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Die Welt · 1912-11-29 · 48 (29.11.1912) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
48 (29.11.1912)
Date
1912-11-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1492 Nr. 48 &IE3qKELT dem zionistischen Leben in Aegypten und dem Orient gerecht wird. Die neue Monatsschrift wird von unserem Gesinnungsgenossen S. Hasamsony in Kairo (Adresse: Chareli Sabry Nr. 19) redigiert lind kostet im Auslande 7 Frcs. jährlich. * Das Cheschwan-Heft der hebräischen Monatsschrift für die Jugend „Moledeth“ (Heimat) in Jaffa ist soeben erschienen und weist gediegene Beiträge auf. Jakob Fichmann, der jetzige Redakteur, scheint wirklich der richtige Mann für diese Zeitschrift zu sein, und es steht also zu hoffen, daß unsere hebräisch lesende Jugend allmonatlich mit ganz vorzüglichem Lesestoff versehen sein wird. Von den Originalarbeiten sind M. S t a w s k y mit seinen drei hübschen Erzählungen, B e r d y c z e w s k i mit zwei Sagen, Kazenelsohn (Gedicht) und Fich mann mit seinem Mapu-Artikel zu nennen. Auch die literarischen Gespräche von Peii sind in einer Jugendzeitschrift am Platze. T schernicho ws ky s meisterhafte Uebersetzung aus einem finnischen Epos ist bleibendes Gut. Auch die übrigen Uebertragungen sind durchweg als gelungen zu bezeichnen. Mit Befriedigung kann hier darauf hingewiesen werden, daß auch die Zahl der Abonnenten dieser Zeitschrift im Steigen begriffen ist, so daß ihr Fortbestand nunmehr hoffentlich gesichert ist. Es ist zu wünschen und zu fordern, daß diese Zeitschrift, die eine unserer schönsten palästinischen Errungenschaften darstellt, — daß diese geistige „Heimat" in keiner jüdischen Stadt und in keinem hebräisch lesenden Kreise fehle. * Durch den recht frühzeitig und reichlich eingetretenen Frühregen in Palästina sind unsere dortigen Kolonisten in der Lage, bereits jetzt mit aller Energie an die Bestellung ihrer Aecker heranzugehen. Damit entstehen für sie gewisse aktuelle Saisonfragen, mit denen sich das Oktoberheft des „Hachaklai" (Der Landwirt) in Jaffa eingehend befaßt. Außerdem bringt das Heft, wie versprochen, den Anfang aus dem Werke „Dry-Farming" von Windstoe, für palästinische Verhältnisse bearbeitet. Geber eine neue amerikanische Düngungstheorie spricht Dr. agr. Zagorodsky in einem Leitartikel. Es folgen die übrigen Rubriken. — Es ist interessant, daß auch die deutschen Kolonisten in Palästina auf den „Hachaklai" aufmerksam geworden sind, dessen aktuelle Artikel sie sich übertragen lassen. e m jy PALÄSTINA-RUNDSCHAU (Von unserem Berichterstatter.) Ein Pionier des alten und neuen Jischub Vor einiger Zeit wurde hier in dem Aufsatz „Ein Jahrhundert jüdischer Geschichte in Jerusalem" („Die Welt", Nr. 38) in kurzen Strichen die rasche Entwicklung des jüdischen Jerusalem skizziert. Nun ist dieser Tage in Jerusalem im 74. Lebensjahre ein Mann zu seinen Vätern versammelt worden, der diese Entwicklung nicht bloß mit angesehen, sondern auch tätigen Anteil an ihr genommen hat. Joel Mosche Salomon, der in Jerusalem im Jahre 1847 geboren wurde, hat sich in gleicher Weise um den neuen wie um den alten Jischub verdient gemacht. Ja, angesichts seines Lebens und Wirkens empfinden wir von neuem, daß die Formeln „alter" und „neuer" Jischub, „ländliche" und „städtische" Kolonisation nur willkürliche Notbehelfe sind, deren wir vielleicht aus gewissen methodologischen Gründen bedürfen, daß aber in Wahrheit all unser Wirken eine Einheit ist und