Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 151 Deutschland Share-Club für Deutschland Durch Vermittelung des Share Clubs wurden seit September 1911 folgende Aktien abgesetzt: 1. 54 P. L. D. C. (darunter 45 durch die Ortsgruppe Elberfeld-Barmen, Vorsitzender Dr. med. Grüneberg); 2. 21 A. P. C. und 3. 13 I. C. T. Aktien. Einzahlungen für den Share Club (Hamburg, Ferdinandstraße 55) innerhalb Deutschlands geschehen kostenlos aut das Konto der Zionist. Ortsgruppe Hamburg Nr. 3275, Harn- Berlin. Am 13. d. Mts. fand in den Sophiensälen eine von 350 Personen besuchte Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung statt. Herr Richard L i c h t h e i m sprach über das Thema: „Der Zionismus und die orientalische Frage". Berlin. Am 30. Dezember vorigen Jahres veranstaltete der „Verein zionistischer Studenten aus Rußland“ eine Bilu-Feier, die von etwa 200 Personen besucht war. Herr cand. med. R o k a c h entwickelte die Geschichte der Bilu und schloß mit einem Appell an die Studenten, das Werk der Bilu zum Siege zu führen. Bremen. Am Dienstag, den 7. d. Mts., referierte Herr Julius Katzenstein in der hiesigen Ortsgruppe über das Thema: „Die Renaissance des Judentums". Königsberg i. Pr. Der hiesige Turn- und Sport-Verein veranstaltete am 1. Dezember v. js. eine Chanukan-Feier, die von über 300 Personen besucht war. Krotoschin. In der Zionistischen Ortsgruppe hielt am 12. er. Herr Lehrer Auerbach aus Posen einen Lichtbilder- Jarotschin. Am 5. d. Mts. veranstaltete die hiesige Ortsgruppe eine nachträgliche Chanukah-Feier. Köln. Am 11. d. Mts. sprach in einer Mitgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe Herr Referendar Max Strauß über die „Gegenwartsaufgaben des deutschen Zionismus". Eschweiler. Die hiesige Ortsgruppe hielt am 1. Weilinachtsfeiertag v. Js. ihre Makkabäerfeier ab. An die Feier schloß sich ein Ball. Calcar (Niederrhein). Am 12. Januar fand hier ein gut besuchter Palästina-Lichtbildervortrag von Herrn Louis M a rc u s - Reß statt. Frankfurt a. M. Am 4. Januar sprach Herr Fischer in einer gut besuchten Mitgliederversammlung über das Thema: „Zionismus und moderne Weltanschauung." Berlin. Am Sonnabend, den 11. Januar, veranstaltete die Ortsgruppe „Kadimah“ eine Bilu-Feier. Herr Lin eröffnete die Feier. Hierauf hielt Herr Dr. Bernstein ein einständiges Referat über: „Die ersten Palästina-Pioniere in Rußland." Lübeck. Am dritten Diskussionsabend, den 16. d. Mts., wurde das Thema: „Können wir in der Gemeindeverwaltung Zionistische Arbeit leisten?" besprochen. Halberstadt. Am 11. Januar hielt in einer Versammlung der Schekelzahler Frl. Helene Baer einen Vortrag über „Chaim Nachman Bialik". Stuttgart. Im Januar fanden hier zwei Vortragsabende statt, an denen Herr Schwarz über die „Erziehung der Juden im Mittelalter" und Herr Kopetzky über die „Grundlinien des Zionismus" sprach. Herlisheim (Unterelsaß). Am 19. Januar hatten wir das Vergnügen, Herrn Professor Dreyfuß und Herrn A. Lövv aus Straßburg in unserer Gemeinde begrüßen zu können. Es wurde über das Thema: „Die Vorläufer des Zionismus und der jetzige Stand der Bewegung" referiert. Oesterreich Innerösterreichischer Distriktstag (Von unserem Berichterstatter.) Unter starker Beteiligung fand Sonntag, den 26. Januar, der innerösterreichische Distriktstag statt. In der Eröffnungsrede hob der Obmann des D. K., Herr Ludwig Batö, die bisherigen ganz besonderen Verdienste Adolf Böhms um den innerösterreichischen Distrikt hervor und präsentierte dem Distriktstage den neugewählten Leiter der westösterreichischen Organisation, Herrn Dr. Karl P o 11 a k. Dr. Pollak (lebhaft akklamiert) schilderte die Vorgänge, die zu einer provisorischen Besetzung des leitenden I arteiamtes in Westösterreich führten. In warmen Worten dankt er dem zurückgetretenen Präsidenten Adolf Böhm namens der westösterreichischen Partei für sein hervorragendes, langjähriges Wirken als Führer (allseitige Zustimmung) und entwirft ein Expose für die verantwortungsvolle Arbeit m den nächsten Monaten vor dem Wiener Kongresse. Der Rechenschaftsbericht des D. K., von Herrn Batö verfaßt, lag gedruckt vor. Wir entnehmen ihm, daß gegenwärtig im Distrikte 1475 Zionisten organisiert sind. Unter den neuen Vereinsgründungen seien der Wanderklub „Blau-Weiß" und der „Herzl-Klub“ hervorgehoben. Das Distriktsseminar (Leiter Herr Dr. K a d i