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Die Welt · 1913-01-31 · 5 (31.1.1913) · page 16

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
5 (31.1.1913)
Date
1913-01-31
Page
– (sequence 16)
Language
German
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152 Nr. 5 DIES^BELT Iniber-Abend Der Wiener Zweigverein „Poale Zion“ und die zionistische Mädchenorganisation „Moriah“ veranstalteten einen Abend, an welchem S. J. Imber, ein junger ostjüdischer Poet, mit viel Erfolg eigene Dichtungen las. Er trug Teile aus dem Espos „Esterke“ vor und den ganzen Zyklus „Im jüdischen Land4', der während seines Aufenthaltes in Palästina entstanden ist. Die interessante Conference, welche der Entwicklung der ostjüdischen Dichtung und den bisherigen Arbeiten Imbers gewidmet war, die in drei Sammlungen vorliegen, hielt Herr Redakteur Moses W a 1 d m a n n. Zaleszczyki. Hier wurde ein „Poale - Zion“ - Verein ins Leben gerufen. Der Verein hat u. a. Abendkurse für Hebräisch eingerichtet. Zum Präsidenten wurde Herr W. Schächter, zum Vizepräsidenten Herr I. Fenster gewählt. England Manchester. Für die Mitglieder der Zionist Society hielt Mr. H. Dagutski am 11. Januar einen Vortrag über „Das Problem der Unruhe in der englischen Judenheit", dem eine lebhafte Diskussion folgte. Am 12. Januar fand die Vierteljahresversammlung des Modln Beacon Nr. 24, Order of Ancient Maccabaeans, statt. Die Bilanz, welche einen Ueberschuß von 300 M. aufwies, wurde genehmigt. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt 212. Br. Sol. Co h en aus Liverpool hielt eine interessante Rede über den Landerwerb der Maccabaeans in Palästina. — Am gleichen Tage war die Vierteljahresversammlung des Don Isaac Abarbanel Beacon Nr. 11. Br. Sol. Cohen aus Liverpool sprach auch hier. Leeds. Eine Versammlung der Ladies’ Zionist Association fand am 12. d. M. statt. Mr. A. Rumyanick hielt einen Vortrag über „Die Frau der Bibel". — Die Jahresversammlung des Mount Sinai Beacon, Order of Ancient Maccabaeans, fand am 11. d. M. statt. Die Bilanz zeigte eine Mehreinnahme von 1160 M. gegenüber dem Vorjahre. Liverpool. Die zweite Versammlung der Bezalel Association in dieser Saison fand am 12. d. M. statt. Dr. Maurice Simon aus Manchester hielt einen Vortrag über „Die Stellung Palästinas in der Weltgeschichte" Südafrika Landeskonferenz der südafrikanischen Zionisten Am 29. Dezember 1912 fand in Kapstadt die fünfte Konferenz der südafrikanischen zionistischen Föderation statt, über welche demnächst ein ausführlicher Bericht erscheinen wird. Aus dem Rechenschaftsbericht des Executive Council sind folgende Punkte hervorzuheben: Die Federation zählt jetzt 96 Vereine, wozu noch einige vierzig kleinere Gruppen kommen. Die Federationsbeiträge betrugen in den letzten 18 Monaten ca. 4500 M. Der Executive Council hat zahlreiche Propagandaversammlungen im ganzen Lande veranstaltet. Der „Zionist Record“ leistet weiter wichtige Dienste zur Förderung der Bewegung in Südafrika. Die Executive nahm auch erfolgreich an der Agitation gegen die Einwanderer-Beschränkungsvorlage (Immigrants’ Restriction Bill), welche dem Parlament in der letzten Session vorgelegt wurde, teil. Die Federation hat im Verein mit anderen Körperschaften einen United Board ot Deput i e s für ganz Südafrika und Rhodesia gegründet. Für den Nationalfonds wurden 37 960 M. gesammelt. Wegen der großen Ausdehnung des Landes und den großen Entfernungen zwischen den einzelnen Städten hat es die Exekutive für ratsam gehalten, Provinzialkonferenzen zu veranstalten, die sich sehr gut bewähren. Mit Genugtuung kann berichtet werden, daß das Hebräische jetzt zu den Prüfungsfächern bei der Immatrikulation an der Kap-Universität gehört. }| LITERARISCHE RUNDSCHAU jy _-_ Luach Kadimah. Kadimah-Kalender für das Jahr 5673. Herausgeber: B. Gold b erg. St. Petersburg 