Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Nr. 9 274 D1E3§KELT r a? PAtiÄSTINA-BUNDSCHAU \f 1 (Von unserem Berichterstatter.) Aus den Städten Jerusalem, 10. Februar. In dem Pavillon, den die Kunstgewerbeschule „Bezalel“ seit einigen Wochen hier eingerichtet hat, haben wir fast die einzige Gelegenheit, mit der Welt des Schönen bekannt zu werden. Der Pavillon selbst, den Architekt Fabrikant im Stile des Migdal David (Davidsturms) erbaut hat, übt auf die hiesige Bevölkerung, besonders auf die Schuljugend, eine große Anziehungskraft aus. In den Schaufenstern bekommt man jene Erzeugnisse der Bezalelschule, die auf Bestellung gearbeitet sind, einige Zeit vor ihrer Absendung zu sehen. Wie wir hören, ist auch der geschäftliche Erfolg des Pavillons ein sehr befriedigender. In Palästina und Syrien gibt es bekanntlich keine Anstalt, in der Schutzimpfungen an Personen, die von tollwutkranken Tieren gebissen worden sind, vorgenommen werden. In solchen Fällen pflegt man nach Kairo zu fahren, wo sich ein dafür eingerichtetes Pasteurinstitut befindet. Leider kam die Impfung bei zwei Fällen, die sich in letzter Zeit ereigneten, zu spät, so daß die Opfer, zwei hoffnungsvolle junge Leute, einen tragischen Tod fanden. Der eine von ihnen war der einzige Sohn des allgemein geachteten 75jährigen hebräischen Schriftstellers und Grammatikers Israel Halevi Teller in Rechoboth. Sein nun so tragisch ums Leben gekommener Sohn war hier noch von der Zeit her, wo er das Lehrerseminar besuchte, bekannt und beliebt, weshalb sein früher Tod allgemeine Teilnahme erweckte. Der „Haor“ macht nun dafür Propaganda, daß auch in Jerusalem eine dem Institut von Kairo ähnliche Anstalt für Toll wutimpf ungen ins Leben gerufen werde. Da infolge der Münzkrisis und auch anderer Ursachen noch immer eine Lebensmittelteuerung in Jerusalem herrscht, unter der die arme Bevölkerung schwer leidet, hat Herr Albert A n t e b i eine Hilfsaktion organisiert, indem er große Mengen von Lebensmitteln aus dem Auslande kommen ließ, die er zum Selbstkostenpreis abgibt. Auch die Anglo- Palestine Company hat sich an dieser Aktion beteiligt, indem sie zur Deckung des voraussichtlichen Verlustes 1000 Francs beisteuerte. — Zur Bekämpfung der Lebensmittelteuerung wird ferner die Errichtung eines großen Konsumgeschäftes geplant, dessen Mitglieder Angehörige aller drei Bekenntnisse sein sollen. Interessant ist, daß schon der billige Verkauf von Lebensmitteln durch Herrn Antebi den Unwillen der kleinen Krämer erregt, die ja, wie sie sagen, an der Teuerung nicht schuld sind und durch eine künstliche Verbilligung in ihrem Erwerb geschädigt werden. Im hiesigen Beth-Am hielt Dr. Aron Maier in hebräischer Sprache einen wissenschaftlichen Vortrag über die Cholera. Jaffa, 10. Februar. Vorige Woche fand hier die Jahresversammlung der Jüdisch-Medizinischen Gesellschaft statt. Dr. Puchowsky eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er auf die moralischen Erfolge hinwies, die die Gesellschaft durch ihre bisherige Tätigkeit errungen habe, und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Gesellschaft im kommenden Jahre eine Reihe dringender Fragen, die jetzt auf der Tagesordnung stehen, lösen werde. Aus dem von Frau Dr. med. Jonas-Gutmann verlesenen Rechenschaftsbericht ging hervor, daß die Gesellschaft jetzt 19 aktive Mitglieder in Palästina und 6 korrespondierende Mitglieder im Auslande hat. Im zweiten Halbjahr wurden Referate gehalten von den Aerzten Beikind, Krinkin, Puchowsky, Schermann, Schamai Brünn-Jerusalem, M o s c o w i t z - Rechoboth, Jakobsohn -Paris, Apotheker Auerbach und Architekt Fabrikant. Letzterer referierte über „Baugesetze“ in Tel- Der Ausflug der Jerusalemer jüdischen Schulen nach Moza am 15. Schebat d. J.