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Die Welt · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 3 DIEIqKELT 87 lichkeit unsere Leser mit ihr bekanntzumachen. Als einziges jüdisches Organ in den südslavischen Ländern nahmen wir Stellung zu allen Fragen des jüdischen Lebens in unseren Gebieten und verfolgten mit lebhaftem Interesse die Arbeit der jüdischen Gemeinden. Wachsamen Auges verfolgten wir aber auch alle Ereignisse und Geschehnisse der großen jüdischen Welt. So waren wir redlich bemüht,, das Beste zu bieten. Bei dieser Gelegenheit empfinde ich es als angenehme Pflicht, meinen besonderen Dank Herrn Dr. Alexander Licht für die reichliche Hilfe, die er mir in der Redaktion zuteil werden ließ, auszusprechen. Zlatko Rosenberg (Bar Giora) führt Klage gegen die Redaktion der „Smotra", da sie dem Verein Bar Giora gegenüber eine Animosität bekunde. Hierauf entgegnet Dr. Licht. Er weist die Beschwerden des Vereins mit aller Entschiedenheit zurück und betont, daß sich die Redaktion das Recht der Kritik nicht nehmen lassen Im gleichen Sinne spricht Dr. Jacobi. Dr. Hermann wünscht, daß die „Smotra" mehr deutsche Artikel bringe, da das literarische Kroatisch von vielen Juden der älteren Generation nicht verstanden wird. Herman Licht führt aus, daß das weitere Erscheinen der „Smotra" nur dadurch gewährleistet werden kann, wenn hierfür eine reale Basis geschaffen wird. Er beantragt daher als den gegenwärtig allein möglichen Weg, es mögen einige Herren die Garantie für das eventuelle Defizit, das er mit etwa 1500 Kronen beziffert, übernehmen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und einige Herren übernahmen sofort Haftung für das Defizit. Lav. Stern (Zagreb) führt Klage über die mangelhafte Durchführung des Organisationsstatutes, da bis nun die statutarisch vorgesehenen Organe fehlen. Die Landesorganisation ist nicht ein Verband der Gesinnungsgenossen, sondern der zionistischen Vereine und Ortsgruppen. Es dürfte keinen Zionisten geben, der nicht den Anschluß an die Gesamtorganisation durch seine zuständige Ortsgruppe gefunden hätte. In diesem Mangel in der Organisation erblickt Redner die Ursache aller Mißerfolge. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Dr. Spitzer, Dr. Jacobi, Dr. Horn u. Josef Krauß beteiligen, schlagen Dr. Licht-Singer folgende Resolution vor: „Pflicht der Zionisten ist es, wo immer sich mindestens 10 Gesinnungsgenossen befinden, Ortsgruppen zu bilden. Wo weniger als 10 Zionisten wohnen, haben sie sich der nächsten Ortsgruppe anzuschließen. Gesinnungsgenossen, die solche Ortsgruppen bilden wollen, mögen sich um Weisungen an den Landesausschuß wenden. Es ist Pflicht der bestehenden Ortsgruppen, alle wichtigen Ereignisse ihrer Vereine, insbesondere Ausschußwahlen, und ein Verzeichnis sämtlicher Mitglieder, wie auch der nicht organisierten Zionisten, dem Landesausschuß zu melden unter Anführung, ob sie den Schekel, den Beitrag für den zionistischen Zentralfonds und für die Landesorganisation geleistet haben. Es ist Pflicht der Ortsgruppen, für die regelmäßige Entrichtung der zionistischen Beiträge wie auch für die Verbreitung der „Zidovska Smotra" zu sorgen, regere Zusammenkünfte mit Vorträgen und Diskussionen zu veranstalten, alles zu unternehmen, was zur Verbreitung der zionistischen Idee beitragen kann. Schließlich ist es Pflicht aller Ortsgruppen, einen steten Kontakt mit dem Landesausschusse aufrechtzuerhalten, während es letzterem zur Pflicht gemacht wird, jede gewünschte Information ohne Verzug zu erteilen. Rabb. Keller (Banjaluka) spricht über den Wert einer festgefügten Organisation. Zu dem Anträge des Herrn Rabb. Keller sprechen fast alle Delegierten. Es wird sodann die Resolution Licht-Singer einstimmig mit dem Zusatze: „Die Landeskonferenz billigt den Antrag des Herrn Rabb. Keller, einen besoldeten Sekretär anznstellen, als Anregung, erhebt ihn jedoch nicht zum Beschluß, da die Möglichkeit seiner Verwirklichung gegenwärtig nicht gegeben ist", angenommen. Sodann entspann sich eine Debatte über die Aktion für die Jemenitenhäuser. Es wird den Delegierten nahegelegt, mit der Aktion, die in Zagreb ziemlich günstige Resultate ergeben hat, auch in ihren Wohnorten zu beginnen. Seidemann beantragt, daß die N. F.