5673 (Jargon). Der Leserkreis der „Welt" dürfte sich zumeist des Deutschen als Umgangssprache bedienen. Das Hebräische ist besonders den westlichen Zionisten leider noch nicht geläufig, trotz der H i s t a d r u t h , die ihr Versprechen eines modernen hebräischen Lehrbuches noch nicht eingelöst hat. Die meisten aber können wenigstens hebräische Buchstaben lesen. Bei einigem Bemühen wird es diesen sicherlich auch gelingen, einen in hebräischer Schrift gedruckten jüdisch-deutschen Text zu lesen und zu verstehen, besonders wenn es sich nicht um tiefgründige Erörterungen handelt, sondern um rein sachliche Darstellungen. Da bietet die Lektüre keine Schwierigkeiten, wenn man eine kurze Zeit auf das E i n lesen verwendet. Diese Erwägung läßt mich die Leser der „Welt" auf ein Buch hinweisen, das nicht in deutscher, sondern jüdischdeutscher Sprache erschienen ist, das sie aber um so mehr interessieren dürfte, als wir nichts derartiges in deutscher Sprache und Schrift besitzen. Es handelt sich um einen Kalender, der ein gutes zionistisches Jahrbuch repräsentiert, um den Kalender Kadimah, den unser Freund Boris Goldberg herausgibt. Der Kadimah-Kalender erschien zuerst in russischer Sprache für die Jahre 5670 und 5671. Beidemal mußten zweite Auflagen hergestellt werden, da die ersten schnell vergriffen waren. Dies veranlaßte Boris Goldberg im vorigen Jahre, der russischen Ausgabe eine solche in Jüdisch-Deutsch folgen zu lassen. Seine damals im Vorwort ausgesprochene Absicht, ein Volkshandbuch zu schaffen, das die wichtigsten Angaben aus dem jüdischen Leben in Vergangenheit und Gegenwart enthalten soll, das bekannt machen soll mit den Organisationen und Institutionen, die in aller Welt für das jüdische Gemeinwohl arbeiten, und das schließlich ein Bild der jüdisch-nationalen Bewegung in allen ihren Erscheinungsformen und mit allen ihren Einrichtungen geben soll, hat er mit gutem Erfolge verwirklicht. Mehr noch. Der „Luach Kadimah'4 ist zu einer verläßlichen wissenschaftlichen Informationsquelle für das ganze jüdische Leben der Gegenwart geworden, und da ihm, wie gesagt, nichts derartiges in deutscher Sprache an die Seite zu stellen ist, so dürfte er auch dem westlichen Zionisten ein notwendiges und kaum entbehrliches Requisit werden, nicht zum wenigsten wird er dem propagandistisch Tätigen sehr oft eine überaus willkommene Unterstützung sein. Wie sehr das Buch dem Bedürfnis unserer östlichen Brüder entspricht, zeigt wohl am besten die Tatsache, daß in den ersten Jahren 40000 Exemplare des Kalenders abgesetzt wurden. Die kürzlich erschienene neue Ausgabe, der zweite Jahrgang in Jüdisch-Deutsch, bringt ebenso wie die vorige nach dem Kalendarium eine auch die allemeuesten Ergebnisse berücksichtigende Statistik der Juden. Auf die Gesamtzahlen folgen Zusammenstellungen der größten Judengemeinden mit Angabe des Prozentsatzes zur Gesamtbevölkerung der betreffenden Städte, — eine überaus interessante Statistik. 21 statistische Tafeln geben uns dann ein detailliertes Bild der jüdischen Verhältnisse in Rußland, so Geburten, Heiraten, Sterblichkeit, Bildungsstreben, Berufsverteilung usw. Der darauf folgende Teil bringt Biographien von 20 Palästinafreunden, zumeist Zionisten, so Warburg, Wolffsohn, Schmarja L e w i n , Edmund Rothschild. Von 20 anderen hatte die vorjährige Ausgabe die Biographien gebracht, u. a. von Herzl, Marmorek, Montefiore, Kalischer, Wissotzky, Heß. Beidemal mit einer Anzahl gut reproduzierter Bilder. Dann folgen interessante, knapp gehaltene Darstellungen der jüdischen großen Organisationen, der interterritorialen und derer in einzelnen Ländern — eine Menge Material auf 54 eng (aber deutlich) bedruckten Seiten. Sehr wertvoll ist, daß für alle Organisationen deren Adressen angegeben sind.

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