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Die Welt · 1898-04-15 · 15 (15.4.1898) · p. 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
15 (15.4.1898)
Article
Das neue Ghetto
Date
1898-04-15
Page
15 (sequence 3)
Language
German
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. Wabi. Er hat g'sagt — wann die gna Frau herin is, mag er net einergehn. Rheinberg. Sonderbar! (Eilt zur Thür). 5. Scene. Rheinberg, Wasserstein, Franz. Franz (tritt ein, sieht sich nach allen Seiten um). Wir sind allein? W a b i (ab). Rheinberg (beunruhigt). Was bringen Sie? Franz. Ein Unglück. Jacob hat sich mit dem Rittmeister duelliert — vor einer Stunde. W a s s e r st e i n (bricht aus einen Sessel nieder). Gerechter Gott!; Rheinberg. Verwundet? Franz. Er hat eine Kugel in der Brust. W a s s e r st e i n (weinend). Lebt er noch? Franz. Ja... Doctor Bichler sahrt ihn im Wagen her. Natürlich sehr langsam. . . Ich bin vorausg'sahren, dass man die Frau vorbereitet. . . (Traurig). Jemand muss zu den Eltern fahren. Das kann ich nicht. Ich kann's nicht. R h e i n b e r g. Bitte lieber Wasserstein! Franz. In einer Reitschul' hab'n sie sich geschossen. Dort ist der erste Verband gemacht morden. Dann hat er durchaus nachhaus' wollen. Der Bichler hat sich fügen müssen. Die Aufregung war noch schädlicher. Rheinberg (öffnet die Thür links). Hermine! H crntine (tritt ein). Fritz? Franz (verbeugt sich stumm). H e r m i n e (starrt Franz an). Was gibt es? R h e i n b e r g. Liebes Kind, Du bist vernünftig — Du weißt, dass im Leben Verschiedenes vorkommt. Hcrmine (ausschreieud). Was ist geschehen? Franz. Erschrecken S' nicht, gna Frau. . . Zum Verzweifeln ist's nicht! H e r m i n e (jammernd). Was, was? Franz. Unser Jacob .. . Hermine (außer sich). Jacques? Was, um Gotteswillen? Franz. Duelliert hat er sich. H e r m i n e. (bricht schluchzend nieder). Franz. Der Arzt hofft, dass es nicht gefährlich ist. Rheinberg. Du hörst! Fasse dich! Franz. Sie dürfen ihn nicht ausregen. H e r m i n e. Wo ist er? Wasserst ein. Ich? Wie heißt ich? Bin ich von Eisen? F r a n z. Ich bitt' Sie, thun Sie's! Wasser stein (erhebt sich). Sagen Sie mir nur, ob er noch lebt.! Franz. Er lebt. Er wird vielleicht davonkommen. W a s s e r st e i n (setzt den Hut aus, faltet die Hände). HöreIsrael! . . . (Betet murmelnd). Franz. Gehn's nur schon! Wasser st e i n. Ich geh' schon — ein bitterer Weg! «Ab durch die Mitte.) 6. Scene. Franz, Rheinberg, dann Hcrmine. Franz. Wir müssens der Frau beibringen. Dass sie ihn nachher nicht mit Weinerei ausregt. Rheinberg. Die Wunde ist schwer? Franz. Der Doctor Bichler hat nur ein G'sicht gemacht, wie ich ihn gefragt Hab' . . . R h e i n b e r g. Kann ihm der Transport nicht schaden? 7. Scene. Vorige, Wabi, dann Bichler, Jacob, zwei Träger. Wabi (stürzt herein). D' Rettungsg'sellschaft bringt 'n gnä' Herrn? R h e i n b e r g. Ruhe, Ruhe! Bichler (aus der Mitte). Lassen Sie das Bett Herrichten! R h e i n b e r g (zu Wabi). Rasch, das Bett! Wabi (händeringend rechts ab). Jacob (mit geschlossenen Augen, ohnmächtig 'auf den 'Armen zweier Träger aus der Mitte). H e r m i n e. Jacques! (Will hinstürzen.) Franz (hält sie im Hintergründe zurück). Pschtt! Bichler. Er ist nur ohnmächtig! . . . (Zu den Trägern.) Aus das Sopha! Die Träger (legen Jacob behutsam nieder, entfernen sich dann durch die Mitte). Bichler (beugt sich über Jacob, dann zu Hermine). Tücher, Wasser, Eis!

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