-Kommissare nicht ohne Einverständnis mit den Vertrauensmännern der Organisation ernannt werden (wird angenommen). Rabb. Keller betont in längerer Rede die Bedeutung der hebräischen Sprache für die nationale Wiedergeburt. Es wird sodann folgende Resolution angenommen: „In Erwägung, daß die Pflege der nationalen Sprache einen integrierenden Bestandteil der nationalen Renaissance bildet, erklärt die Landeskonferenz die Pflege der hebräischen Sprache als nationale Pflicht und appelliert an alle Ortsverbände, wo immer die Möglichkeit besteht, hebräische Kurse zu gründen." Herr Arpad Weiler (Prijedor) spricht den Wunsch aus, die nächste Landeskonferenz möge in einem Orte Bosniens abgehalten werden. Präsident Dr. Spitzer entgegnet, daß es heute nicht möglich ist, diesbezüglich einen bindenden Beschluß zu fassen. Herr Seidemann hält es im Interesse der Sache für notwendig, daß bei den größeren Veranstaltungen in Bosnien die Landesorganisation durch ein Mitglied des Ausschusses offiziell vertreten wird. Dr. Spitzer begrüßt mit Freude diese Anregung, deren Ausführung geeignet ist, den Kontakt zwischen der Zentrale und den Gesinnungsgenossen inniger zu gestalten. Er selbst werde zur Makkabäerfeier nach Sarajevo kommen. Darauf wird zur Wahl des Ausschusses geschritten. Es werden folgende Herren unter lebhaftem Beifall durch Akklamation gewählt: Präsident: Dr. Hugo Spitzer; Vizepräsident: Dr. Ivan Jacobi; Sekretäre: Dr. Siegfried Bog ad und Dr. Marko Horn; Kassierer: Josip Kraus; Ausschuß: Albert I. A 1 k a 1 a y (Sarajevo), Clara Barmaper-Jacobi (Wien), Erwin Kraus (Osijek), Natan Landau (Bjelina), Dr. Aleksander Licht (Zagreb), Albert Ozmo (Sarajevo) und Gustav Seidemann (Prijedor). Unter lautloser Stille gedenkt Dr. Licht der in dem Balkankriege gefallenen jüdischen Kämpfer, die durch ihre Tapferkeit dem jüdischen Volke Achtung und Ehre eingebracht haben. Auf Antrag des Herrn Lav. Stern wird dem Vorsitzenden für seine umsichtige und treffliche Leitung des Delegiertentages durch stürmischen Beifall der Dank ausgedrückt. Hierauf hält Vorsitzender Dr. Spitzer die Schlußrede. Er dankt im eigenen sowie im Namen des gesamten Ausschusses für die Wahl und versichert die Konferenz, daß er alle seine Kräfte einsetzen werde, um das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Er fordert aber auch alle Delegierten auf, den Ausschuß werktätig zu unterstützen, denn nur vereinte Kraft kann die Verwirklichung der gesteckten Ziele schaffen. Unter lebhaftem Beifall und Absingung der Hatikwah wird der Delegiertentag geschlossen. Kartell Zionistischer Verbindungen Der 6. ordentliche Kartelltag des K.Z.V. fand vom 29. bis 31. Dezember 1912 in Berlin statt. Er bedeutet in jeder Richtung einen außerordentlichen Fortschritt. Der Bericht des Vorsitzenden Dr. Wunderlich ergab eine bedeutende Zunahme der Mitgliederzahl und einen guten Fortschritt der Gesamtarbeit des K. Z. V., das die Verbindungen „Hasmonäa" (Berlin), „Jordania" (München), „Ivria‘ (Freiburg) umfaßt. Der von Dr. Fischer erstattete Finanzbericht zeigte einen außerordentlich günstigen Stand der Finanzen, speziell des Kartellfonds, während der von Dr. Wollstein gegebene Propagandabericht die immer zweckmäßigere Ausgestaltung der Werbearbeit ergab. Nach der an neuen Anregungen reichen Generaldebatte wurde dem Präsidium, besonders seinem Finanztechniker Dr. Fischer, einstimmig Decharge erteilt und der herzlichste Dank für seine erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen. In seinen weiteren Sitzungen zeitigte der Kartelltag zunächst eine Reihe von Beschlüssen aut dem Gebiete der Organisation und der Finanzen. Es wurde ein dreigliedriges Präsidium mit Ressortteilung eingerichtet und jedem Präsidialmitglied ein Bundesbruder als Ersatzmann und Sekretär beigegeben. Die Finanzverwaltung wurde zentralisiert, die Nationalfondsarbeit in wesentlichen Punkten reformiert. Neugeregelt wurde ferner die Stellung der Inaktiven zum Altherrenverbande. Von größter Wichtigkeit für die Weiterentwicklung des K. Z. V. dürften die auf die zionistische Innenarbeit bezüglichen Beschlüsse sein. Die Fuxenstunden werden in Zionismus und jüdischer Geschichte von jetzt an für erst¬ und zw’eitsemestrige Füxe getrennt gegeben; ein zionistisches Burschenseminar soll jedes Semester'stattfinden; endlich sollen Hebräisch und Turnen in immer größerem Maße berücksichtigt werden. Zur Entlastung des Konvents wurde ein Korporationsausschuß gebildet. Die jüdische Tumbewegung wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen; es wurde beschlossen, daß sämtliche K. Z. V. - Verbindungen der „Jüdischen Turnerschaft" als Förderer beitreten sollten. Zum Schluß wurden die Wahlen zum Präsidium des K. Z. V. vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatten: Dr. Walter Fischer, Halensee, Auguste-Victoria-Str. 6: Vorsitz und Finanzen. Dr. Alfred Wollstein: innere Verwaltung. Referendar Liebes: Werbearbeit. Zur gleichen Zeit fand der erste ordentliche Altherrentag des K. Z. V. statt. Dieser nahm das Statut des Altherrenverbandes an und gab Richtlinien für die zionistische Betätigung der alten Herren. Die Vorstandswahl ergab: Dr. Egon Rosenberg, Westfälische Straße 58: Vorsitz. Dt. Leszynsky, Dr. Gerson, Dr. Edelstein, Dr. Weiß.

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