Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 35 (31.8.1900)
- Article
- Rede Dr. Max Mandelstamms
- Date
- 1900-08-31
- Page
- 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 „Die s£ Welt4 Nr. 35 Mir kommt dabei das Dichterwort in den Sinn: „Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr lasst den Armen schuldig werden, Dann überlasst Ihr ihn der Pein, Denn alle Schuld rächt sich auf Erden." An dem Leibe des Ghettojuden hat sich diese Schuld gerächt. Es gibt factisch kein Volk, an welchem sich Inanitions-Versuche (Aushungerungs-Versuche) und Versuche über Licht- und Luftentziehung bequemer anstellen Hessen, als an dem Volke der Ghettojuden. Die lehrreichen Erfahrungen, die man an ihnen machen kann, erfordern dabei keine kostspieligen physiologischen Apparate, sondern bloss die Augen, die sehen, Ohren, die hören, und Herzen, die schlagen können. Aus vielfachen Messungen, die Fachcollegen an den Ghettojuden angestellt haben, ergibt sich unzweideutig, dass der Körperwuchs derselben im Durchschnitt ein viel niedrigerer ist, als der der nichtjüdischen Bewohner des Ghetto. Während derselbe bei letzteren zwischen 1G5—170 cm schwankt, erreicht er bei Juden die Länge von bloss 1G2-7 cm im Durchschnitt. Die Distanz der senkrecht gestreckten oberen Extremitäten ist bei diesen Juden absolut und relativ geringer als die anderer Nationalitäten — was für eine sehr geringe Entwicklung der Brustknochen und Muskeln spricht. Während nun der niedrigere Wuchs vielleicht noch einer Rasseneigcnthümlichkeit zugeschrieben werden könnte, so kommt ein Moment hinzu, welches ausschliesslich der erbärmlichen Lebensweise, die sie führen, auf Rechnung geschrieben werden muss. Der Brustumfang nämlich ist im Verhältnis zur Körperlänge ein sehr geringer. Bei normal entwickelten Menschen ist der Brustumfang gleich der Hälfte der Körperlänge. In Westeuropa werden junge Leute, die militärpflichtig sind, nur dann assentiert, wenn dies zutrifft. In Russland werden Recruten auch dann schon eingereiht, wenn der Brustumfang um einen halben Zoll weniger als die Hälfte des Körperwuchses ist. Die Juden aber erreichen auch dieses Mass nicht, und die Militärärzte constatieren, duss bei ungefähr 60 Percent derselben der Brustumfang weit unter der Hälfte der Körperlänge steht. Mit diesem Umstände rechnen nun die Militärbehörden und sind nachsichtig genug, um, trotz tief unter der Norm stehenden Brustumfanges, jüdische Recruten dennoch einzureihen. Entsprechend t dieser, der ungenügenden Muskeluud Knochenentwicklung zuzuschreibenden Engbrüstigkeit, ist die Zahl der jüdischen Jünglinge, die lungensüchtig, resp. tuberculös sind, enorm gross. Im Jahre 1875 betrug die Zahl der brustkranken Militärpflichtigen lHl/2rt/0« auf 4^7:2:589; darunter waren W9°/0 mit chronischer Lungenentzündung behaftet — ein Percentsatz, der bedeutend den der Nichtjuden übertraf. Also: flaske Muskeln, schlecht entwickelte Athmungsorgane, schwaches Knochensystem, geringe physische Kraft, geringe Arbeitsleistung. Nur die Schädelknochen sind bei ihm stark entwickelt, und der Schädelumfang der Juden ist im Durchschnitte bedeutender, als der der nichtjüdischen Bevölkerung. Es ist also durchaus nicht übertrieben, wenn ich eingangs behauptet habe, dass die Juden aus Haut, Knochen und Gehirn zusammengesetzt sind, indem doch der Schädelumfang der Grösse des Gehirns entspricht. Wenn nun der Fremde durch die Gassen des Ghetto wandert, so wird es ihm gleich auffallen, dass er in dem hin- und herrennenden jüdischen Ameisenhaufen so selten einen robusten, gesunden Menschen erspähen kann, vielmehr Gestalten begegnet, die