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Die Welt · 1912-11-01 · 44 (1.11.1912) · page 7

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
44 (1.11.1912)
Date
1912-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 44 DIEE^ELT Die Monatsschrift „Palästina" fügt a. a. O. berichtigend folgende Notizen von B. S. Souhami hinzu*): 1. Europ. Türkei 2. Asiatische und afrikanische Türkei Konstantinopel Saloniki . . . Adrianopel . . Sonstige . . . 65 000 65 000 (80 000) . . 15 000 (17 000) . 5 000_ ca. 150 000 (190 000) Brussa..... Schwarze Meer-Regie Smyrna (Stadt) . . Smyrna (Distrikt) . Rhodos, Adalia usw. Klein-Asien ca. 10 000 35 000 15 000 2 000 62 000 Damaskus .... 12000 Aleppo..... 12 000 Beirut..... 5 000 £ 500) Mossul..... 500 Bagdad..... 15 000 (40 000) Sonstige . . . . 15 000__ Syrien u. Mesopotamien 60000 Jerusalem . . . Jaffa..... Safed .... Tiberias.... Akka..... Haifa .... Saida .... jüd. Kolonien ._ Palästina .... Arabien mi t Yemen Tripolis u. Bengasi. 35 000 (53 000) (65 000) 7 500 (8 500) (10 000) 13 000 (8 000) (18 000) 3 200 (7 000) (8 000) 1 500 (50) 1 800 (1 600) (2 000) 1 000 (800) 5 200 (9 500) 70 200 (113 350) 50 000 20 000 3. Insgesamt ca. 150 000 + 262 000 262 000 (320 000) 412 000 (500 000) Der belgische Ministerresident in Konstantinopel, Graf F. van den Steen de Jehai hat 1906 in seinem Werk „De la •) Die eingeklammerten Zahlen entstammen neueren Angaben von D. T riet seh a. a. O. 6. Jgg. (1Q0Q, S. 6 f.); die zweite Klammerreihe unter „Palästina" ist dem Palästinahandbuch von D. Tri et sch (3. Aufl. 1912) entnommen; ein Vergleich mit den Zahlen von 1903 und 1909 ergibt das durch den ständig fließenden Einwanderungsstrom hervorgerufene Wachstuni der palästinischen Judenheit. 1359 Situation legale des sujets ottomans non-musulmans" (Brüssel, 1906) folgende, angeblich ,,aus bester Quelle" gesammelten Zahlen veröffentlicht: 1. europ. Türkei 145 000 Juden 2. asiat. Türkei 220 000 „ Tripolis 12 000 „ 3. Insgesamt 377 000 Juden Diese Zahlen stimmen ungefähr mit denen überein, die für die europäische Türkei Major R. Huber (,,Carte statistique des cultes chretiens"), für die asiatische Türkei Vital Cuinet („La Turquie d'Asie", 1892—1900) gegeben hat. Nach ihnen stellt sich das Verhältnis so: 1. europ. Türkei 160 947 Juden 2. asiat. Türkei 201 998 „ Tripolis? 3. Insgesamt 362 945 Juden Die Alliance Israelite Universelle hat 1906, zum Teil auf Grund direkter Erhebungen, eine große Statistik aufgestellt, der wir folgendes entnehmen (vgl. „Ost und West", 1906, Heft 4): 1. europ. Türkei 188 896 Juden 2. asiat. Türkei 246 130 „ Tripolis IS 660 3. Insgesamt 453 686 Juden Man sieht, die Ziffern gehen im einzelnen erheblich auseinander, gewähren aber dennoch mit der Schätzung, daß von den 25 Millionen der Gesamteinwohnerzahl des türkischen Reichs allerhöchstens eine halbe Million auf die Juden entfällt, ein annäherndes Bild von den Verhältnissen. Die vorhandenen Differenzen lassen sich, rein intern angesehen, auf verschiedene Gründe zurückzuführen: 1. Viele Juden widerstreben aus religiösen Gründen einer Volkszählung; 2. andere befürchten, daß daraus eine Vermehrung der Lasten und Steuern entstehe; 3. viele nehmen es endlich mit derartigen Angaben nicht so genau. Aehnliche Beweggründe waren auch bei Muhammedanern und eingeborenen Christen der Anlaß, die genauen Zahlen hintanzustellen: jene suchten dadurch der Konskription zu entgehen, diese versuchten, die Militärsteuer zu umgehen. Greiz. Seminardirektor E b c r h a r d Theorie und Praxis im Zionismus Von Dr. H. Kadisch So dringend auch in jeder modernen Bewegung die organisatorische und agitatorische Tätigkeit ist, so bedarf sie doch einer notwendigen Ergänzung in der Vertiefung ihrer Grundprinzipien bei ihren Anhängern, sowie in der Erziehungsarbeit innerhalb ihrer Jungmannschaft. Darum fordern unsere weitsichtigeren Gesinnungsgenossen nebst der „praktischen" auch „theoretische" Arbeit, die Erziehung unserer Jugend im Sinne einer harmonischen Weltanschauung der „Jüdischen Moderne", die eine Antwort auf alle Fragen des Lebens in nationaler sowie sozialer Hinsicht ermöglicht. Wohl haben wir den Glauben an die Assimilationsmöglichkeit bei einem großen Teile der österreichischen Juden vernichtet oder erschüttert, aber zu dieser negativen Arbeit muß in erhöhtem Maße die positive der Nationalisierung der jüdischen Massen, die Weiterentwicklung der zionistischen Theorie sich hinzugesellen. Wollen wir der Devise Theodor H e r z 1 s , „Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland" gerecht werden, so müssen wir unbeschadet der intensivsten Palästina-Arbeit, allüberall zur nationalen, sowie sozialethischen Erziehung der Diasporajuden schreiten und sie dazu befähigen, ihren Pflichten als Staatsbürger sowie Kulturmenschen in vollem Einklang mit einem organischen Zionismus zu entsprechen. Dieser erheischt ein national organisiertes und wirtschaftlichen Wohlstandes sich erfreuendes Diasporajudentum, als eine notwendige Stütze der palästinensischen Heimstätte, die sowohl ein Kulturzentrum für das gesamte jüdische Volk, als auch ein Emigrationszentrum für jene Juden werden soll, welche aus ihren gegenwärtigen Wohnorten auswandern müssen oder wollen. Wie aber ein enger Zusammenhang zwischen der Palästina-Arbeit und der Betätigung in der Diaspora besteht, so müssen auch die Grundanschauungen,

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