Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 48 (29.11.1912)
- Date
- 1912-11-29
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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1494 DIEI§B:LT Verbreitung nationaler Bildung waren die Leitsterne der Loge, die im Laufe der 20 Jahre einen schweren Existenzkampf zu bestehen hatte. Neben stiller Unterstützung der Bedürftigen nahm sich die Loge besonders des Handwerkers an, der hier eine Zeitlang einen schweren Stand hatte. Die Loge wußte, daß dies der wichtigste Weg zur Bekämpfung der Chalukah ist. Die Gründung einer Bibliothek diente der Verbreitung allgemeiner Bildung. Sehr viel bemühte sich die Loge um die Gründung eines jüdischen Krankenhauses, damit die jüdische Bevölkerung nicht auf das Hospital der Mission angewiesen sei. Ueberhaupt hat die verkappte Seelenfängerei der Mission die Loge stets beschäftigt. Sie hat sich auch viel um die Gründung des Kindergartens und der Knabenschule des Hilfsvereines bemüht. — Zur 20 jährigen Feier beschloß die Loge die Gründung einer besonderen Abteilung innerhalb der Bibliothek für Altertümer von Safed. Wenn auch die Erdbeben, die wiederholt Safed heimgesucht hatten, viele für die Geschichte der Stadt wichtige Bücher und Dokumente vernichteten, so ließe sich doch noch manches Wertvolle vor dem Untergange retten. T i b e r i a s, 10. November. Wir haben hier einen neuen Kaimakam, der bisher Kaimakam von Dschedeida war. Die uns feindliche arabische Presse erklärt den neuen Kaimakam für — einen Zionisten. In Wahrheit steht er ganz, vielleicht sogar gegen seinen Willen, unter dem Einfluß der Judenfeinde. Die Verdächtigung der einzelnen Beamten als zionistenfreundlich scheint überhaupt ein sehr beliebtes Mittel der Zeitungen von der Art des „Karmel" in Haifa zu sein, mit dem sie auch manchen Erfolg erzielen. So mancher Beamte fürchtet einfach, seine Pflicht und Schuldigkeit zu tun, um nicht mit dieser Sorte von Journalisten in Konflikt zu geraten. Bei uns in 'Liberias ist die Sache um so schlimmer, als es der hiesigen jüdischen Gemeinde an intelligenten und selbstbewußten Männern, die ihren Einfluß geltend machen könnten, fehlt. Die Alliance Israelite, die Nr. 48 seit Jahrzehnten allein die moderne Heranbildung der Jugend in Händen hatte, war leider den Anforderungen der Zeit nicht gewachsen. Hiesige orthodoxe Juden veröffentlichen einen Protest gegen die umliegenden Kolonien und Farmen, weil die dortigen Arbeiter zwar am Sabbat und an den Feiertagen keine Arbeiten verrichten, aber auf andere Weise der religiösen Tradition zuwider handeln. Nun läßt sich nicht bestreiten, daß die Jugend in Galiläa, von Haifa angefangen, eine freiere Haltung als die von Judäa bekundet und oft die gebotene Rücksichtnahme auf die religiösen Gefühle anderer vermissen läßt. Allein es ist doch nicht einzusehen, was mit dein Protestieren erreicht werden soll. Im Grunde ist die beklagte Erscheinung vielleicht die Folge der Winzigkeit der jüdischen Kolonisation in Galiläa. Denn die jüdische Bevölkerung Jaffas unterscheidet, sich in bezug auf religiöse Gesinnung gewiß nicht von der Haifas. Wenn dennoch der Sabbath in Jaffa ein anderes Aussehen als in Haifa hat, so ist das gewiß dem Umstand zuzuschreiben, daß in Jaffa eine kompakte jüdische Siedlung besteht, während in Haifa das noch nicht der Fall ist. Damaskus, 10. November. Anläßlich des Ablebens eines der angesehensten hiesigen Gemeindemitglieder, Esra Daniel Halevi, veranstaltete die hiesige hebräische Schule, zu deren Gründern der Verstorbene gehörte, eine Gedächtnisfeier. Der Chachambaschi sowie alle anderen Notabein waren erschienen. Schulleiter Abraham A l m a 1 i a c h hielt in hebräischer Sprache die Trauerrede. Viele mohammedanische Pilger, die auf der Fahrt nach Mekka begriffen sind, gaben die Weiterfahrt auf und meldeten sich als Freiwillige zum Kriege. An einer patriotischen Kundgebung nahmen über 100 000 Moslims teil. Ueberhaupt ist die Erregung der Bevölkerung hier ungemein stark, da sie durch den Krieg den ganzen Islam bedroht sieht. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o o o o o o o o Sitzung des Großen Actions-Comitds Am 26. und 27. d. M. fand in Berlin in den Räumen des Zionistischen Zentralbureaus eine Sitzung des Großen Actions-Comites statt, in der die allgemeine Lage erörtert wurde. An der Sitzung nahmen folgende Herren teil: Vom Engeren Actions-Gomite die Herren Professor O. Warburg, Dr. V. Jacobson, Dr. A. Hantke, Dr. S. Levin, N. Sokolow; vom Großen Actions-Comite die Herren Dr. Bodenheimer, Dr. Friedemann, Dr. Halpern, Idelsolin, Motzkin, Rosenbaum, Ros off, Dr. Tschlenow und W o 1 f f s o h n. Ferner der Vorsitzende des Direktoriums des J. C. T., Herr Dr. Katzenelson, und Herr Dr. Ruppin. Nachdem Herr Prof. Warburg die Sitzung eröffnet und die Anwesenden begrüßt hatte, erstatteten die Herren Sokolow, Dr. Jacobson und Dr. Ruppin Berichte über die politische Lage und die Situation in Palästina. An die vom E. A.-C. entwickelten Richtlinien der politischen Arbeit knüpfte sich eine ausführliche Debatte. Die vom E. A.-C. vertretenen Ansichten und die Vorschläge für die Arbeit der nächsten Zeit begegneten allgemeiner Zustimmung. AUSWEIS Schekel Deutschland. Ausgewiesen in Nr. 46 der „Jüdischen Rundschau" JA 160 — Rußland. Spezifikation fehlt ..JA 920.IQ Kanada. Spezifikation fehlt.$ 28.25 —- JA 118.65 Südafrika. Spezifikation fehlt .JA 15.30 Federati on of Amerika n Zionist s. Baltimore Md. Dr. Harry Friedenwald $ 2.50, Birmingham Ala. Tikwath Zion 3.—, Brocklyn N. Y. Esra Camp 1.75, New York. Hatechiya 0.75, Kadimah 4.—, Order Sons of Zion 12.75, Providence R. J. Patriots of Zion 15.50, Los Angelos, Cal. Young Zionist Association 5.— zusammen $ 45.25 JA 188.80 English Zionist Federation. David Wolffsohn Benefit Society . . .• . £ 7.— JA 142.80 Mi s rach i. Lemberg: Durch J. L. Lipschütz.JA 10.71 Holland. Gruppe Misrachi.fl. 3.60 ----- JA 6,05