durch ihren mageren, abgezehrten Leib, ihre eingefallene Brust mit hochgezogenen Schultern, ihreu langen, dünnen Hals, ihre hohlen Wangen, ihren unsteten, misstrauischen Sclavenblick, ihre gebeugte Körperhaltung — sich sofort als schwacher, leistungsunfähiger Menschenschlag documentieren, die eben, durch das caudinische Joch der Entbehrungen und Erniedrigungen getrieben, zu dem geworden sind, was sie sind. In einer Paraphrasierung möchte der Beobachter dabei sagen: „Dis-moi ce que tu manges, je te dirai ce que tu es." Entsprechend ihrer labilen Körperbeschaffenheit, die ausschliesslich dem Mangel an Licht, Luft und guter Kost zuzuschreiben ist, sind die Ghettojuden auch allen möglichen Krankheiten zugänglich und unterworfen. Des grossen Percentsatzes von Brustkranken habe ich schon Erwähnung gethan: ich muss nun noch hinzufügen, dass die Ghettojuden nicht minder häufig von Hautkrankheiten jeglicher Art befallen werden; von scrophulösen Hautausschlägen, von Eiterungsprocessen im Ohr — und als eclatanter Beleg für die Abhängigkeit einer Reihe von Krankheiten von Schmutz und Armut — von der Körnerkrankheit der Augen, dem Trachom, welches fast nirgends so grassiert, wie innerhalb des Ghetto, und zwar deshalb, weil das Trachom ansteckend ist. Dieses Augenleiden nun befällt gar häufig ganze Familien und richtet unzählige Augen zugrunde. Als Folge einer Nahearbeit — bei schlechter Beleuchlung und noch schlechterer Körper- und Kopfhaltung — die äusserst häufige Kurzsichtigkeit mit ihren oft traurigen Folgen, Entzündungen der inneren Augenhäute, Netzhautablösungen, namentlich die ererbte Form der Myopie. Nicht minder traurig ist es um die weibliche Hälfte der jüdischen Bevölkerung bestellt Von der Zahl der Frauenkrankheiten, die die jüdischen Weiber befallen, können die "Frauenärzte recht viel berichten, deren Ambulatorien von solchen wimmeln. Es ist kaum zu leugnen, dass diese Leiden haup t sächlich den allzu früh eingegangenen Ehen — im 14. 15. und 16. Lebensjahre — ferner dem Umstände 2uzuschreiben sind, dass die Ghettojuden die vom mosaischen Gesetze und dem Talmud so streng verordneten, so äusserst nützlichen hygienischen Verhaltungsmassregeln zur Caricatur herabgezerrt, unter anderem das rituelle Bad (Mikweh), welches der Gesundheit dienen sollte, in ein Aquarium von Ansteckungsstoffen verwandelt haben. „Tauwell, woaucheis Scherez b'jodau." Ganz traurige Zustände erleben wir ferner während des Ausbruches von Epidemien, wie etwa Diphtherie, Cholera, die nolens volens unzählige Menschenleben hinraffen, weil sie ja allesammt ansteckend sind und die grenzenlose Noth und Armut der Ghettojuden nicht gestatten, entsprechende Schutzmassregeln zu ergreifen. Von einer sogenannten Immunität der Juden gegen gewisse epidemische Krankheiten, wie etwa im Mittelalter gegen die Pest oder jetzt gegen die Cholera, wurde zwar in früherer Zeit viel gefaselt; jetzt wird es wohl niemandem einfallen, solche unbegründete Behauptungen aufrecht zu halten. Endlich muss ich noch als Folge der Ueberanstrengung, der Uebermüdung des jüdischen Gehirns und des ganzen Nervensystems, die auffallend hohe Ziffer der Nervenkrankheiten und Geistesstörungen anführen, die bedeutend die der nichtjüdischen Bevölkerung übertrifft. Allerdings diejenigen Nervenleiden ausgenommen, welche durch eine unzüchtige Lebensweise hervorgerufen werden, wie etwa Rückenmarksdarre oder progressive Paralyse, welche unter den Ghettojuden viel seltener anzutreffen sind. Nach all dem von mir Gesagten, können Zweifler mit überlegenem Lächeln fragen: „Aber ja, wenn dem so ist, warum und wieso erhält sich denn dieses Volk