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Die Welt · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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82 Nr. 3 DIESqKELT Vorstellung geschaut. Der große Idealismus, der ihn sein s a 1 e m gegen Ro m“, so pflegte er mit Vorliebe aus Nietzsche Leben hindurch beseelt hatte, ließ ihn bis zuletzt in Zion zu zitieren, „das ist: die Gerechtigkeit gegen die die Leuchte erkennen, die sein Volk zur Befreiung und die Gewalt“. Und der einstige Triumph der G e re c h t i g k e i t Menschheit zu wahrem Fortschritt leiten würde. „Jeruauf Erden war seines Glaubens innerster Kern. PALÄSTINA-RUNDSCHAU (Von unserem Berichterstatter.) Die Woche Die letzten Tage boten dem aufmerksamen Beobachter manche erfreuliche Tatsachen. Beginnen wir mit der Konferenz der Landarbeiter-Organisation in Judäa. Fast das ganze letzte Jahr war diese für die Entwicklung der jüdischen Arbeit so wichtige Organisation erschüttert durch die Reibungen der beiden, Arbeiterparteien, Hapoel Hazair und Poale Zion, so daß pessimistisch gestimmte Leute überhaupt den Bestand der Organisation gefährdet sahen. Nun kam die Konferenz und zerstreute alle schwarzseherischen Befürchtungen. Der gute Wille, der unzweifelhaft auf beiden Seiten vorhanden ist, vermochte es, einen Frieden in der Arbeiterschaft zustande zu bringen, der schon wegen der reiflichen Ueberlegung, mit der er geschlossen wurde, von langer Dauer zu sein verspricht. Dafür sind uns auch die idealen Gesinnungen, die unsere Arbeiter beseelen und die auch der letzten Konferenz ihre Signatur aufdrückten, eine ausreichende Bürgschaft. Entsprangen doch auch die früheren Reibungen nicht etwa kleinlichen, persönlichen Beweggründen, sondern allgemeinen prinzipiellen Gesichtspunkten und jüdisch-patriotischen Erwägungen. Derselbe Wille zur Einmütigkeit, der in den Beratungen in Ben-Schemen zum Ausdruck kam, herrschte auch in der sechsten Generalversammlung des „Winzersyndikats“, der kooperativen Vereinigung unserer palästinensischen Weinbauern. Nur wer einen Einblick in den so mannigfach verästelten Betrieb des Syndikats gewonnen hat und zugleich seine Vergangenheit kennt, wird verstehen, mit welchem gespannten Interesse unsere Weinbau treibenden Kolonisten dieser Generalversammlung, von der so viel Entscheidendes und für die Zukunft Bestimmendes abhing, entgegensahen. Nicht weniger als 25S Weinbauern in den Kolonien Rischon Le-Zion, Rechoboth, Gederah, Neß-Zionah, Pethach- T h i k w a h und Sichron-Jakob gehören dem Syndikat an, sind also in ihrer wirtschaftlichen Existenz von dem Geschäftsgang dieser Gesellschaft abhängig. Dazu aber kommt noch eine stattliche Anzahl von Kolonisten, die zwar dem Syndikat nicht angehören, ihm aber doch ihre Trauben verkaufen. Ebenso sind noch die 20 Beamten der Gesellschaft sowie die 70 ständigen Arbeiter (in der Zeit der Weinlese sind in den Kellereien ca. 150 Arbeiter beschäftigt) hinzuzuzählen, die alle an der Entwicklung der Gesellschaft ein eminentes Interesse haben. Nun gibt es die verschiedensten Weinsorten, die auf dem Markt nicht in gleichem Maße abgesetzt werden, gibt es verschiedene Entfernungen und Transportschwierigkeiten von den Kolonien zum Hafen, gibt es eine Menge anderer Fragen, die eine gerechte, alle Interessenten befriedigende Verteilung der Lasten und Gewinne ungemein erschweren und komplizieren. Dazu kommt, daß das abgelaufene Wirtschaftsjahr das erste war, in dem das Syndikat nicht bloß keine Subvention mehr, wie bisher, von der J. C. A. bezog, sondern auch eine ansehnliche Teilzahlung zur Tilgung