Orangenplantage in Palästina ist. Bacharia gehört einer Genossenschaft von 6 Mitgliedern aus unserer Kolonie und aus Jaffa. Dieser Tage kam es dort zu einem Streit zwischen den arabischen Wächtern und den Arabern eines benachbarten Dorfes, die in der Hauptsaison ebenfalls dort arbeiten. Von beiden Seiten wurde geschossen, so daß es auch auf beiden Seiten Verwundete gab, darunter einen Schwerverwundeten. Da man befürchtete, daß die aufgeregten Araber etwa die Plantage beschädigen würden, eilten aus unserer Kolonie einige hundert Personen, darunter viele jemenitische Arbeiter, zum Schutze der Plantage herbei. Glücklicherweise gelang es aber, einen leidlichen Frieden zwischen den streitenden Arabern herzustellen. Es ist bezeichnend, daß in dieser Plantage unter ca. 70 ständigen Arbeitern nur einzelne aschkenasische Juden und gar keine Jemeniten Beschäftigung finden. — Der Vortrag des Herrn Brill über die Mandelpflanzungen in Kalifornien bot eine Menge interessanter Mitteilungen. So