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Die Welt · 1913-02-14 · 7 (14.2.1913) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 7 208 DIE3$&LT Jüdische Familie in Sana'a. (Aufnahme von H. Burchardt) Broschüre: „Von den Juden des Jemen**, die einen neuen Typus einer Propagandaschrift darstellt*). Das Heftchen ist hervorragend schön gedruckt, enthält einige Dutzend Abbildungen vom Leben der Juden in Südarabien sowie Bilder von den Zuständen der nach Palästina ausgewanderten Jemeniten. Der Text ist in interessanter Weise gegliedert: Eine Einleitung, ein historischer Abriß über die Juden des Jemen von Professor Bacher (Budapest), eine Arbeit über den früheren Zustand der Juden im Jemen von dem vor drei Jahren in Südarabien ermordeten jüdischen Forschungsreisenden Hermann Burchardt, ein anschauliches Bild von den Unterdrückungen im Jemen, das von Herrn Semach, dem Direktor der Allianceschule in Beyrut, herrührt, ferner ein Aufsatz über die Bedeutung der Jemeniten für die Entwicklung Palästinas von J. Feldmann in Jaffa und eine Uebersicht über die bisherige Hilfsaktion in Palästina von Max Wolisteiner. Von Hermann Burchardt stammen alle in diesem Hefte reproduzierten Abbildungen aus dem Jemen, von denen wir hier einige zum erstenmal einem größeren Publikum vorführen. Diese Gliederung des Textes — zusammen mit den zahlreichen und schön ausgeführten Illustrationen macht die kleine Schrift so anziehend, daß niemand sie aus den Händen legt, ohne sie mindestens aufmerksam durchblättert zu haben. Weitaus die meisten Empfänger kommen hier zum ersten Male in eine Art Kontakt mit einer Judengruppe, von deren Existenz sie bisher kaum eine Ahnung hatten. Ueber den nächsten Zweck der Schrift hinaus drängt sich einem der Wunsch auf, auch über andere Judengruppen in so anschaulicher Weise informiert zu werden. In *) Von den Juden des Jemen. Herausgegeben im Aufträge des Hilfskomitees für die jemenitischen Juden. Orient-Verlag, Berlin 1913. — Die Broschüre steht Interessenten gern kostenlos zur Verfügung. — Das Hilfskomitee für die jemenitischen Juden (Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 158) bittet auch um Mitteilung von Adressen voraussichtlicher Interessenten. diesem' speziellen Fall aber handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger, als tun die Rettung eines jüdischen Stammes, durch dessen Uebersiedlung nach Palästina eine der größten alljüdischen Aufgaben besser gefördert wird, als durch irgendwelche anderen Maßnahmen, von denen wir bisher gehört haben. Der alljüdische Charakter dieser Rettungsaktion — zusammen mit dem ebenfalls all jüdischen Palästinainteresse, das heute schon in etwa fünfzig speziellen Organisationen der verschiedensten Arten seinen Ausdruck findet — hat es auch zuwege gebracht, daß die Hilfeleistung für die Jemeniten in Palästina von einem Komitee befürwortet wird, in dem maßgebliche Juden aller Richtungen sich zusammengefunden haben. Dem Komitee, dessen Liste noch keineswegs abgeschlossen ist, gehören Namen aus den Kreisen der zionistischen Organisation, der Alliance Israelite, der B'ne Brith-Logen, des Kolonisationsvereins „Esra“, des „Hilfsvereins der deutschen Juden**, des Rabbinerverbandes usw. an. Es zeigt sich deutlich, daß das Vorurteil, als sei jede jüdische Palästinaarbeit das Reservat einer kleinen Gruppe oder Partei, im Schwinden begriffen ist, und daß bei geeignetem Vorgehen eine gemeinsame Basis für die Beteiligung Aller gefunden werden kann. Wie in diesem so auch in anderen Fällen. Die Entwicklung der letzten Zeit hat dargetan, daß an Stelle früherer Gegnerschaften ein gegenseitiges Verständnis sich anzubahnen beginnt. Die Gefahr, in der ein Volksteil schwebte, hat oft genug die Streitigkeiten einer Gesamtheit zum Schweigen gebracht und ein weit über den ursprünglichen Zweck hinausgehendes Zusammenwirken gezeitigt. Wenn die Hilfeleistung für die jemenitische Einwanderung nach Palästina neben ihrem Hauptzweck die Wirkung haben sollte, gegnerische Gruppen einander auf dem Felde gemeinsamer Arbeit näherzubringen, so werden die Jemeniten der gemeinsamen jüdischen Sache vielleicht mehr geholfen haben, als wir ihnen helfen können. dt. Der Silberschmied El Abjad in Sana'a.

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