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Die Welt · 1912-12-13 · 50 (13.12.1912) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
50 (13.12.1912)
Date
1912-12-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 50 1565 DIE^ELT beliefen sich auf 3200 Frs., von denen das Odessaer Komitee 060 Frs. beitrug, während der Rest fast ausschließlich in Jaffa aufgebracht wurde. Die Bibliothek wurde vor 19 Jahren zum Andenken an den Dichter J. L. Lewanda gegründet. Herr Elijahu Berlin hat bei seiner letzten Reise in Rußland, die er in privaten Geschäften unternommen hat, sehr erfolgreich für das geplante .neue Krankenhaus gewirkt. Insbesondere wurden ihm seitens der Angehörigen des Herrn Wyschniak, der 40 000 Frs. für ein neues Gebäude gestiftet hat, in Moskau, Petersburg und Z a r i t z y n wichtige Zuwendungen versprochen. Nunmehr erscheint die Gründung des Hospitals gesichert. Gaza, 24. November. Dr. Mosche Neumann, der in seiner Eigenschaft als Militärarzt hier zu tun hatte, interessierte sich auch eingehend für den Zustand der hiesigen jüdischen Gemeinde. In einer ausführlichen Zuschrift an den „Haor“ bespricht er die Vergangenheit der Gemeinde, die noch bis zum Jahre 1799 ganz bedeutend war, und beklagte es sehr, daß von jüdischer Seite zur Erhaltung der hiesigen Position nichts geschieht. Besonders bedauerlich ist es, daß man die jüdische Schule eingehen ließ, wodurch die Mission freien Spielraum für ihre Tätigkeit gewann. Haifa, 24. November. Die Arbeiten für die Bahnlinie Afule—Jerusalem werden eifrig fortgesetzt. Man rechnet, daß sie in einem halben Jahre bis Dschenin fertig wird. — Bekanntlich ist M e r c h a w j a nur zehn Minuten von der Station Afule entfernt, das nun zu einem der wichtigsten Knotenpunkte Palästinas wird, in welchem die Bahnlinien Haifa—Damaskus und Haifa—Jerusalem sich schneiden. Merchawja wird dank der neuen Bahn nur etwa vier Stunden von Jerusalem entfernt sein und durch diese vorzüglichen Kommunikationsverhältnisse natürlich auch ökonomisch sehr viel profitieren. Aus den galiläischen Kolonien Unsere landwirtschaftliche Kolonisation in Untergaliläa ist bedeutend jünger als die in Judäa und Obergaliläa. Bei der Gründung der untergaliläisehen Kolonien besaß man also schon die bisherigen Erfahrungen, mit denen man sehr wenig zufrieden war, und man glaubte nun, vernünftiger Vorgehen zu können. Es ist auch zuzugeben, daß diese Kolonisation im großen und ganzen das Produkt vielfacher reiflicher Ueberlegungen ist. Auch ein anderer wichtiger Umstand kam hinzu: die Menschen, die da angesiedelt werden sollten, waren nicht mehr fremd im Lande. Für sie war Erez Israel bereits tatsächlich das Land ihrer Väter. Sie stellten nämlich zumeist den Nachwuchs der ältesten Kolonien dar und waren also klimafest und mit der Landwirtschaft von Kindheit an vertraut Die Kolonisation in der Gegend zwischen Nazareth und T i b e r i a s , die hier in Betracht kommt, beginnt im Jahre 1899 mit der Gründung der Lehrfarm Sedschera durch die Jewish Colonisation Association, kurz J. C. A. genannt. Das war die erste Tat auf landwirtschaftlichem Gebiete in Palästina seitens dieser finanziell stärksten jüdischen Organisation. Ein Jahr später übergibt Baron Edmund v. Rothschild in Paris sein Kolonisationswerk der Verwaltung der J. C. A., die allmählich neue Grundsätze, nämlich Sparsamkeit, Selbsthilfe und Initiative in dieses Werk einführt, das bisher durch eine untaugliche und mitunter pflichtvergessene Administration auf bedenkliche Abwege geraten war. Um nun für den Nachwuchs der ältesten Kolonien eine landwirtschaftliche Existenz zu schaffen, wird zwei Jahre nach der Uebernahme durch die J. C. A., im Jahre 1902, die Kolonie Mes’cha am Fuße des Berges Tabor, die Kolonie Jibnael (Jemma) etwa zwei Stunden weiter, in der Richtung nach Tiberias, und die Kolonie Mil ha in äe im Jordantal, etwa 2i/z Stunden südlich von Tiberias, gegründet. Später entstehen noch die Kolonien Sedschera (im Anschluß an die Farm Sedschera), Beth- Dedschan bei Jibnael, Mizpah bei Tiberias und Kineret h im Anschluß an die Farm Kinereth. Die Farmen K i n e - reth, Dagania, Migdal und P o r i a h sind sämtlich in den letzten vier Jahren von nationalen Institutionen und Gesellschaften gegründet worden, ebenso Merchawja, das westlich von Nazareth liegt und nicht mehr zu dem untergaliiäischen Komplex im engeren Sinne gerechnet werden darf. Leider hat die J. C. A. das Prinzip, die im Jahre 1902 gegründeten Kolonien mit gutem landwirtschaftlichen Nachwuchs zu besiedeln, nicht immer konsequent durchgeführt. Neben den Söhnen der Kolonisten wurden auch mitunter Leute angesiedelt, die „Forderungen“ an den „Baron“ hatten, namentlich solche Leute, die in der später aufgegebenen Kolonie im Hau ran ansässig waren. Leider waren die Ernten der letzten drei Jahre, namentlich des letzten Jahres, in diesen Kolonien recht ungünstig, so daß die schwächeren Kolonisten sich nicht halten konnten. Auch der Krieg mit Italien, die Geldkrisis in Haifa, die vorjährige Choleragefahr in Damaskus schädigte die Kolonisten sehr. Innere Notstände kamen hinzu. In Milhamie, das nur zwanzig Familien zählte, starben einige Kolonisten. Es hängt nun iin wesentlichen vom Ausfall der nächstjährigen Ernte ab, ob das Gros der zahlreichen Kolonisten wieder vorwärts kommt. Wie bereits bei einem früheren Anlaß mitgeteilt wurde, geht die Ansicht der J. C . A. - Administration und der dortigen Kolonisten dahin, daß man nicht mehr wie bisher einseitig Getreidebau, sondern auch Pflanzungsbau treiben solle. Ein gutes Mittel, den Kolonisten zur Anlage von Pflanzungen zu verhelfen, wäre die Anwendung der Methode des Pflanzungsvereins „Palästina“ in der Kolonie Rechoboth: Die Kolonisten sollen Boden und Arbeit, Privatleute oder Gesellschaften sollen die für die Barausgaben nötigen Gelder hergeben, um dann den Gewinn in entsprechender Weise zu verteilen. Die Administration der J. C. A. steht diesem System sympathisch gegenüber. Inzwischen haben sich die regsamen Elemente, angeregt durch Referate des früheren Verwalters von Kinereth, des Agronomen Golde, zu einem Verbände vereinigt, um durch eigene Initiative und gegenseitige Hilfe ihrer Lage zu verbessern. Es ist im Interesse unserer Kolonisation dringend zu wünschen, daß unsere Institutionen diesem Verbände die weitestgehende Förderung zuteil werden lassen. Die Fürsorge, die der jüdische Farmer in Amerika von der jüdischen Gemeinschaft erhält, soll auch der palästinische Kolonist nicht entbehren. Neben Neugründungen muß auch die Konsolidierung des bereits Geschaffenen unsere Aufgabe sein. Schulwesen und'Schrifttum Der Jerusalemer Zweigverein des Lehrerverbandes hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Es gehören diesem Zweigverein gegenwärtig 55 Mitglieder an. Es wurde beschlossen, in Jerusalem ein jüdisches Schulmuseum, wie es Lehrer Preß im Hachinuch vorgeschlagen hatte, zu begründen. Mit der Durchführung dieses Beschlusses wird sich der Vorstand in nächster Zeit befassen. Ferner sollen von nun an alle zwei Wochen Referate über Pädagogik und Literatur stattfinden, ebenso soll der Verein für seine Mitglieder einmal monatlich größere Ausflüge in die Umgebung Jerusalems veranstalten. ln den Vorstand wurden gewählt: Schiller, Suta, Dr. Weinberg, Riwlin und Frl. Brande. Die Jerusalemer Musikschule „Sulamith“ veranstaltete anläßlich des 30. Todestages der Frau Ruppin eine Gedächtnisfeier, die aus musikalischen Darbietungen und einigen An-

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