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Die Welt · 1912-09-25 · 39 (25.9.1912) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
39 (25.9.1912)
Date
1912-09-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1214 D IE 2 man dies mit einem noch geringeren Betrage durchführen} könnte. Die Praxis hat nun vorläufig diesen Optimismus nicht bestätigt. Feldmanns Ausführungen basierten auf Angaben aus R e c h o b o t h , wo bereits Yemenitenwohnungen bestanden, und aus Pethaeh-Tikwah, wo der Waad der Kolonie einen Kostenanschlag für Yemenitenliäuschen aus ungebrannten Lehmziegeln ausgearbeitet hatte. Als man jedoch nun an den Bau der vom N. F. bewilligten Häuschen herantrat, sah man ein, daß billig und gut oft einander ausschließende Begriffe sind. Die Häuschen in Rechoboth, die sich die Yemeniten selbst erbaut haben, sind äußerst hygienewidrig, was besonders für die Yemeniten, die vom Yemen unterernährt und schwach hier ankommen, von großem Schaden ist. Die Höhe eines solchen Häuschens ist meist 2' •_. /Meter und dementsprechend auch die Gesamtfläche. Aus Gründen der Dauerhaftigkeit und Reinlichkeit mußte man auch von der Verwendung ungebrannter Lehmziegel absehen. Das Palästinaamt, das im Verein mit Vertretern der Arbeiterschaft die Sache behandelt hat, sagte sich mit Recht, daß für eine Wohlfahrtsinstitution wie den J. N. F. dasjenige, was der ein/eine auf seine eigene Verantwortung tun kann, nicht maßgebend sein könne. Zunächst baute mar. daher in Pethaeh-Tikwah zwei Probehäuschen, eins aus Zementziegeln und eins aus sogenannten ,,preußischen Wänden'4. Die Ansicht der Fachleute ging nun dahin, daß den Zementziegeln der Vorzug zu geben ist und daß aus preußischen Wänden nur dort gebaut werden soll, wo eine andere Arbeitsmethode schwer durchführbar ist. Gegenwärtig werden gebaut in C h e d e r a h 20 Häuschen aus Zementsteinen, in Pethaeh-Tikwah 10 Flauschen aus gewöhnlichem Stein und S Häuschen aus Zementziegeln, in Ness- Zionah 5 Häuschen aus preußischen Wänden. Für jab n e e I ist geplant, aus Beton zu bauen, und zwar nach einem Plane des Regierungsbaumeisters Bärwald. Die Häuschen werden durchschnittlich $50 Frcs. kosten. Jedes Häuschen hat ein Wohn/immer welches immer J Meter Höhe und eine Fläche von l 4 m umfaßt und mit Ventilatoren versehen ist. An das Wohnzimmer schließt sich eine Küche und eine abgedachte Terrasse. Das Häuschen ist von einem oder zwei Dunam Gartenland umgeben. interessant ist, daß die aschkenasischen Arbeiterfamilien ebenfalls in diese Häuschen einziehen möchten. Zu berücksichtigen isl noch, daß beispielsweise in Pethaeh-Tikwah der Bauplatz, von 44 Dunam, der für die Yemenitenliäuschen erworben wurde, S000 Frcs. gekostet hat. Immerhin kann man jetzt getrost behaupten, daß man mit l ()')() Frcs. eine Wohnung auch für eine aschkenasische Familie bauen kann, besonders wenn man zu gleicher Zeit eine größere Anzahl Häuser baut. Weniger befriedigend stellt sich der Barackenbau. Die Baracke ist deshalb notwendig, weil sie in kurzer Zeit herzustellen ist und einer größeren Anzahl von Familien Unterkunft bietet. Bis jetzt hat man in Pethaeh-Tikwah zwei Baracken für je zehn Familien, in Rischon-le Zion vier Baracken für je vier Familien und in B'er Jakob eine Baracke für vier Familien gebaut, in all diesen Fällen kostet ein kleines Zimmer aus Brettern und ohne Küche ca. 2(K> Frcs. Als provisorische Unterkunft mag dies hingehen und als ,,notwendiges Uebel4' betrachtet w erden. Entschieden besser wäre es jedoch, wenn m in genügend Geldmittel hätte, und den eigentlichen Hausbau in größerem Umfange betreiben könnte. Aus den Städten Jerusalem, Mitte September. Der hiesige amerikanische Konsul hat einen Posten