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Die Welt · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · p. 668

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Article
Herzl der Führer
Date
1914-07-03
Page
668 (sequence 1)
Language
German
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668 Nr. 27 D!E3^ELT Herzl der Führer Erinnerungen, mitgeteilt von Dr. Isidor Schalit Einer der markantesten zionistischen Männer, Herzls getreuer Weggenosse, Dr. Isidor Schalit, hatte die Güte, unserem Wiener Mitarbeiter die nachstehenden Reminiszenzen im Gespräch mitzuteilen und der „Welt" die Wiedergabe der in den Text eingefügten Dokumente zu gestatten. Dr. Schalit führte aus: „Sie werden es begreifen und entschuldigen, wenn ich es mir versagen muß, auf mein persönliches Verhältnis zu Herzl einzugehen. Ich glaube nicht, daß die Erinnerungen eines Verschollenen irgendwelches Interesse besitzen. Gewiß: Ich habe von dem ersten Augenblicke seines Auftretens bis zu seiner letzten Stunde mit ihm gearbeitet und hätte vieles zu sagen. Aber nicht nur der Umstand, daß ich mich inzwischen völlig zurückgezogen habe, nötigt mir Schweigen auf: Ich habe nie gedacht, daß ich Herzl überleben würde und daher die Dokumente meiner Mitarbeit an seinem großen Werke niemals gesammelt. Ich wäre daher bei der Darstellung, die Sie von mir wünschen, vielfach gezwungen, aus dem Gedächtnisse zu schöpfen und — beim besten Willen, nur Historisches und Sachliches zu sagen — könnte ich es nicht vermeiden, subjektiv zu werden. Hingegen stelle ich Ihnen gerne einige Briefe Herzls zur Verfügung, bei deren Behandlung ich objektiv bleiben und ohne kritisches Raisonnement die Persönlichkeit des toten Führers dokumentarisch beleuchten kann. Da haben Sie vor allem einen Brief Herzls aus den ersten Wochen der „Welt“. Wir hatten die ersten Nummern der „Welt“ im Lokale des Vereins Admath Jeschimm geschaffen, einer kleinen Wohnung in der Leopoldstadt, in der wir uns an den Dienstag-Abenden versammelten. Dr. Schnirer, Johann Kremenezky, Ing. Seidener, Paul Löbl, Karl Bringer, Dr. Kokesch und noch mancher andere bildeten die kleine, aber starke und noch heute vorbildliche Garde des Führers. REDACTtOS: fColovrratrtng. Flsh.teg»-3e Kr. 11. 'T* - -6t- 3 - V y-g-w-o„ ■U. - £» ■vistUjh . M. JA-' JUi •''£« , 70-jLo-fJ- 4 /£ Entnehmen Sie, bitte, von welcher Zartheit und Feinfühligkeit Herzl selbst im Umgang mit seinen nächsten Mitarbeitern war. Wie hat er auch trotz aller Schärfe in seinem Auftreten darauf geachtet, die Agitation in maßvoller und würdiger Form zu leiten! Hier ein Zettel, den ich in meinem Schreibtische vorfand. Er bezieht sich auf eine Generalversammlung der Wiener Israelitischen Allianz und stammt aus dem Jahre 1898: /(su+JUt-

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