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Die Welt · 1913-02-14 · 7 (14.2.1913) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
– (sequence 14)
Language
German
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212 LT Nr. 7 England Manchester. Am 2. Februar hielt Mr. L. Kietz einen Vortrag über „Assimilation“. Den Vorsitz führte Rev. M. M. Cohen. Leeds. Bei einer am 3. Februar abgehaltenen Versammlung wurde beschlossen, am 16. d. M. eine große Propagandaversammlung zu veranstalten, in der Herr Sokolow der Hauptredner sein soll. Liverpool. Am 3. Februar fand in dem Hause des Rabbiners S. J. Rabinowitz eine Versammlung statt, deren Zweck es war, eine Misrachi Zionist Society zu gründen. Seit der Auflösung der Agudas Zion Association machte sich das Bedürfnis für eine Organisation fühlbar, welche die eingewanderten orthodox jüdischen Elemente der Stadt vereinigte. Demnächst wird eine abermalige Beratung in dieser Angelegenheit stattfinden. Glasgow. In einer von etwa 1200 Personen besuchten Massenversammlung sprach am 3. Februar das Mitglied des E. A. C. Herr Sokolow. Es war wohl kaum je eine jüdische Versammlung in Glasgow so gut besucht wie diese. Vorsitzender war Dr. Fox aus Liverpool, welcher Herrn Sokolow einführte. Mr. Z. Golombok verlas Begrüßungsschreiben von David Wolffsohn, Dr. Gaster, L. J. Greenberg, Joseph Cowen und Leopold Keßler. Herr Sokolow, welcher mit stürmischem Enthusiasmus begrüßt wurde, sprach über die Grundlagen der zionistischen Bewegung und die Lage des jüdischen Volkes in den verschiedenen Ländern. Er verbreitete sich auch über die politische Lage im nahen Orient und appellierte an die britische Judenheit, die zionistische Bewegung nach Kräften zu fördern. Herr Sokolow, der fast zwei Stunden lang sprach, entfesselte wahre Beifallsstürme. Auf das eingebrachte Dankesvotum erwiderte er in hebräischer Sprache. Cardiff. Am 2. d. M. sprach Rev. I. Raffalovich aus Liverpool in einer außerordentlich gut besuchten Versammlung der DorsheiZion Association. Am Schluß der Versammlung forderte der Vorsitzende die Anwesenden auf, die Ansiedlung der jemenitischen Juden in Palästina durch Beiträge zum Bau von Jemenitenhäusern zu fördern. Dublin. Die Jahresversammlung der Daughters of Zion Society fand am 2. d. M. statt. Edinburgh. Der Verein Achei Zion veranstaltete am 2. Februar eine Versammlung, die sich eines sehr zahlreichen Besuches erfreute, und in welcher das Mitglied des E. A. C. Herr Sokolow als Redner mit großem Beifall begrüßt wurde. London. Am 1. Februar fand eine Versammlung statt, welche den Zweck hatte, in Palästina eine Kolonie englischer Juden zu gründen. Es wurde beschlossen, Anteilscheine von 2000 M. auszugeben und nach einiger Zeit in Palästina ein geeignetes Terrain zu erwerben. Vereinigte Staaten von Nordamerika New York. Eine sehr interessante Versammlung fand am 25. Januar in den Räumen der Young Women’s Hebrew Association statt, einberufen von den „Daughters of Zion, Hadassa Chapter“, deren Präsidentin Miss Szold über die Entsendung der beiden Krankenschwestern nach Palästina berichtete, die der junge Verein — dank dem Anerbieten von Mr. Nathan Straus — veranlassen konnte. Herr Professor G o 11 h e i 1 gab mit Hilfe vorzüglicher Lichtbilder eine genaue Schilderung des Gebietes, das unsere künftigen Mitarbeiterinnen in Palästina zu durchreisen haben, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Herr Aron Aronsohn sprach von den Aufgaben und dem Leben in den Kolonien und der Landwirtschaftlichen Versuchsstation, und unser Berliner Gesinnungsgenosse Herr Hermann Struck widmete dem Wirken der jüdischen Frau anerkennende Worte. Südafrika Fünfte südafrikanische Zionistische Konferenz (Von unserem Berichterstatter.) Johannesburg. Die Fünfte Konferenz der südafrikanischen Zionisten fand vom 29. bis 31. Dezember in dem Bankettsaal des Rathauses in Kapstadt statt. Der Präsident der Federation, Mr. A. M. Abrahams, fungierte als Vorsitzender, und es waren zirka 70 Delegierte aus den verschiedenen Gegenden Südafrikas zugegen, von denen viele über 2000 Meilen weite Reisen zu machen hatten, um an den Verhandlungen teilnehmen zu können. Die Tagung wurde mit einem von Rev. A P. Bender gesprochenen Gebet eröffnet. Me Begrüßungsrede von Mr. A. M. Abrahams wurde mit großem Beifall aufgenommen. Der Federationsbericht wurde einstimmig genehmigt. Eine Beileidsadresse wurde an Herrn David wolffsohn anläßlich des Hinscheidens seiner Gattin gerichtet. Die Tagesordnung umfaßte sehr weite Gebiete der Tätigkeit der Federation. U. a. bildeten die Eintragung