Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · p. 669

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Article
Herzl der Führer
Date
1914-07-03
Page
669 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3316625-3316652-3355384--61527-3355500
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 27 DIE 2§£E LT Nun ein Bnef, der die Frage des politischen, sozialen und materiellen Einflusses der Juden auf die Kulturwelt behandelt. 669 «w 9 CLOS °L*~uclc. e.'^vLr 1ff u j CnAw. J yC^X." AV„ , Oo-^oJju. , U~^{JÜL^ °u*. ^f. otcL* £lt-.OL~^-vw°L«_v ^i/a^L (L-uojV.4A- <j^-r 1 Oc*£^)f . -fc*/ "».^/OiaX» vC. -fi ' fi^--^*L-r 0-~cLtL-r aC*t-f zl^fezi ‘VoJ&LrM^ JlSeJUC-t- — l. «»^VotOt ->‘*z_ yJHn^'u. cJU (2. Seite) . -^eu^ , “»A ->V-^V o JL, Ot^. CtX-» oL^q, <Cic , ‘W-'-ivvt ^*u»^7/U. «A?oLw o*_X~ . OA, -ypXoCoa. •***. aJr-a-c- £o^aO>-r -J-Wi'f' -£-— -''‘iUv^CU-^ /s«x. £*-»£~. <v>y^ oF^Cy^a l/c£JCa-r- '~6c_^ -'7*»<^e-w A^ct&fa. —'~6l T^fr-w. w. , -e-iX» -5<P- -3y*~—r - >L<l^ Z^JU: c4c£~‘^<u^ /^r-C?oLa-S' J*- f k^C Jo- '^-o^Ay- -*W , -£x* stX> - J*A Fr~o^y_ «■*" _°- - <Zt^c4e^» < ^-^v^fXve^ . -»wU« I^XL rLLL (3. Sehe) ®£ev {/oXM-o^r 4«/ . °4V£^7<tv €>>U^X3*? <*~Zf£eAJ-. *+-*JLu^ r^u*J. fftK^ti. Es ist nicht lange her, daß die öffentlichen Diskussionen dieser Fragen heftigen Disput, ja Tumult ausgelöst haben. Diese heißen, mehr als temperamentvollen Auseinandersetzungen waren wohl unnütz, vielleicht sogar vom agitatorischen Standpunkte schädlich, denn sie trennten, statt zu vereinigen. Wie einfach, klar, ja klassisch löste Herzl mit wenigen Worten diese Fragen. Dieser große Mann hatte für unfruchtbare Disputationen keine Zeit. Seine Arbeit ging nach Höherem. Sehr bezeichnend ist das nachstehende Manuskript: Lieber Mr. R.l . . . Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, was ich bei den Nachrichten aus Kischenew empfunden habe. Dasselbe, was alle civilisierten Menschen des Erdballs dabei empfanden. Aber so grausam es klingen mag, diese Katastrophe war noch nicht das Aergste. Die Todten haben es überstanden. Von den Verwundeten werden Mehrere ihr Leben lang daran zu tragen haben. Die leichter Verwundeten werden genesen. Für die Witwen und Waisen wird man zu sorgen versuchen. Aber damit ist das Unglück durchaus nicht abgegrenzt. Die Berichte, die ich aus Rußland erhalte, erfüllen mich mit der größten Besorgnis. Denken Sie sich sieben Millionen rechtlose Menschen, die wieder einmal angefangen haben, zu zittern. Nach dem was vorgefallen ist, darf man sie daraufhin nicht einmal der Aengstlichkeit beschuldigen. Sie dürfen sich nicht wehren, sie werden nicht beschützt, sie fühlen sich preisgegeben, und zwar einem solchen Pöbel. Ueberall hört man daher von Auswanderung reden, was ja nur zu begreiflich ist. Denken Sie sich nun die Schrecken einer solchen von der Angst anbefohlenen Auswanderung. Ich halte es zwar für undenkbar, daß es mit Ausnahme von Rumänien ein Land in der Welt gäbe, welches diese unglücklichsten aller Flüchtlinge zurückstoßen könnte. Ich glaube, Gendarmen würden weinen, wenn sie einen solchen Auftrag auszuführen hätten. Aber mit dem Einlaß wäre ja noch nicht alles gethan. Wovon sollen diese entwurzelten, mittellosen, fremdsprachigen Einwanderer in dem neuen Lande leben? Sie kommen aus einem Elend in das andere, vielleicht wirtschaftlich noch größere, weil ungewohntere. Unter diesen Umständen halte ich es für meine Gevvissenspflicht, allen Einfluß unserer Organisationen aufzubieten, damit sich diese verzweifelnden Menschen nicht zu einer planlosen Auswanderung hinreißen lassen. Auf dem Zionistenkongresse, der am 23. August in Basel eröffnet werden wird, soll die Lage erörtert werden und wir werden dem Kongresse unsere Vorschläge vorlegen, über die ich heute noch keine Mittheilung machen darf. Nun, das eine will ich Ihnen sagen: ich glaube, es ist ein großes politisches Interesse der Vereinigten Staaten, uns Zionisten bei der Schaffung einer Heimat für diese Unglücklichen zu helfen. Vor allem sollten die amerikanischen Juden ihrem Vaterlande Amerika den großen patriotischen Dienst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.