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Die Welt · 1914-03-27 · 13 (27.3.1914) · p. 307

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
13 (27.3.1914)
Article
Franz Oppenheimer
Date
1914-03-27
Page
307 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 13 DiES^ELT erschien 1907 die Grundlegung der Staatswissenschaft in dem Buche „Der Staat". 1910 folgte das volle System der Oekonomik, ein starker Band unter dem Titel: „Theorie der reinen und politischen Oekonomie", der bereits nach Jahresfrist in zweiter Auflage erscheinen mußte; 1912 die Abhandlung „Die soziale Frage und der Sozialismus,, eine kritischeAuseinandersetzung mit der marxistischen Theorie". und 1913 die 2. Auflage der „Siedlungsgenossenschaft“. Dazwischen erschienen zahlreiche Aufsätze und Kritiken in den vornehmsten Fachzeitschriften. Während dieser Zeit kam der Autor zu immer höherer Anerkennung in Deutschland und weit über .Deutschlands Grenzen hinaus. Seine Werke wurden in die fremden Kultursprachen übertragen. „Der Staat" ist bereits ungarisch, französisch und englisch erschienen, und die rumänische und italienische Gebersetzung sind in Vorbereitung. Die „Theorie" erscheint demnächst französisch, der „Sozialismus" ist bereits holländisch erschi :nen; die französische, englische, ungarische Gebersetzung sind im Gange; und fast alles, was Oppenheimer geschrieben hat, ist mindestens auszugsweise russisch erschienen und hat den Gegenstand zahlreicher Debatten gebildet. — Seit 1909 lehrt Oppenheimer als Privatdozent an der Berliner üniversität Nationalökonomie und Soziologie. Seine Vorlesungen und Gebungen gehören zu den besuchtesten. Am 30. März wird Oppenheimer 50 Jahre alt. Er darf mit einiger Befriedigung auf seinen Lebensweg zurückblicken. Ohne jemals irgendeiner literarischen oder wissenschaftlichen Clique angehört zu haben, hat er sich und seinen Gedanken einen breiten Weg aus eigener 307 Kraft gebahnt und gilt vielen der besten als eine starke Hoffnung unserer Zukunft. Einem Manne von dem sozialen Weitblick Oppenheimers konnten auch die neuesten Strömungen in der Judenheit nicht fremd bleiben. Allerdings verdankt er seine Annäherung an die moderne jüdische Bewegung dem Einfluß der überragenden Persönlichkeit Theodor H e r z 1 s , dessen Zauber auch Dr. Oppenheimersich nicht entziehen konnte. Theodor Herzl interessierte sich lebhaft für jeden neuen Gedanken, der ihm geeignet schien, den Zionismus den sozialen Bedürfnissen der jüdischen Volksmassen anzupassen. Insbesondere fesselte ihn die Idee des Gemeineigentums an Grund und Boden. So verkündete Herzl schon in seiner Programmrede bei der Eröffnung des V. Kongresses, die nationale Kolonisation müsse zur genossenschaftlichen Bewirtschaftungsform greifen, um freie Bauern zu schaffen. Ebenso bestand er darauf, den Gedanken des unveräußerlichen Grundeigentums zur Grundlage des auf demselben Kongreß geschaffenen jüdischen Nationalfonds zu proklamieren. Theodor Herzl suchte den Mann, der die genossenschaftlichen und bodenreformerischen Ideen wissenschaftlich begründete und ausgestaltete, zur Mitarbeit an dem Werk der Besiedlung Palästinas heranzuziehen. Auf dem VI. Kongreß erschien Dr. Oppenheimer als Referent über die Siedlungsfrage und wurde dem Kongreß von Theodor Herzl als „ein neuer Glanz für die jüdische Tribüne" vorgestellt. Dr. Oppenheimer, dessen Ausführungen über die genossenschaftlichen Grundlagen der Palästinakolonisation mit großem Bei- Franz Oppenheimer

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