der South African Zionist Federation als eine „Limited Company“, die Propaganda-Arbeit durch Distrikt-Komitees, die Provinzialkonferenzen, die Anstellung eines Propaganda-Sekretärs, die Finanzen der Federation, der Shillingfonds, der Zionist Record (das Organ der Federation), der hebräische Stipendienfonds, das hebräische und jüdische Unterrichtswesen, die Tätigkeit für den Jüdischen Nationalfonds und die Kolonialbank die Hauptberatungsgegenstände. Die Konferenz dauerte fast vier Tage. — Es wurde beschlossen, geeignete Schritte für die Aufbringung einer Summe von 20 000 M. zur Gründung eines Hebräischen Stipendienfonds zu unternehmen. Der Zweck dieses Fonds ist weniger, aus den jüdischen Knaben Südafrikas Rabbiner und Gelehrte zu machen, als vielmehr der, der hebräischen Sprache in Südafrika eine größere Verbreitung zu verschaffen, als sie bisher hatte. Ferner wurde einstimmig beschlossen, „daß die Südafrikanische Federation sich mit allen hebräischen Kongregationen, Schulen, Lehrerverbänden und anderen interessierten Kreisen in Verbindung setzen soll zum Zwecke der baldigen Einberufung einer südafrikanischen Hebräischen Unterrichtskonferenz“. Eine andere Resolution besagt, „daß diese Konferenz über Mittel und Wege berät, hebräische Schulen für Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren zu errichten, in denen sie in der hebräischen Sprache unterrichtet werden sollen, ehe sie andere Schulen besuchen“. Der Kinderarten, dessen Errichtung vorgeschlagen wurde, soll unter er direkten Kontrolle der Federation stehen und von einer Lehrerin aus Palästina geleitet werden. Um die Propagandatätigkeit auszudehnen, wurde beschlossen, Distriktkomitees in allen größeren Bezirken zu schaffen. Ein solches Distriktkomitee soll bestehen aus dem Country Councillor des betreffenden Distriktes und Vertretern der angeschlossenen zionistischen Vereine und soll regelmäßig in bestimmten Zwischenräumen zu einer Beratung zusammentreten, um für die Verbreitung des Zionismus in dem betreffenden Bezirk gemeinsam tätig zu sein und von Zeit zu Zeit dem Executive Council Bericht zu erstatten. Es wurde auch beschlossen, die Stellung eines Propaganda-Sekretärs auszuschreiben, sobald die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Dieser Beschluß war schon bei der letzten Konferenz in Kimberley gefaßt worden und es wurde damals die Schaffung eines Garantiefonds von 6000 M. beschlossen, doch ist bis jetzt nur ein geringer Teil der gezeichneten Beträge eingegangen. — Bei Besprechung der Frage betreffend die Leitung der zionistischen Gesamtorganisation wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Herr Wolffsohn wieder in das E. A. C. eintreten möchte. Ueber die russische Paßfrage wurde eingehend verhandelt, und es wurde beschlossen, die südafrikanische Regierung zu ersuchen, daß sie sich bemühe, die lästigen Bedingungen, mit denen jetzt der Aufenthalt südafrikanischer Juden in Rußland verknüpft ist, zu beseitigen. Die Konferenz wurde durch den Mayor von Kapstadt, Mr. H. H a n d s, begrüßt, welcher seiner Sympathie für den Zionismus und der Hoffnung Ausdruck gab, daß seine Absichten und Ziele erfüllt werden möchten. Erwähnenswert ist, daß die Konferenz in der nicht jüdischen Presse viel besprochen wurde, indem die „Cape Times“ und „Cape Argus“ täglich ausführliche Berichte über die Verhandlungen brachten. Es wurde beschlossen, die nächste Konferenz in Bloemfontein im Juni oder Juli 1914 abzuhalten. Johannesburg. Am 17. November fand hier die bestbesuchte zionistische Versammlung, die bisher zu verzeichnen war, anläßlich der Anwesenheit von Mr. Morris Alexander statt. Außer ihm sprachen noch Mr. Harry Graumann und Rev. Rosenberg. Der Johannesburger Nationalfonds- Klub veranstaltete am 8. Dezember eine Chanukahfeier für Kinder, wobei Mr. Lennox S. L o e w e in kurzen Worten die Bedeutung des Festes erklärte. — Mr. Joseph Heymann sprach in einer Versammlung des kürzlich gegründeten Vereines „Youths of Zion“. — Die Ladies Zionist Association veranstaltete am 27. November einen geselligen Abend, bei welchem Mr. A. M. Abrahams einen interessanten Vortrag hielt. Kapstadt. Die Dorshei Zion Association hat beschlossen, in Palästina ein Haus für die jemenitischen Juden auf den Namen der verstorbenen Frau Fanny Wolffsohn zu erbauen. Kinross. Die Kinross High Veld Zionist Association veranstaltete am 24. November 1912 eine Versammlung. Es wurde beschlossen, ein kleines Wochenblatt unter dem Namen „High Veld Zionist Association’s Chronicle“ herauszugeben.

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