ihrer Schuld an diese Gesellschaft zu leisten hatte. In der sechsten Generalversammlung sollte nun das Verhältnis der einzelnen Kolonien für die Dauer von 33 Jahren (dem Zeitraum des Kontraktes zwischen Syndikat und J. C. A.) festgesetzt werden. Kein Wunder also, daß man in den Kreisen der beteiligten Winzer und darüber hinaus in den Reihen aller Freunde der Kolonisation den Beratungen in Rischon Le-Zion, die mehrere Tage in Anspruch nahmen, ein ernstes Interesse entgegenbrachte. Um so erfreulicher ist es, daß diese Beratungen in Ruhe geführt und in voller Einmütigkeit beendigt wurden, so daß sie in einem Volksfest in Rischon Le-Zion ihren feierlichen Abschluß finden konnten. Daß auch beschlossen wurde, auf Rechnung des Syndikats eine Chaussee von etwa 15 Kilometern zu bauen und zu erhalten, wird hoffentlich der Regierung von neuem die große Bedeutung des jüdischen Kolonisationswerkes in Palästina beweisen. War im vorhergehenden meist von Erfolgen materieller Natur die Rede, so sei hier mit Genugtuung über ein freudiges Ereignis auf kulturellem Gebiete berichtet. Herr M. M. Ussischkin, der fast eine Woche in Begleitung seiner Freunde aus dem Kreise der Chowew-e Zion in Jerusalem weilte, nahm sich besonders warm des Jerusalemer Gymnasiums an, was ja bei der großen Liebe, die Ussischkin für Jeruschalajim hegt, nur natürlich ist. Moser, Zipper, Ussischkin — diese drei Freunde, die die treffliche Jerusalemer Schule gewonnen hat, sind uns eine Garantie für ihren Bestand. Hier die einzelnen Berichte: Die sechste Generalversammlung des jüdischen Winzersyndikats in Palästina Anfang Dezember v. J. fand in Rischon Le-Zion die 6. Generalversammlung des palästinensischen Winzersyndikats statt. Außer den Weinbauern von Rischon fanden sich noch mehrere Delegierte aus den anderen Weinbau treibenden jüdischen Kolonien ein. Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, daß die gesamte Produktion des letzten Jahres zu günstigen Preisen verkauft werden konnte. In diesem Jahre hörte die Subventionierung durch die Jewish Colonisation Association auf und die Gesellschaft war sogar in der Lage, der J. C. A. zur Abtragung ihrer Schuld 350000 Frs. zu überweisen. Die Generalversammlung genehmigte die ihr vorgelegte Bilanz und wählte einen zehngliedrigen Vorstand (vier aus Rischon Le-Zion, drei aus Rechoboth, zwei aus Sichron- Jakob und einen aus Gederah), dem auch Vollmacht zur Erledigung der schwebenden Angelegenheiten erteilt wurde. Die Beratungen des Vorstandes dauerten nun vom 16. bis zum 20. Dezember und brachten eine volle Uebereinstimmung in den strittigen Fragen. Von allgemeinem Interesse dürften folgende Beschlüsse sein: 1. Das Winzersyndikat stellt der Kolonie Rechoboth den Betrag von 108000 Frs. zur Verfügung zum Zwecke der Erbauung einer Chaussee von Rechoboth nach Rischon Le- Zion. Sollte dieser Betrag für die Fertigstellung der Chaussee nicht ausreichen, so ist die Kolonie Rechoboth verpflichtet, die Chaussee auf eigene Rechnung zu vollenden. Ebenso ist die Kolonie Rechoboth verpflichtet, für die Instandhaltung der Chaussee Sorge zu tragen. 2. Unter gleichen Bedingungen stellt das Syndikat der Kolonie Rischon Le-Zion den Betrag von 40000 Frs. zur Verfügung zur Erbauung einer Chaussee von Rischon Le-Zion bis an die Chaussee Jaffa-Jerusalem. Beide Strecken umfassen zusammen ca. 15 Kilometer. 3. Die Mitglieder des Syndikats werden ermächtigt, weitere 840 Dunam mit Weinreben zu bepflanzen, allerdings mit der Bedingung, daß erforderlichenfalls nach fünf Jahren auf einer

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