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Die Welt · 1912-12-06 · 49 (6.12.1912) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
49 (6.12.1912)
Date
1912-12-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1522 DIE 2a* E LT Nr. 4Q nach Palästina einwandern, eine Behausung zu schaffen. Denn an Wohnungen für die Zuwandernden, besonders in den Kolonien, mangelt es sehr. Der J. N. F. würde gern noch viel mehr für diesen Zweck aufwenden, aber seine Mittel sind beschränkt, und es treten doch noch andere Anforderungen an ihn heran, die er auch nicht ab weisen kann. Der J. N. F. will aber ganze Arbeit verrichten. Er wendet sich daher mit einer kleinen Schrift „Die Jemenitischen Juden“*) an die große jüdische Öffentlichkeit und fordert sie zur Unterstützung und Mitarbeit auf. Die Broschüre, die eben die Presse verlassen hat, ist von Jehoschua Feldmann in Jaffa geschrieben. Er ergänzt die Schilderungen Zcmachs für die seit der Alliance-Expedition verflossene Zeit Die daß man sie im Hinblick auf die künftige Entwicklung des jüdischen Volkes in Palästina — ohne Uebertreibung gesagt — kaum noch entbehren kann. Sowohl zur Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse als auch nicht minder mit Rücksicht auf die Regenerierung unserer Rasse. Hier ist für uns Juden das Volkselement, von dem Lu sch an neulich ausführte, daß es notwendig sei, um ein Volk vor dem Untergang zu bewahren, das er aber an unrichtiger Stelle für uns suchte. Das allerdings auch, wenn er es gar gekannt hätte, in Deutschland nicht brauchbar gewesen wäre. Aber in Palästina! Und darum die große Bedeutung dieser Aktion! Darum begrüßen wir die vom Hauptbureau des J. N. - F. uns präsentierte Broschüre als einen notwendi- Jemenitischer Wächter auf Nationalfondsgut Jemenitischer Silberschmied Darstellung der Leidensgeschichte der Jemeniten bildet den größten Teil des Schriftchens, ein überaus trauriges Kapitel. Aber unser Autor begnügt sich nicht damit, zu sagen, wie es diesen unseren Brüdern im Jemen ergangen ist und noch ergeht. Was viel wichtiger ist, wir lernen auch die Jemeniten kennen, die schon nach Palästina gekommen sind, erfahren genaueres darüber, wie sie sich hier eingerichtet haben, wie sie hier gesunden und vorwärts kommen, und vor allem auch, welche Bedeutung sie für die weitere Entwicklung Palästinas haben. Wir erkennen sie in ihrer von aller modernen Kultur unverdorbenen, unangckränkelten Art, ohne jede Degenerationserscheinungen als ein überaus erwünschtes Einwandercrelement, und gelangen zu der Ueberzeugung, *) Jehoschua Feld in ann- Jaffa: „Die jemenitischen Juden.“ Verlag des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds, Köln a. Rh., Neumarkt 33. 1912. gen Mahnruf in ernster Stunde. Nun aber auch alle Mann an Bord und an die Arbeit! Sofort und aller Orten müssen Komitees ins Leben gerufen werden, die die Aktion für die Jemeniten ausbauen. Die Vertrauensmänner des J. N. F. im Verein mit den Leitern unserer Ortsgruppen sollen das Nötige zur Bildung des Komitees in die Wege leiten. Die Komitees aber seien nicht einseitig nach Parteigesichtspunkten zusammengesetzt. Es handelt sich hier nicht um eine Parteiangelegenheit, sondern um eine Sache, die die jüdische Gesamtheit angeht und betrifft. Jeder nur irgendwie positiv gerichtete Jude muß ein Interesse daran haben, daß diese Aktion gelingt. Die Broschüre, die uns vorliegt und deren Wirkung noch durch eine Reihe von Illustrationen unterstützt wird, die leider nicht alle gut reproduziert sind (woran aber das .Hauptbureau des J. N. F. keine Schuld trägt!), wird bei dieser Arbeit gute Dienste leisten. Also nochmals: an die Arbeit — ohne Verzug!

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