bei der Botschaft in Konstantinopel erhalten. Aus diesem Anlaß haben ihm die hiesigen Juden amerikanischer Staatsangehörigkeit eine Adresse in einem vom „Bezalel" angefertigten Rahmen gELT - Nr. 39 überreicht. In seiner herzlichen Erwiderung gedachte der Konsul der Jerusalemer Juden im allgemeinen mit Worten des Lobes. Nach einer Meldung des hiesigen „Haor" sind die Katholiken in Palästina im Begriffe, eine große katholische Bank für Palästina zu schaffen. Die Bank, die über ein Kapital von 10 000 000 Frs. verfügen soll, wird in allen Städten Palästinas Filialen eröffnen. Anläßlich der Feiertage sind alle hiesigen Druckereien beschäftigt, die Aufrufe für die verschiedenen Anstalten, sowie die bekannten Bettelbriefe für private Berufsschnorrer herzustellen. Alle Sprachen kommen zur Verwendung. Dabei ist mitunter der Ton dieser „Briefe" so anwidernd, daß man sich wundern muß, daß noch immer so viele Leute der Wirkung dieser Briefe unterliegen. Herr J. M. P i n e s, der den Sommer über bei seinen Verwandten in M o s k a u weilte, ist nach Jerusalem zurückgekehrt. Der „Jewish Chronicle" brachte in seiner Nummer vom 2. August eine Nachricht, wonach im Laufe von sechs Wochen zirka 1000 Juden aus Jerusalem ausgewandert seien. Diese Zahl muß als aus der Luft gegriffen bezeichnet werden. Gewiß gibt es eine gewisse Auswanderung, und in der Sommerzeit ist auch die Zahl derjenigen groß, die nach Europa fahren, um die dortigen Aerzte zu konsultieren. Aber zu einer solch hohen Zahl ist wohl die Auswanderung in sechs Wochen nie gelangt. Uebrigens ist es interessant zu beobachten, daß in letzter Zeit eine vermehrte Einwanderung vor sich geht. So hat in letzter Zeit ein russisches Schiff zirka 200 Juden, darunter '30 Bucharer, gebracht, von denen allerdings ein Teil hier nur über die Feiertage verbleiben wird. Von den hier weilenden Touristen ist besonders Herr J. Mankewitz aus Wilna zu erwähnen. Herr Mankewitz ist bereits zum vierten Male in Jerusalem. Er hat über 30 000 Frs. für verschiedene Institutionen, besonders die des alten Jischub, ausgegeben. Dem Vernehmen nach will er jetzt in Jaffa eine Kasse für unverzinsliche Darlehen (G'miluth C11 assa d i m) begrü n de n. Jaffa, 15. September. Das hiesige hebräische Gymnasium ist bereits von den Jerusalemer Behörden bestätigt worden. Herr Dr. Mossius o h n, der jetzige Direktor des Gymnasiums, ist nun nach Konstantinopel abgereist, um dort die endgültige Legalisierung der Schule durchzuführen. In der hiesigen jüdisch-Medizinischen Gesellschaft sprach Dr. K r i n k i n über die ägyptischen Augenkrankheiten. Ferner sprachen die Aerzte Dr. C h i s s i n , Dr. P u c h o w sk y und Dr. Kant o r o w i t z über die D e n g u e , eine Art Influenza, die zu Ende des Sommers sehr häufig in Jaffa und Umgebung auftritt. Wegen einiger Choleravorfälle in Beirut hat man in Haifa sowie hier und in den ägyptischen Häfen für die aus Beirut kommenden Schiffe eine Quarantäne eingerichtet. Der hiesige Waad hat einen Statutenentwurf für die Jaffaer jüdische Gemeinde veröffentlicht. Aus dem Rechenschaftsbericht geht hervor, daß der Waad Ha'ir im abgelaufenen Jahre eine ersprießliche Tätigkeit entfaltet hat. Die Schechita sowie die Gehaltsfrage aller Genieindefunktionäre wurde geregelt, wobei streng darauf geachtet wurde, daß die Preise für koscheres Fleisch nicht in die Höhe steigen. In der Stadt wurde ein Ambulatorium eingerichtet. Die Chewra Kadischa wurde reorganisiert. Der Waad Ha'ir beteiligte sich am Engagement des Chachambaschi für Jaffa und Umgebung. Ebenso verhalf er zu einer Spende von 40 000 Frs. für die Erweiterung des Krankenhauses. Allmählich wird von ihm

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