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Die Welt · 1912-12-20 · 51 (20.12.1912) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
51 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1600 DIESEL? material aller Art, wie Pläne und Modelle von Schulgebäuden, Klassenzimmern, Turnhallen, Spielplätzen und Schulgärten, Formulare, Statistiken, Stunden- und Lehrpläne, Berichte, Handbücher, Schulbücher und pädagogische Schriften sowie von Rohmaterialien jeder Art für Unterrichtszwecke zu unterstützen. Die freundlichen Förderer dieses Instituts werden in perio- Nr. 51 dischen Veröffentlichungen von den Fortschritten desselben in Kenntnis gesetzt werden. Der Vorstand besteht aus den Herren Jesajas Preß, Prorektor der Lämelschule, Ch. L. Sutte, Seminar- und Mädchenschullehrer, Dr. Israel Weinberg, Seminarlehrer, L. Eitan, Gymnasiallehrer, und Frl. H. Feinssod, Kindergartenleiterin. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG JE o o o o o o o 1 o o o o o o o Deutschland Makkabäerfeier in Berlin Am Montag, den 10. d. M., veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinigung im Klindworth-Scharwenkasaale eine sehr wohlgelungene Makkabäer feier in Gestalt eines musikalisch-literarischen Abends. Der starke Besuch — der Konzertsaal war aus verkauft — bewies, daß die Leitung der Berliner Zionistischen Vereinigung mit dieser Veranstaltung den Wünschen vieler Gesinnungsgenossen und auch anderer jüdischer Kreise entsprochen hat. Herr Dr. Rosenberg eröffnet e den Abend mit einer Makkabäerfestrede. Dann folgten Frl. Mirjam H o r w i t z, Herr Ludwig Hart au und Herr Leo G o 1 1 a n i n mit einem reichen Vortragsprogramm. Vorlesungen aus der Bibel wechselten mit den hebräischen Melodien Heinrich Heines, Jehuda Halevv mit Martin Buber. Stürmischer Beifall belohnte die Vortragskunst des Frl. Horwitz und des Herrn Hartau, und der Beifall wuchs zum Sturm, als Herr Gollanin mit bekannter Meisterschaft jüdische Volkslieder vortrug. Berlin. Am Sonnabend, den 14. Dezember 1912 sprach Herr Rabbiner Dr. Warschau e r im Verein Jüdischer Mädchen über das Thema: „Die Strömungen im Judentume der Gegenwart und ihre gemeinsamen Verpflichtungen“. Die interessanten .Ausführungen des allgemein beliebten Redners fanden bei den zahlreich Versammelten lebhaften Beifall. In dem darauf folgenden gemütlichen Beisammensein wurden jüdische Dichtungen und Jargonlieder vorgetragen. Berlin. Am Sonntag, den 8. d. M., veranstaltete die Jüdisch - nationale Frauenvereinigung eine Kinder-Chanukah- Feier. 400 Kinder, die an dem Fest teilnahmen, wurden bewirtet und beschenkt. Herr Heinrich Barth hielt eine Ansprache. Lübeck. Am 20. d. Mts. fand der zweite Diskussionsabend dieses Semesters statt. Herr Rechtsanwalt Dr. Meyer referierte über „Zionistische Arbeit und Kleingemeinden“. Elberfeld. Am 11. 12. 12 fand unsere von etwa 300 Personen besuchte Chanukah-Feier in Gestalt eines Konzertes zum besten der Jemeniten-Siedlung statt. Der Ueberschuß betrug über 300 M. Worms. Herr Parteisekretär Kurt Rosenbaum hielt hier einer, Vortrag über „Die Juden der Gegenwart“. Memel. Die Zionistische Vereinigung veranstaltete ihren ersten Vortragsabend, der sehr gut besucht war. Herr Dr. Kallenbach begrüßte die Erschienenen und erstattete Bericht über die Generalversammlung. Posen. Am Montag, den 25. November, fand im Viktoria- Restaurant die erste Versammlung der Zionistischen Jugendgruppe nach ihrer Reorganisierung statt. Die Versammlung wurde durch Herrn Ref. Martin Cohn eröffnet, der über das Thema: „Die Aufgabe der Zionistischen Jugendgruppe“ referierte. Duisburg. Am 26. November fand hier ein gutbesuchtcr Palästina-Lichtbildervortrag des Herrn Dr. Ichenhäuser- Köln statt. Elberfeld. Herr Dr. S. Lev in hielt bei uns einen mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag. Mehrere neue Mitglieder wurden für die Organisation gewonnen. Eschweiler. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete eine Versammlung, in der Herr Ref. Friedr. Andr. Meyer, Eschweiler, über Jehuda Halevv sprach. Hamborn. Am 27. November veranstaltete die Zionistische Vereinigung einen Palästina-Lichtbildervortrag. Der Redner des Abends war Herr Dr. K o 1 s k i - Duisburg. Wiesbaden. Am 17. November sprach in unserer Zionistischen Ortsgruppe Herr Kurt Rosenbaum über „Die Lage der zionistischen Bewegung“. Frankfurt a. M. Am 15. Dezember hielt Herr Dr. Heinrich Löwe in der hiesigen Ortsgruppe einen Vortrag über „Jüdische Interessen im nahen Orient“. Nach einem historischen Ueberblick über die jüdischen Interessen seit alten Tagen kam er auf die Frage: Was wird mit den orientalischen Juden jetzt? Die Griechen seien von jeher unsere Feinde gewesen, während die Türken unsere einzigen Freunde waren. Sollte Saloniki griechisch werden, so wäre das ein Unglück. Bei den Serben oder Bulgaren gehe es den Juden leidlich. Für die Zukunft Palästinas sei uns nicht bange. Der Redner schilderte das aufblühende jüdische Leben dort. Stürmischer Beifall lohnte die begeisternden Ausführungen des Redners. Nach einer Aufforderung zu Spenden für die Jemenitenhäuser schloß der wohlgelungene Abend. Oesterreich Rosenfeld-Feier (Von unserem Berichterstatter.) Wien. Der akademische Verein „Jüdische Kultur“ veranstaltete anläßlich des fünfzigsten Geburtstages Morris R o Senfe 1 d s in einem der größten Hörsäle der Wiener Universität eine würdige und stimmungsvolle Rosenfeldfeier, an der mehr als 600 Personen teilnahmen. Nach einem einleitenden Vortrage über das Leben und die Bedeutung des Dichters, gehalten von Dr. Otto Abeies, trugen zwei bekannte Wiener Bühnenkünstler, Frl. Frieda H e 11 d o r f und Herr Alwin Neuß eine Auslese der besten Rosenfeldsehen Gedichte mit ausgezeichneter Wirkung vor. Der Verein „Jüdische Kultur“ wird auch einen Rosenfeldabend in jüdischer Sprache veranstalten. Jüdisches Leben in Prag (Von unserem Berichterstatter.) Prag. In diesem Monat hat sich in Prag ein überaus reges jüdisches Leben entfaltet. Trotzdem die Aufmerksamkeit der Bevölkerung durch die über Oesterreich schwebende Kriegsgefahr und die damit zusammenhängende wirtschaftliche Krise sehr in Anspruch genommen ist, zeigt sich doch das Interesse an jüdischen Angelegenheiten ungewöhnlich stark. Die zionistischen Korporationen veranstalteten am 4. Dezember eine große Makkabäerfeier, die ausgezeichnet gelungen ist und sehr besucht war. Am 9. Dezember fand, vom Verein Bar Kochba veranstaltet, ein jüdischer Volksliederabend statt, der geradezu als Ereignis wirkte. Der Berliner Tenor Leo Gollanin, der schlechthin als der Meisterinterpret der Volkslieder angesprochen werden kann, sang mit hinreißendem Charme und mit künstlerischer Vollendung ein reiches, wohl ausgewähltes Programm. Am 15. d. M. wurde im Festsaal des jüdischen Rathauses eine große Bezalel-Ausstellung, verbunden mit einer Ausstellung graphischer Arbeiten jüdischer Künstler, feierlich eröffnet. Der Obmann des Prager Bezalel-Vereines Herr Dr. Theodor Weltsch wies in seiner Begrüßungsansprache insbesondere auf die Jemenitenfrage hin, in der auch der Bezalel helfend einzugreifen berufen sei. Die Eröffnung nahm namens der Kultusgemeinde-Repräsentanz deren Vizepräsident Herr Dr. Ludwig Bendiener vor. Schon am ersten Tage wurden für mehrere tausend Kronen Sachen verkauft. Die Ausstellung bleibt bis 27. d. M. geöffnet.

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