Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 7 (14.2.1913)
- Date
- 1913-02-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 211 DIE3§KELT beuten, verfolgt das arbeitende Volk keine agressiven Tendenzen. Für welches „Vaterland“ entscheiden sich nun Dr. Nußbaum und Konsorten? Die Antwort darauf dürfte den Führern der „Polen mosaischer Konfession“ nicht leicht fallen. Die vor kurzem in Petersburg abgehaltene Konferenz von Vertretern des Handels und der Landwirtschaft in Rußland befaßte sich auch mit der „Prozentnorm“ für jüdische Studierende an den russischen Handelsschulen. Es wurde dabei die Ansicht geäußert, daß diese Beschränkungen den russischen Handel aufs empfindlichste schädigen, und eine Resolution für Abschaffung der Begrenzungen gefaßt, ln einer Besprechung dieser Resolution beleuchtet der „Fraind“ die allgemeine Stellung der russischen Handelskreise zur Judent'rage. Die Zeitung kommt dabei zur Schlußfolgerung, daß die russischen Kaufleute im Grunde genommen zur Judenfrage als solcher sich ganz gleichgültig verhalten. Würden sie ernstlich gegen die Rechtlosigkeit der Juden ankämpfen, dann wäre auch die russische Regierung, die vorgibt, sich auf die Kaufmannschaft zu stützen, gezwungen, das harte Los der Juden zu mildern. In Wirklichkeit aber sind die russischen kaufmännischen Kreise noch lange nicht zur Erkenntnis gelangt, daß die Judenfrage als Ganzes erfaßt werden muß und daß die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung in ihrer Gesamtheit die ökonomische Entwicklung Rußlands in hohem Maße beeinträchtigt. Statt dessen erheben die Vertreter des Handels nur dann ihre Stimme zugunsten der Juden, wenn es sich um einzelne, ihnen besonders nahestehende Gruppen handelt. Durch solche Teilaktionen werde aber der Kern der Judenfrage und ihre prinzipielle Bedeutung für das gesamte russische Reich nicht getroffen. Demnächst wird in Wilna eine neue tägliche Jargonzeitung „Der Stern“ erscheinen, die sich als „unparteiische fortschrittliche Zeitung für politische, gesellschaftliche, ökonomische und literarische Interessen“ ankündigt. Die Glasgow Jewish Young Men’s Zionist L e a g u e hat die erste Nummer einer Monatsschrift herausgegeben, welche sich „The Young Zionist“ betitelt. Die Nummer enthält einen hebräischen Artikel über die literarische Persönlichkeit N. Sokolows anläßlich seiner Anwesenheit in Galsgow. Es sollen allmonatlich zwei zionistische Artikel, einer in englischer Sprache und der andere im Jargon erscheinen, ferner Nachrichten über die zionistische Bewegung in Glasgow und anderen Städten Großbritanniens. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o o o 1 Zionistischer Zentralfonds Eine zionistische Ortsgruppe hat den Beschluß gefaßt, alljährlich einige Aktien der Anglo-Palestine Company zu erwerben und sie dem Actions-Comite zugunsten des Zentralfonds zu spenden. Auf diese Weise werden zwei zionistische Institutionen zugleich gefördert, und wir bringen deshalb diesen Beschluß in der Hoffnung zur Kenntnis, daß er auch in anderen Ortsgruppen Nachahmung finden wird. (Eine Inhaber-Aktie der A. P. C. kostet 23,10 M. Im Monatsbericht war irrtümlich 21,50 Mark angegeben; dies ist der Preis für eine Namens- Aktie.) AUSWEIS Schekel 5672 Palästina. S. Mibaschan, Jerusalem, Frcs. 60.30, Nisan Ewin, Gderah, 17.50, S. Sarchi, Rischon Le-Zion, 37.50, Dr. Moscovitz, Rechoboth, 72.50, I. Lipawsky, Beyrut, 7.90, M. Nissenbaum, Jemma, 23.—, J. Streit, Pethach Tikwah, 42.20, Bezalel Joffe, Jaffa, 8.55 zus. Frcs. 269.45 JA 218.15 Belgien. Antwerpen .-u- 2.12 Po a 1 e Zion. Antwerpen.-JA 13.-- Türkei. Spezifikation fehlt ../A121. Griechenland. Verein Chowewe Zion, Chalkis . . . Frcs. 62.— — JA 49.60 English Zionist Federation. Cardiff: Jewish Women’s Cultural League ... JA 10.70 Swansea: Daughters of Zion.„ 20.40 London: B. Herrmann. „ 61.20 Summe -JA 92.30 Deutschland. Königsberg: M. L. Samburskv.JA 30.— Berlin: Richard Lichtheim.„ 100.— Berlin: Dr. Ahron Eliasberg.„ 20.— Lüneburg: Dr. Jacobsohn. „ 30.— Summe JA 180.— Westösterreich. Prag: Anton Glaser.JA 85.— Proßnitz: Sammlung ..„ 9.— Semmering: A. Mayer. „ 4.20 Summe JA 98.20 Eingang vom 30. Januar bis 12. Februar 1913: Schekel 5672: JA 403.87, Zentralfonds 1913: JA 682.90. Gesamteingang: Schekel 5673: JA 701.30, Schekel 5672: .JA 83402.67, Zionistischer Zentralfonds 1913: JA 4667.18 (Zentralfonds 1912: JA 53 667.88). Deutschland Königsberg I. Pr. Hier besteht ein „Verein jüdischer Studenten aus Rußland“, dem nur jüdische Studenten angehören, der aber unter der Flagge der Neutralität segelt. Nunmehr ist von russisch-jüdischen Studenten der Königsberger Universität ein zionistischer Verein gegründet worden, der den Namen „Theodor Herzl“ führt und etwa 40 Mitglieder zählt. Zionistischer Zentralfonds 1913 Rußland. A. M. Schapiro JA 54.—, A. Botwinik 10.80, Z. Kowalsky 21.60, B. Goldberg 50.—, D. B. Liebermann 11.—, A. Rensin 125.—. zus. JA 272.40 Federation of American Zionists. Norfolk: J. Saks.JL 40-“ Oesterreich Krakau. Am 2. Februar veranstaltete die akademische Verbindung „Haschachar“ einen feierlichen Bibelabend. Den Höhepunkt bildete der Vortrag unseres Gg. Dr. Osias Thon, der die Bedeutung der Bibel für die Juden und alle anderen Völker kennzeichnete und über die Hauptgestalten der Bibel sprach.