einer Wurzel entstammt: der Liebe zu E r e z Israel. Joel Mosche Salomon ist nie in Einseitigkeit geraten. Die Liebe zu Jeruschalajirn steckte ihm sozusagen im Blute. War doch sein Großvater, R. Salman Zoref, ein Mitbegründer der aschkenasischen Niederlassung in Jerusalem, der all die unsäglichen Leiden der ersten Zeit ertrug und großes für die damalige Entwicklung leistete. Namentlich hat er der jungen Gemeinde bei der Wiedergewinnung der Churbah (der alten Synagoge des R. Jehudah Hachassid) durch Ali Pascha in Kairo (1836) treue Dienste geleistet. Aber schon Joel Mosches Vater, Mordechai Salomon, faßte die Idee, daß die Juden in Erez Israel sich wieder der Landwirtschaft zu wenden müßten. Da ihm jedoch jede landwirtschaftliche Kenntnis fehlte, ließ er sich, kurz entschlossen, in einem, Dorfe nieder, kaufte Pflug und Gespann und versuchte, sich eine gewisse Fertigkeit in allen Feldarbeiten anzueignen. Allein erst unserem Joel Mosche war es vergönnt, eine Tat zu vollbringen, die von entscheidender Bedeutung und von folgereicher Dauer werden sollte: die Gründung Pethach- T h i k w a h s. Sein Werdegang unterschied sich am Anfang nicht von dem seiner Umgebung. Er lernte fleißig den Talmud samt Kommentatoren bei dem vor vier Jahren hochbetagt verstorbenen aschkenasischen Oberrabbiner, Samuel S a 1 a n t, mit dem ihn sein Leben lang, schon wegen der ungewöhnlichen Lebensklugheit, die beiden Männern eigen war, Liebe und Freundschaft verband. In seiner Jugend war er, wie die meisten Jerusalemiten der früheren Generation, ein religiöser Eiferer, und auch später fehlte es nicht bei ihm an derartigen Anwandlungen, wenn er auch oft in kommunalen Fragen auf Seite der Jugend stand. Aber sein angeborener Sinn für das Reale und für die Forderungen der Zeit jagte ihn früh aus dem talmudischen Lehrhaus. Er warf sich nun auf das Erwerbsleben, was zu jener Zeit in Jerusalem sehr seltsam war und einen Talmud jünger von „Stand" nicht recht zierte. Er wurde Buchdrucker, beteiligte sich bei der Herausgabe von Zeitschriften, die damals in Jerusalem von Brüll versucht wurde, und redigierte auch selbst einige Hefte, die „Jehudah wi; Jeruschalajirn" hießen. Als nun Moses Montefiore daran ging, für die jüdischen Einwohner Jerusalems neue Stadtviertel außerhalb der Stadtmauer anzulegen, was eine zwingende Notwendigkeit war, aber bei den Juden selbst aus praktischen und religiösen Gründen wenig Anklang fand, da war es Joel Mosche Salomon, der tatkräftig eingriff und im Jahre 1871 Nachlath Schivv'ah, das erste Stadtviertel außerhalb der Stadtmauer, begründen half. Seit jener Zeit hat er fast bei der Gründung eines jeden neuen Stadtviertels mitgewirkt Als die Regierung im Jahre 1875 Ländereien neben Jericho verkaufen wollte, da gründete J. M. Salomon bald in Jerusalem einen Verein, um einen Teil dieser Ländereien zwecks Gründung einer landwirtschaftlichen Kolonie zu erwerben. Den Gedanken einer landwirtschaftlichen Kolonisation, der allerdings zuerst mehr religiösen Motiven (nämlich der dadurch gebotenen Möglichkeit, die mit der Bestellung des palästinensischen Bodens zusammenhängenden Vorschriften zu erfüllen) entsprang, ließ er nicht mehr fahren, auch als sich herausstellte, daß die Regierung von ihrem Vorhaben zurücktrat. Im Verein mit einigen gleichgesinnten Jerusalemiten gründete er (1879) die erste jüdische Kolonie Palästinas, Pethach-Tikwah, und später, als die neuen Ansiedler

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