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Die Welt · 1912-10-11 · 41 (11.10.1912) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
41 (11.10.1912)
Date
1912-10-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41 DIEEaKELT 1265 die Bewegung stärken will — diese sind die unsympathischsten, ihre Bewegung kompromittierenden, ihre Gegner mit Grobheiten anfahrenden Zionisten . . . und die andere Partei, die Minorität, welche zumeist aus den gewesenen Führern, aus den ersten Kämpfern der Bewegung besteht. Diese sind mit der heutigen Wirtschaft nicht zufrieden. Hier Bruchstücke aus einigen interessanteren Reden, welche wir nur als Kuriosa mitteilen" . . . Es folgen nun einige willkürlich herausgezerrte Sätze aus den Reden Wolf f sohns und M a r m o r e k s zur Budgetdebatte, selbstverständlich ausschließlich diejenigen Sätze, welche an der Leitung Kritik üben, lieber die Antwort der Leitung und der M a j o r i t ä t s r e d n e r schweigt sich Herr Szabolcsi gründlich aus. Der geneigte Leser seiner Wochenschrift muH förmliche Mitleidsanfälle bekommen, daß dieser Zionismus, welcher seit 15 Jahren im ,,Egyenlöseg4< totgeschlagen wird, immer noch nicht erledigt ist und auf eine so mitleiderregende Weise sein ärmliches Dasein fristen muß. Wo wagt es noch eine angeblich jüdische Zeitung, ihren Lesern den gänzlichen Zerfall der zionistischen Organisation vorzuspiegeln, wo kann es noch geschehen, daß über Zionismus in so lügenhafter Weise berichtet wird? Wir haben es doch im allgemeinen dahin gebracht, daß alle gegnerischen jüdischen Blätter wenn auch ganz kühle, so doch immerhin objektive Berichte über unsere Bewegung bringen. Wir berichteten bereits, daß Szabolcsi vor einigen Wochen die unbeschreibliche Judennot in Rußland entdeckte und flugs einen Ito-Zweigvercin gründete. Damals verfuhr er nach dergleichen Methode. Gg. Dr. Jeremias, Posen, hatte in der ,,Welt"' vom 5. Juli ein Schreiben veröffentlicht, in welchem der Kampf gegen Z <i n g will beanstandet wird. Egyenlöseg berichtete über die Sache wie folgt: „Die große Tragweite der Ito-Konferenz in Wien beschäftigt jetzt die jüdische konfessionelle Presse auf der ganzen Welt. Die zionistischen Zeitungen fallen selbstverständlich mit pöbelhafter Roheit über die große Konkurrenzbewegung und über die Person Zangwills her. ,,Die Welt*4, das zionistische Zentralorgan, ist die erregteste. Aber auch sie kann nicht umhin, einen in der Itoangelegenheit von einem Zionisten in Deutschland an sie gerichteten Brief zu veröffentlichen, in welchem derselbe sich öffentlich auf die Seite Zangwills schlägt4' .... Es folgen nun einige Stellen aus dem Schreiben des (ig. Dr. Jeremias und hernach folgende Schlußbemerkung: „Daß von zionistischer Seite eine so warme Anerkennung für Zangwill vernommen werden kann, und daß das zionistische Zentralorgan diese scharfe Kritik des ganzen Zionismus veröffentlicht: ist ein Zeichen der Zeit." Selbstverständlich ist es gar nicht wahr, daß sich Herr Dr. Jeremias auf die Seite Zangwills schlägt, auch verschweigt Herr Szabolcsi, daß Herr Dr. Jeremias mit seiner Meinung über die Itosache in unserer Bewegung höchstwahrscheinlich isoliert dasteht, und der redaktionellen Bemerkung nach dem Briefe wird mit keinem Sterbenswörtchen Erwähnung getan. Die Affäre wird vielmehr so dargestellt, als ob die Zionisten in ihrer Verzweiflung über die eigenen Mißerfolge sich der Ito in die Arme werfen wollten. Bei der Beschreibung des neuesten Geschäftsberichts des Hilfsvereins findet dieser gewissenhafte Journalist, daß der Hilfsverein sich sehr für die Auswandererfürsorge verwendet, außerdem arbeitet er in Galizien und in Rumänien . . . und kein Wort mehr. 10er größte Teil des Geschäftsberichts existiert für ihn nicht. Wenn er etwas über die nationale Tätigkeit in der europäischen Türkei hört, wird er taub, wenn er über die Tätigkeit in Palästina liest3 wird er blind. Er hat kein Bedürfnis, seinen Lesern mitzuteilen, daß in Palästina eine neae hebräische Kultur entsteht, daß dort ein Technikum erbaut wird. Hundert gegen eins, daß seine Leser dies in ihrem Leben niemals erfahren werden. Mit solchen Waffen wird der Zionismus bekämpft. Alliance Israelite Universelle Die Differenzen innerhalb der Alliance hatten in letzter Zeit zur Einsetzung eines ,,Friedensausschussesu geführt, in welchem die verschiedenen Richtungen innerhalb der deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance vertreten waren. Dieser Ausschuß einigte sich auf ein Statut, das die Bildung einer mit Paris friedlich zusammenarbeitenden deutschen Landesorganisation ermöglichen sollte. Dieses Statut wurde jedoch vom Pariser Zentralkomitee, das überhaupt keine Sonderüiganisation in Deutschland zulassen will, abgelehnt. Die Berliner Alliance-Mitglieder waren daher am Sonntag zu einer Generalversammlung zusammengetreten, um zu den Beschlüssen des Pariser Zentralkomitees Stellung zu nehmen. Die Versammlung, die von etwa 200 AIliance-Mitgliedern besucht war, nahm schließlich einstimmig folgende Entschließung an: „Die Generalversammlung der Berliner Alliance-Mitglieder hält nach wie vor an der Organisation des deutschen Landes-Komitees als der berufenen Vertretung des Alliancegedankens in Deutschland fest. Sie ersucht den Vorstand des Landeskomitees, die Organisation unverzüglich derart auszugestalten, daß das Landeskomitee in der Lage ist, die Aufgaben zu erfüllen, die es sich bisher gemäß dem Geist und Wortlaut der Alliancesatzungen gesetzt hat, insbesondere unbeschadet etwaiger Friedensverhandlungen eine energische Agitation für Werbung neuer und Erhaltung alter Mitglieder der A. I. U. zu entfalten." Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 30. September 1912 abgelaufen ist, ersuchen wir um gefl. rechtzeitige Einsendung des Abonnementsbetrages. Den Abonnenten in Deutschland und Oesterreich- Ungarn haben wir Zahlkarten bzw. Posterlagscheine direkt zugehen lassen, die wir zur kostenlosen Ueberweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten. Aus allen übrigen Ländern können Beträge an uns per Postanweisung, Geldbrief oder Schecks auf europäische Banken überwiesen werden. Alle Abonnements, die bis 7. Oktober d. J. nicht ausdrücklich abbestellt worden sind, betrachten wir als erneuert. irr j-\ - tt/> jj " —— Verlag „Die weit BERLIN W15, Sächsische Straße 8.

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