s c h) bewährte sich trefflich. Im Berichte werden die stattgehabte politische Konferenz, die Kultusgemeindeaktion, der Abschluß des Kompromisses bei den Kultus wählen und die Gründung des „Jüdischen Volksrates" behandelt, sowie die Vorteile hervorgehoben, welche die Organisation aus dem engen Kontakte mit der Berliner Zentralleitung, zog, insbesondere aber aus der ausgezeichneten propagandistischen und erzieherischen Tätigkeit der Herren Dr. Schemarja Levin und Generalsekretär Kurt Blumenfeld. Herr Dr. Weiner erstattete den Bericht der Nationalfondskommission. Die Nationalfondseingänge sind gegen das Vorjahr von 41587 Kr. auf 59 778 Kr., also um rtmd 18 000 Kronen, die Gesamtspenden um rund 8000 Kronen gestiegen, in Anbetracht der Krise ein recht erfreuliches Resultat. Für die Jemenitenaktion wurden bisher 3200 Kr. aufgebracht. Im nächsten Monate wird die Sammlung für das Haus der Studentenschaft beendet sein. Zum Ansporne für die anderen Organisationen hebt der Referent die Leistung des Vereins „Neu re J e h u d a" hervor, der für den N.-F. im letzten Jahre 1124 Kr. sammelte. Die neugegründete Nationalfondszeitung, die sechsmal jährlich erscheint und in jedes jüdische Haus gelangt, erweist sich .als ein hervorragendes Propagandamittel. Die Arbeit für das hebräische Gymnasium in Jerusalem wurde der „W lener Zionistischen Vereinigung" übertragen und ist in den besten Händen. Zum Schlüsse betont der Referent, daß die Lage im Zionismus Anspannung aller Kräfte für den Nationalfonds gebiete. Die Weltorganisation müsse damit rechnen, daß die Zionisten im laufenden Jahre eine Million Mark aufbringen. Nach einer längeren Debatte, an der sich die Delegierten Bojko, Eisenstein, Ge witsch, Kesten bäum, Glanz, Dr. Körner, Schwarz (Graz), Advokat und Frl. Kolin beteiligten, wurde dem abtretenden Distriktskomitee das Absolutorium erteilt und der Dank votiert. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Dr. Leopold M e i s e 1 (Obmann), Batö, Dr. Friedman n, Ing. K ö p p 1, Dr. Horner, Redakteur Lö wy, Dr. Weisengrün, Dr. Weiner, Waltuch, Schwarz und Frl. Kohn. Unter den organisatorischen Beschlüssen der Tagung ist der wichtige Antrag des Herrn Dr. Pollak hervorzuheben, dahingehend, daß die absolvierten Hochschüler nach Abschluß des Studienganges unverzüglich den bürgerlichen Vereinen beizutreten verpflichtet sind — natürlich unbeschadet der wünschenswerten weiteren Pflege des Kontaktes mit ihrem akademischen Verein — und (Zusatzantrag Dr. Weiner) daß die studentischen Organisationen für die Durchführung dieses Beschlusses zu sorgen haben. Zum Schlüsse der Tagung erstattete Generalsekretär, Herr Kurt Blumenfeld ein ausgezeichnetes Referat, in dem er die zionistischen Aufgaben und die Erziehung zum Zionismus behandelte. Wir geben die wichtigsten Leitsätze wieder. Unsere Aufgaben sind: Landkaut und Schaffung von Menschen für Palästina. Die zionistische Politik darf keine solche des reinen Kombinationsspiels, sie muß eine Politik der tatsächlichen Machtverhältnisse sein. In bezug aut die nötige Geldbeschaffung hat sich die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß der Zionismus die erforderlichen Mittel nicht erlangen kann, wenn er nur bei den Reichsten Geld sucht — eventuell auf Kosten der nationalen Organisation und nationalen Idee —, denn die Reichen, die keine Zionisten sind, geben aus konventionellen Gründen und geben nur einmal; dann fühlen sie sich ihrer Pflicht gegen das Volk entbunden. Die Zionisten müssen so sammeln, daß die Gabe als Pflicht empfunden wird, nur so werden die materiellen Mittel kontinuierlich wachsen. In der Agitation ist festzuhalten, daß eine Versöhnungspolitik mit antizionistischen Organisationen, hinter welchen auch wirklich Menschen stehen, die also nicht bloße Komitees sind, aussichtslos erscheint. Da gibt es nur eine Politik. Sie zionistisch machen. Auch darf man nicht übersehen, daß der größte Teil der nichtzionistischen Judenheit dem zionistischen Minimalprogramm sehr nahegekommen ist, und muß die Grenzlinie zwischen diesseits und jenseits des Zionismus erkennen. Sie liegt dort, wo das all jüdische Programm beginnt. Die anderen wollen eine Vielheit der Judentümer — wir die Einheit des Judentum«. Auf diesen Grundzügen baute Blumenfeld ein zionistisches Arbeits- und Erziehungsprogramm auf und erzielte einmütige Zustimmung.