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Die Welt · 1913-02-14 · 7 (14.2.1913) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7 207 die^elt letzt sprach Salomon Schiller, der Leiter des Hebräischen Gymnasiums. Er wies auf das vorzunehmende Anpflanzen der Stecklinge als auf ein Symbol der großen jüdischen Arbeit im Lande der Väter und pries die Vereinigung von Eildung und Arbeit als unerläßliche Voraussetzung der jüdischen Renaissance. Nun folgte der Hauptteil der Feier, die Anpflanzung der Stecklinge. Jede Schule erhielt eine besondere Stelle im Garten zugewiesen, und unter Aufsicht der Lehrer gingen die kleinen an ihre Arbeit. Daran schloß sich die Verteilung von Früchten, und unter Gesang und Jubel zerstreute sich die Kinderschar, um sich in freien Spielen zu vergnügen. Die gesamte Jerusalemer Presse widmete diesem gelungenen Kinderfeste längere Aufsätze. Es wird mit Genugtuung festgestellt, daß sich nun zum ersten Mal 14 Schulanstalten Jerusalems zu einer gemeinsamen Feier vereinigt haben. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß solche gemeinsame Kinderfeste wiederkehren werden und daß sich immer mehr Schulen und Talmud-Thoras daran beteiligen werden. Und vielleicht wird der Vereinigung der Kleinen die der Großen folgen, auf daß in Jeruschalajim eine einheitliche, durch Einmütigkeit gefestigte, große jüdische Gemeinde entstehe. Kleine Nachrichten Der Parteirat der Arbeiterorganisation Hapoel Hazair beschloß, zu dem nächsten Wiener Zionistenkongreß Delegierte zu entsenden. „Die Zeit ist reif, daß wir von der zionistischen Tribüne die Ideale der palästinischen Jugend verkünden, auf daß sie zu den Herzen der Kongreßjugend sprechen, ihr zionistisches Denken vertiefen und sie zu zweckdienlicher Arbeit anregen.“ In Rosch-Pinah schlug der Beamte der J. C. A. in einer Versammlung der Kolonisten vor, ein landwirtschaftliches Komitee zu bilden, das für die technische Hebung der Landwirtschaft Sorge tragen soll. Es wurde darauf ein siebengliedriges Komitee gewählt, dem auch Dr. M a 1 k i n und Lehrer W i 1 k o m i t z angehören. Es wurde ferner beschlossen, einen Eukalyptuswald von 40 000 Bäumen anzulegen. In Jaffa ist Rabbiner J. L. Fischmann aus Ungen i (Rußland) eingetroffen, der wahrscheinlich im Lande bleiben wird und hier für den „Misrachi“ tätig sein will. Agronom Brill referierte dieser Tage in Pethach- T i k w a h über die Mandelkultur in Kalifornien. Auch dieses Referat, wie das vorhergehende über die Orangenkultur, versammelte ein großes Publikum. Der arabische Gelehrte Muhammed Cheir Aladin Bey, der Bruder des jetzigen Jerusalemer Gouverneurs, wandte sich an Elieser Ben-Jehudah mit der Bitte, ihm einen Lehrer für die hebräische Sprache zu besorgen, da er die Absicht hat, die Bibel in der Ursprache zu studieren. Richtigstellung. Im Berichte über das Winzersydikat in Nr. 3 der „Welt“ sollte es heißen: „Das Syndikat überwies zur Abtragung der Schuld an die J. C. A. 35 000 Fr.“ und nicht, wie irrtümlich gedruckt war, 350000 Fr. Von den Juden des Jemen Das Hilfskomitee für die jemenitischen Juden versendet den folgenden Aufruf: „In der Landschaft Jemen in Südarabien lebten noch vor kurzem etwa 50000 Juden. Fortwährende Verfolgungen seitens der fanatischen Einwohner, die sich zudem in stetem Aufruhr gegen die türkische Regierung befinden, und die elende wirtschaftliche Lage, die sich oft bis zu Hungersnöten steigert, haben diese jüdische Bevölkerung dezimiert. Gegenwärtig versucht es der Rest, sich durch die Auswanderung nach Palästina zu retten, dem nächsten Gebiet, wo Juden unter günstigeren Verhältnissen leben. Diese Einwanderung anspruchsloser, arbeitswilliger und intelligenter Leute bringt dem allgemeinen jüdischen Kolonisationswerk in Palästina, das zurzeit mehr als vierzig landwirtschaftlicheAnsiedlungen mit ca. 12 000 Einwohnern umfaßt, in den verschiedensten Hinsichten ganzaußerordentlichen Nutzen, so daß die Rettung der jemenitischen Juden gleichzeitig auch dem großen Felde der jüdischen Palästinabestrebungen in hohem Maße zugute kommt. Aus diesen Gründen hat der Verein „Esra“ für die Uebersiedlung der J emeniten und für ihren Unterhalt in der ersten Zeit sehr beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt. Für Arbeit und Brot ist meist in der Weise gesorgt, daß die Einwanderer als sehr geschätzte Hilfskräfte in den jüdischen Kolonien Beschäftigung finden. Was aber fehlt, sind Häuser nebst einem Stück Feld oder Gartenland. Mit einem Aufwand von 1000 Francs pro Familie hat der Jüdische Nationalfonds bereits mehr als hundert jemenitischen Familien zu Land und Haus verhelfen; es gilt aber jetzt, die gleiche Unterstützung mehreren Tausend Familien innerhalb der nächsten Jahre zuteil werden zu lassen, damit jener eigenartige jüdische Stamm vor der Ausrottung bewahrt und dem Judentum erhalten bleiben möge. Zu diesem Zwecke erbittet das unterfertigte Komitee freundliche Ueberweisung von Beiträgen, deren entsprechende Verwendung der Nationalfonds auf sich genommen hat. Spenden in Höhe von 1000 Francs (800 M.) ermöglichen die Beschaffen; einer Landparzelle mit einem Häuschen, das nach dem Wunsche des Stifters seinen eigenen oder einen anderen Namen zu dauernder Erinnerung tragen soll.“ Gleichzeitig mit diesem Aufruf gelangt in die Hände von Tausenden von Juden eine Juden in der Synagoge von Sana’a. (Aufnahme von Hermann Burchardt.)

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